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Sport Tennis
07/18/2020

Rollstuhltennis-Ass Langmann: "Das ist weltweit einzigartig"

Der 22-jährige Wiener spricht über das Training mit Thiem, Corona, Karriere und Einstellungen.

von Harald Ottawa

Mit Krafttraining hielt sich Österreichs Zukunftshoffnung in der schärfsten Corona-Phase fit („das war schon ein arger Schnitt“), am Wochenende durfte sich Nico Langmann über seinen vierten Staatsmeistertitel in Folge freuen.

„Das war eine wichtige Standortbestimmung und dass ich im Finale wieder Martin Legner schlagen konnte, macht es umso schöner. Er ist eine Legende, hält den Weltrekord an den meisten Siegen auf der Tour, er hat unseren Sport geprägt“, sagt der 23-Jährige im Sport Talk auf SchauTV (Samstag, 13.45) nach dem Duell mit dem 58-Jährigen. Turniere gab es kaum, Training sehr wohl.

Im Team Thiem

Der Wiener arbeitet seit Sommer 2019 mit Wolfgang Thiem zusammen. „Das  ist weltweit einzigartig, dass ein Coach gehende und rollende Spieler trainiert. Wenn ein ATP-Topcoach Rollstuhlspieler einbaut, ist dies cool und eine große Ehre.“ Da kam  es auch vor, dass Langmann  auch mit Dominic Thiem oder Dennis Novak Bälle schlagen konnte.

„Am Anfang musste ich mich zwicken, ob es wahr ist, da dabei zu sein, Dominic ist immerhin die Nummer drei der Welt.“ Zumeist trainiert Langmann ich aber mit U15- und U16-Spielern. Obwohl: „Dennis hat sich in den Rollstuhl gesetzt und gesagt, wir müssen uns einmal eine Stunde nehmen, um das auszuprobieren.“ Das Training findet bei Rollstuhltennisspielern im gleichen Ausmaß statt, Langmann schlägt mit 150 km/h auf.

Ziel Tokio

Ende August gibt es eine Österreich-Serie, „wo ich mich vielleicht noch einmal mit Legner matchen kann. Im September hoffe ich, dass es international losgeht.“

Das Karriere-Ziel ist eine Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier, dort sind die besten acht der Welt am Start, der Wiener ist derzeit die Nummer 33, war aber auch schon Top 20. „Dort beim gleichen Turnier mit den ganz Großen wie Nadal zu sein, ist eine große Sache.“ Mittelfristiges Ziel ist seine zweite Teilnahme bei den Paralympics. Voraussetzung  ist ein Platz in den besten 40.
 

Immer mehr im Blickpunkt

Für seinen Sport werde viel getan. „Behindertensport ist immer mehr in den Blickpunkt gerückt, besonders meine Sportart durch den Tennisboom."

Leben kann er vom Sport, dafür sorgen Sponsoren, „zudem habe ich beim Bundesherr eine gute Absicherung.“ Was er den Menschen mitgeben will? „Ich habe ein aufregendes Leben durch den Sport, ich habe durch Ehrgeiz aber auch Glück ein schönes Leben. Ich sehe die Dinge, die es besser machen und nicht die, die es schlechter machen.“

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