Sport
08.10.2017

Umar Dzambekov: Schlagfertig zum großen Traum

Der 19-Jährige ist Österreichs größte Olympiahoffnung. Zunächst will er aber die Staatsbürgerschaft.

"Beeindruckend" war der Tenor unter 500 Boxfans. "Der hat alle Anlagen dafür, ein Großer zu werden."

Umar Dzambekov hat im Rahmen der "Bounce Fight Night" aufgezeigt – und in der Brauerei Ottakring ging es durchaus bierernst zur Sache ging. Im Duell mit einer Auswahl aus Belgrad, das die Wiener klar für sich entschieden haben, ragte der 19-jährige Halbschwergewichtler noch heraus. Er spielte mit seinem Gegner Nikola Stefanovic, immerhin serbischer Meister und EM-Teilnehmer, schlagfertig Katz’ und Maus und siegte einstimmig nach Punkten. Lohn: Er wurde zum besten Boxer des Abends gewählt. "Ich glaube, ich habe die Leute mit meiner hohen Schlagfrequenz gut unterhalten."

Dabei war Dzambekov nur als Legionär im Einsatz: Obwohl er mit seiner Familie bereits seit 2004 in Österreich lebt, hat der aus Tschetschenien stammende Dzambekov noch nicht die Staatsbürgerschaft. Und das, obwohl der Sporthandelsschüler, der nach den vier Jahren auch die Matura machen will ("Das ist notwendig"), perfekt Deutsch spricht und sehr gut integriert ist.

"Ich habe mich erst Anfang des Jahres um die Einbürgerung gekümmert, jetzt wird es aber bald was." Denn sein Ziel ist eine Qualifikation für Olympia 2020 in Tokio. Nicht nur das: "Ich möchte nicht nur teil-, sondern auch etwas mitnehmen." Natürlich sind Medaillen gemeint. Danach ist ein Wechsel spruchreif. "Jeder Traum eines Boxers muss es sein, Profi zu werden." Er arbeitet hart an den Träumen: "Meine Schläge müssen noch präziser werden, damit ich mehr Gegner k. o. schlagen kann."

Ex-EU-Champ Marcos Nader verspricht: "Wenn er bis 2018 Österreicher wird, dann haben wir große Chancen, einen Mann zu Olympia zu bringen." Und Trainer Daniel Nader sagt: "Umar ist physisch der stärkste Boxer, den wir in derzeit in Österreich haben, zudem ist er sehr diszipliniert und konsequent im Training."

Großes Potenzial in Österreich

Talentproben gaben auch andere Wiener Boxer ab. Aleksandar Mraovic sorgte gegen Tanja Nikolovski, der im 26. Kampf erst die dritte Niederlage einstecken musste, für den einzigen vorzeitigen Sieg der Samstag-Abend-Veranstaltung. Der Kampf wurde auch zum Fight of the Night gekürt. Der ebenfalls 20-jährige Superschwergewichtler ist zum Vizeeuropameistertitel in der U22. Auch der 23-Jährige Stefan Nikolic gewann seinen Kampf souverän, der Schwergewichtler mit HTL-Abschluss siegte einstimmig nach Punkten gegen gegen Stefan Mihajlovic. Auch Daniel Janicijevic oder Marcel Rumpler (beide 20) zeigten auf. Potenzial in Österreich ist vorhanden.