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French Open: Potapowa nach Krimi ausgeschieden

Anastasia Potapowa verlor im Achtelfinale der French Open gegen Anna Kalinskaja.
Anastasia Potapowa

Anastasia Potapova hat ihr erstes Major-Viertelfinale und das erste für Österreich seit Tamira Paszek 2012 nach einem wahren Krimi verpasst. Die 25-jährige ÖTV-Nummer eins unterlag am Montag im Achtelfinale der French Open in Paris der Russin Anna Kalinskaja nach 2:49 Stunden 4:6,6:2,6:7(7/10). Sie hat auch ihr zweites Achtelfinale in Roland Garros nach 2024 verloren. Zweimal servierte Potapova im dritten Satz auf das Match, am Ende musste sie aber ihrer Gegnerin gratulieren.

„Ich bin schockiert und kann nicht glauben, dass das Match vorbei ist“, sagte Kalinskaja nach ihrem dritten Sieg im dritten Duell mit Potapova. „Was für ein Match, ein unglaublicher Fight von uns beiden bis zur letzten Sekunde. Ich habe schon oft gegen sie gespielt, aber das war sehr speziell. Sie hat sich sehr verbessert.“

Potapova verlor ein verrücktes Match, das schon ungewöhnlich begonnen hatte. Nach Break und Rebreak gleich zu Beginn ging die Doppelstaatsbürgerin, die wegen ihrer Familie auch den russischen Pass behalten hat, mit einem Doppelbreak 4:1 in Führung. Doch dann verlor die gegen Coco Gauff in der Runde davor noch so souveräne Potapova völlig den Faden und zusehends auch die Contenance. Das Match verlor an Niveau, die Österreicherin beging viele Fehler, Kalinskaja fing sich und machte auch mehr Druck. Potapova hingegen gelang sichtlich erzürnt kein Game mehr.

Im zweiten Durchgang startete die für ihren Kampfgeist bekannte Potapova aber wieder stark und bestätigte ein Auftaktbreak zum 2:0. Doch das Nervenkostüm des Schützlings von Trainer Henner Nehles war alles andere als stark an diesem Tag: Beim Stand von 2:1 beging sie zwei Doppelfehler in Folge und ging verzweifelt in die Hocke, ehe sie doch auf 3:1 stellte. Auch danach wirkte Potapova hektisch, fand nicht ihre Ruhe. Entscheidend war wohl, dass sie einen Breakball zum 3:3 abwehrte und dann zum 5:2 ihrerseits ein Break schaffte. Nach exakt 90 Minuten war der dritte Durchgang perfekt.

Level nicht hoch, dafür sehr spannend

Auch in diesem war das Level des Matches alles andere als hoch. Die Nervosität beider Spielerinnen war spürbar, Potapova haderte allerdings weiter viel mit sich und ihrem Coach. Nach Break und Rebreak vergab sie in einem zwölfminütigen Servicegame von Kalinskaja vier Breakbälle und gab im Anschluss ihren Aufschlag mit zwei Doppelfehlern zum 1:3 ab. Kalinskaja erhöhte auf 4:1. Doch auch wenn die Wahl-Wienerin ihr bestes Level nicht abrufen konnte, ihren Kampfgeist hatte sie nicht in der Kabine gelassen. Nach 2:20 Stunden drehte sie diesmal einen 1:4-Rückstand zum 5:4 und hätte zum 6:4 erstmals ausservieren können.
Doch die Achterbahnfahrt ging weiter. Potapova gab den Aufschlag zu Null ab und holte das Break zum 6:5 nach einem 40:0 von Kalinskaja. Bei 30:30 trennten sie nur zwei Punkte vom Sieg. Doch ihre Kontrahentin schaffte das Rebreak und erreichte das Match-Tiebreak (auf zehn Gewinnpunkte) nach 2:36 Stunden. In diesem ging Potapova 4:1 in Führung, geriet dann aber 5:7 in Rückstand. Kalinskaja nutzte dann ihren zweiten Matchball zum Sieg über Österreichs letzte Vertreterin im Einzel.

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