Dramatik pur: Anastasia Potapowa verlor das Tennis-Finale in Linz

Die Neo-Österreicherin Anastasia Potapowa spielte zu Beginn groß auf. Am Ende setzte sich die favorisierte Russin Mirra Andrejewa durch.
Anastasia Potapowa beim Turnier in Linz.

Nichts wurde es mit einer neuen Tennis-Turniersiegerin aus Österreich. Die Neo-Österreicherin Anastasia Potapowa verlor das Finale des WTA-500-Turniers in Linz gegen die als Nummer 1 gesetzte Russin Mirra Andrejewa 1:6, 6:4, 6:3.

"Ich möchte Mirra ein Kompliment ausprechen. Du bist so jung und bist schon so reif. Ich wünsche dir, dass du dir alle Träume erfüllen kannst", sagte Potapowa nach dem Finale. "Außerdem möchte ich mich bei meinem Team bedanken. Ihr habt mir geholfen, so weit zu kommen. Die Monate zuletzt waren sehr hart. Hier zum ersten Mal hier als Österreicherin zu spielen, bedeutet mir die Welt. Ich habe noch nie so eine Unterstützung vom Publikum gespürt. Nächstes Jahr komme ich wieder."

Starker Start von Potapowa 

Die Neo-Österreicherin begann perfekt – mit einem Break. Potapowa spielte ihre Qualitäten aus, sie agierte aggressiv und machte dennoch kaum Eigenfehler. Mit einem zweiten Break baute sie die Führung auf 4:1 aus, mit einem dritten holte sie den ersten Satz mit 6:1.

Im zweiten Satz gelang der erst 18-jährigen Andrejewa das erste Break zur 2:1-Führung, doch die fokussierte Potapowa schlug umgehend zurück. Andrejewa legte das nächste Break nach und holte Satz zwei mit 6:4.

Hart umkämpft war dann der Entscheidungssatz, besonders das fünfte Game bei Aufschlag Potapowa. Die 25-Jährige hatte schon das Game am Schläger, letztlich machte Andrejewa das Break zum 3:2. Das Re-Break gelang Potapowa umgehend. Die Entscheidung wurde zum Tennis-Krimi. Mit viel Glück und der Netzkante holte sich Andrejewa das nächste Break.

Potapowa kämpfte bis zuletzt, doch Andrejewa steigerte sich im Laufe des Finales, blieb cool und verwertete ihren zweiten Matchball.

"Du hast mich wirklich ans Limit gebracht. Ich wünsche dir alles Gute", sagte die Siegerin über Potapowa. "Ich war zum ersten Mal hier in Linz. Danke an mein gesamtes Team und an meinen Vater, der mich hier unterstützt hat. Er hat mir immer das Abendessen ins Zimmer gebracht. Ich danke aber auch mir, dass ich bis ans Ende gekämpft habe und immer versucht habe, Lösungen zu finden."

"Ich bin happy und dankbar"

Voller Emotionen blickte Sandra Reichel auf das Turnier mit insgesamt 24.000 Fans zurück. „Man hat gesehen, wie wichtig die Local Heroes sind. Wir haben vier Österreicherinnen im Hauptfeld gehabt“, sagte die Turnierveranstalterin. „Ich bin seit 35 Jahren dabei. So viel Spannung und Emotionen kann nur der Sport erzeugen. Etwas Besseres hätte nicht passieren können, ich bin happy und dankbar. Ich freue mich für das Damentennis, ich freue mich aber vor allem für den gesamten Frauensport.“ 

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