Rafael Nadal doubts that there will be big tennis tournaments taking place mid-term

© EPA / LUKAS COCH

Sport
05/10/2020

Nadal fürchtet Folgen der Corona-Krise: "Wir werden zu Heuchlern"

Der spanische Tennis-Star äußerte seinen Unmut über die Behandlung des Sports in der Corona-Krise: "Ich will keine neue Normalität".

Der spanische Tennisstar Rafael Nadal hat die Turniersaison wegen der Corona-Pandemie so gut wie abgeschrieben. "Ich hoffe, dass es noch in diesem Jahr wieder losgeht, aber ich glaube es nicht. 2020 sehe ich praktisch als verloren an", sagte der 33-Jährige bereits vor wenigen Tagen in einem Interview der Zeitung El País.

Nun meldete sich die aktuelle Nummer zwei der Welt auch in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung Die Welt zu Wort und sprach über die Corona-Krise und ihre Folgen. So kritisiert er etwa, dass er lange nicht trainieren durfte: "Es macht meiner Ansicht nach keinen Sinn, dass es Menschen gibt, die sich an einem Ort treffen und dabei alle Vorschriften einhalten, und dass wir das nicht dürfen, obwohl wir sie ebenfalls respektieren könnten, sogar noch strenger. Hier wurden alle Sportarten auf ein und dieselbe Weise behandelt, was meiner Ansicht nach nicht richtig war."

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"Alle haben schlecht reagiert"

Zwar habe niemand mit dieser Pandemie rechnen können, "aber die verantwortlichen Personen hätten eigentlich über diese Informationen verfügen müssen – in dieser Hinsicht glaube ich schon, dass da Fehler gemacht wurden. Ich mache auch oft Fehler und gebe sie dann auch zu", so Nadal. Der Spanier bringt dabei einen Vergleich: "Wenn ich ein Match verliere und Federer und Djokovic ihre Spiele ebenso verlieren, dann kann das für mich keine Entschuldigung für meine eigene Niederlage sein. Alle haben schlecht reagiert."

Auf die Frage, ob die Globalisierung schuld an der weltweiten Krise sei, antwortet Nadal: "Wenn solche Dinge passieren, gibt es anschließend immer eine Menge Propaganda, und wir werden zu Heuchlern. Es ist ein Virus aufgetaucht, und wir sind alle davon betroffen. Die Menschheit war nicht darauf vorbereitet, das ist die Realität." In den vergangenen Wochen habe es derart viele negative Nachrichten gegeben, die die Menschen auch seelisch angreifen würden.

"Glaube nicht an neue Normalität"

Die etwa auch von Österreichs Regierung oft bekundete "neue Normalität", befürwortet der Spanier nicht: "Ich glaube nicht an eine neue Normalität. Mir gefällt die alte Normalität, wenn auch mit einigen Veränderungen." Der Mensch habe eine große Schwäche: "Er kann sehr schnell wieder vergessen. Manchmal vergessen wir die schlechten Dinge und auch, wie gut es uns geht, wenn alles in Ordnung ist. Ich hoffe nur, dass uns all das eine Lehre sein wird, aber ich fürchte leider auch, dass wir uns schon bald wieder über alle möglichen Nichtigkeiten beklagen werden. So sind die Menschen eben."

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