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Sport
01/28/2020

Thiem: Gerüstet für das große Duell mit der Nummer eins

Zum 14. Mal wartet am Mittwoch Rafael Nadal. Für die Experten ist der 26-Jährige kein Außenseiter.

Gaël Monfils kann Bälle durch die Beine schlagen, kann beim Smash springen wie Hochsprung-Legende Javier Sotomayor und dabei einen Gesichtsausdruck aufsetzen wie Jimi Hendrix, wenn er mit der E-Gitarre in den Stromkreis kam. Er kann eines aber gar nicht: gegen Dominic Thiem gewinnen.

Österreichs Topmann besiegte den „Tennis-Zauberer“ aus Frankreich klar 6:2, 6:4 und 6:4 und gewann damit auch das sechste Duell der beiden. „Das Match ist wirklich sehr gut gelaufen für mich, es waren tolle Ballwechsel dabei“, sagte Thiem nach seiner eindrucksvollen Darbietung, die ihm das erste Viertelfinale bei den Australian Open bescherten. Besonders beeindruckend: Thiem ließ bei seinem Aufschlagspielen nur zwölf Punkte seines Gegners zu, der im Ranking immerhin ebenso in den Top Ten zu finden ist.

Jetzt geht’s aber so richtig los. Man darf fast schon von einem Klassiker sprechen, der am Mittwoch in der Nightsession (ab 9:30 im KURIER.at-Liveticker) Österreichs Tennis-Fans zum TV-Kastl zieht: Zum 14. Mal wartet Rafael Nadal. Was zählt?

  • Das Duell

Der mittlerweile 33-jährige Nadal siegte neunmal, Thiem viermal. 2018 setzte sich Nadal beim bisher einzigen Duell auf Hartplatz in einem der besten Spiele des Jahres bei den US Open in fünf Sätzen durch. Es war auch Thiems bislang einziges Viertelfinalmatch bei einem Grand-Slam-Turnier, das nicht bei den French Open ausgetragen wurde. Dort scheiterte der Niederösterreicher zuletzt dreimal an Nadal (2017 im Semifinale, 2018 und 2019 jeweils im Endspiel). Das Finale in Paris war das letzte Duell der beiden. Davor war Thiem im Semifinale von Barcelona siegreich.

  • Das Ranking

Nadal schrieb zum Jahreswechsel bereits Geschichte, der Spanier beendete als erster Spieler in drei verschiedenen Jahrzehnten eine Saison als Nummer eins. Thiem wird ab Montag zumindest wieder die Nummer vier hinter Nadal, Novak Djokovic und Roger Federer sein, weil Stan Wawrinka den Russen Daniil Medwedew schlug. Platz drei ist möglich.

Der Schauplatz Während der Niederösterreicher in dieser Woche seine Viertelfinalpremiere in Down Under gibt, steht Nadal schon zum zwölften Mal unter den besten Acht in Melbourne. Die Australian Open sind aber das Grand-Slam-Turnier, das er am wenigsten oft – nur einmal – gewinnen konnte (2009). Allerdings stand er vier weitere Male im Finale, so auch im vergangenen Jahr, als er Novak Djokovic unterlegen war.

  • Die Chancen

Thiem spielte gegen Monfils groß auf – und nicht einmal zwei Stunden. Und Rafael Nadal musste gegen Lokalmatador Nick Kyrgios über vier Sätze gehen (Spielzeit: 3:38 Stunden). „Nadal könnte nach diesem Match etwas müder sein“, sagt Servus-TV-Kommentator Alexander Antonitsch, der von Thiem beeindruckt ist. ,„Ich habe ihn noch nie so konsequent gesehen, man hat gesehen, wie weit er technisch ist. Vor allem beim Aufschlag war er sehr dominant“, sagt der Ex-Profi.

Auch Günter Bresnik räumt seinem Ex-Schützling „sehr gute Chancen“ ein. „Weil er Nadal mit seinen schnellen Schlägen richtig wehtun kann, zudem weiß er, wie man ihn schlägt.“ Daviscup-Kapitän Stefan Koubek, bis gestern Österreichs letzter Viertelfinalteilnehmer bei den Australian Open (2002), ist ebenso optimistisch: „Dominic hat Monfils richtig vorgeführt, er hat gezeigt, dass sich die lange Vorbereitung ausgezahlt hat. Auf Hartplatz hat er sogar noch bessere Chancen als auf Sand. Wir können uns auf sensationelle Rallyes freuen.“

  • Die ÖTV-Geschichte

Thiem kann wieder etwas Tennis-Geschichte schreiben: Bislang stand nur sein Ex-Coach Thomas Muster im Semifinale der Australian Open (1989, 1997). Ins Viertelfinale geschafft hat es neben Muster (1994) und Koubek auch Peter Feigl (1978). Der bisher größte rot-weiß-rote Erfolg gelang im Doppelbewerb: Oliver Marach gewann 2018 mit dem Kroaten Mate Pavic.

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