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Sport
10/21/2019

Thiem vor Auftakt in Wien: "Gab lose Gespräche mit Muster"

Dominic Thiem trifft am Dienstag auf Tsonga und schließt eine Zusammenarbeit mit Muster nicht aus.

von Harald Ottawa, Alexander Strecha

Kaum hat der Spitzentanz in der Stadthalle begonnen, wurde Dominic Thiem bereits hin- und hergereicht. Hier ein paar Worte ins Mikrofon, dort ein paar Autogramme und Fotos für die Fans. Wo immer er in der Halle auftauchte, bildeten sich Trauben aus Menschen. 9.000 Menschen werden morgen in der Halle sein, wenn er zum insgesamt zehnten Mal aufschlägt (nicht vor 17.30 Uhr/live ORF Sport+, Sky).

Mit der Rolle als Lokalmatador kommt er gut zurecht. "Es ist alles bestens durchgeplant heuer. Außerdem werde ich mit jedem Jahr erfahrener und weiß, wann ich was machen muss, um zum ersten Aufschlag ready zu sein." Sein Gegner ist am Dienstag Jo-Wilfried Tsonga.

Ein Wiedersehen

Jener Franzose, gegen den sich der damals 20-Jährige anno 2013 erstmals so richtig in den Mittelpunkt spielte und nach heroischem Kampf doch verlor. Der 34-Jährige hat zuletzt nach Verletzungen wieder den Anschluss gefunden. Thiem wird sich ein paar Videos anschauen, vor allem vom Turniersieg in Metz.

"Aber im Großen und Ganzen hat sich sein Spiel seit damals nicht verändert. Er schlägt gut auf und hat eine richtig starke Vorhand. Die muss ich entschärfen." Und die Erwartungshaltung des Wiener Publikums sieht er nicht als Druck, im Gegenteil: "Das können ein paar Prozente für mich sein."

Der Lichtenwörther hat also gelernt, mit Druck umzugehen. "Obwohl das hier schon etwas Anderes ist. Aber ich habe heuer auch in Kitzbühel gezeigt, dass ich damit umgehen kann."

Bisher schaffte es Thiem in Wien zwei Mal ins Viertelfinale. Eine Zwischenbilanz, die er heuer verbessern will: "Wie auch das ATP-Finale in London gehören Wien und Kitzbühel für mich zu den wichtigsten Turnieren, weil ich da zwei Wochen daheim sein kann."

Muster dementiert

Für Verwirrung sorgte am Montag ein Gerücht, dass Thomas Muster Österreichs Team beim ATP-Cup im Jänner coachen und künftig im Team Thiem mitarbeiten soll. "Ich weiß gar nichts davon, ich weiß auch nicht, wo das herkommt", sagt Muster. Ein Coaching beim ATP-Cup könnte sich der Steirer, der in Wien Turnierbotschafter ist, zwar irgendwie vorstellen, "aber das entscheiden andere". Stefan Koubek fühlt sich als Daviscup-Kapitän nicht zuständig. "Das eine ist ATP, Daviscup ist ITF."

Koubek kann sich auch Trainer-Vater Wolfgang Thiem in dieser Funktion vorstellen. "Weil er sowieso in Australien mit von der Partie ist." Und was sagt Thiem junior selbst? "Als Nummer 1 darf ich mir den Coach aussuchen. Was den ATP-Cup betrifft, gab es bisher lose Gespräche mit Muster."

Thiem dementiert nicht

Darüber hinaus kann sich der 26-Jährige eine wie auch immer gestaltete Zusammenarbeit mit Muster vorstellen. "Weil er die Nummer 1 der Welt und Grand-Slam-Sieger war. Er weiß, wie man so ein Turnier gewinnt. Dass mir ein Thomas Muster helfen könnte, steht außer Zweifel. Aber dazu gab es noch keine Gespräche." Daher liegt es auf der Hand, dass Muster sein erster Ansprechpartner wäre, wenngleich er weiter das Doppel mit dem Chilenen Nicolas Massu als dauerhaftem Trainer praktizieren wird.

Dennis Novak, der zweite Österreicher im Einzelbewerb, spielt erst am Mittwoch seine Erstrundenpartie gegen den Franzosen Gaël Monfils. Der ebenfalls 26-Jährige wird künftig nur noch von Wolfgang Thiem betreut, wie auch Sebastian Ofner, der in der Qualifikation scheiterte. Eine weiße Weste behielt der Argentinier Schwartzman mit einem souveränen 6:4, 6:4 über den Franzosen Herbert.