© EPA

Sport
07/31/2012

Teenies auf Goldtour im Olympia-Becken

Das Olympiabecken als Jungbrunnen: Drei Teenager hüpften aus dem Planschbecken auf das Siegespodest.

von Jürgen Preusser

Die 17-jährige US-Amerikanerin Missy Franklin, die 16-jährige Chinesin Ye Shiwen und die 15-jährige Ruta Meilutyte aus Litauen stahlen an den ersten drei Tagen der olympischen Schwimm-Bewerbe den Konkurrentinnen die Show. Nur die Französin Camille Muffat (22) über 400 m Kraul und die US-Amerikanerin Dana Vollmer (24) über 100 m Delfin waren bei ihren Olympiasiegen in London älter als 18 Jahre.

Der größte Herausforderung wartete außerhalb des olympischen Schwimmbeckens auf Ruta Meilutyte. Im weißen Trainingsanzug, die Fingernägel knallbunt lackiert und mit den olympischen Ringen verziert, die blonden Haare noch feucht – trat die 15-jährige Litauerin vor das Siegerpodest. Immer wieder hielt sich die Teenagerin die Hand vor den Mund, musste weinen, versuchte ein Schluchzen zu unterdrücken, atmete tief durch und presste die Lippen aufeinander, um wenigstens nicht laut loszuheulen. Meilutyte trainiert und lebt seit drei Jahren im Plymouth College. Sie ist mit 15 Jahren und 133 Tagen die jüngste Olympiasiegerin im Schwimmen seit 1996 in Atlanta, die US-Amerikanerin Beth Botsford war 1996 bei ihrem Sieg über 100 m Rücken noch 71 Tage jünger.

Umstritten

Der 16-jährigen Chinesin Ye Shiwen kamen nach ihrem Weltrekordsieg über 400 m Lagen nicht nur Bewunderungen entgegen, sondern auch Dopingverdächtigungen. Ein US-Trainer bezeichnete ihre Leistung als störend. "Da ist kein Problem mit Doping", antwortete die Teenagerin. Über 200 Meter Lagen hatte Ye 2011 in Schanghai als 15-Jährige WM-Gold geholt. Zum Schwimmen war sie gekommen, nachdem der Kindergärtnerin ihre großen Hände aufgefallen waren. Auf ihrem Weg zu Gold war sie im Kraulen auf der vorletzten Länge schneller als Michael Phelps und auf der letzten schneller als Ryan Lochte. Ye dazu: "Ich habe gut trainiert."

Weiblicher Phelps

Der Erfolg der 17-jährigen Missy Franklin lebt auf großem Fuß. Nicht dass sie über Maßen Geld ausgeben würden. Nein, sie hat Schuhgröße 48. Sie wird in den USA schon als weiblicher Phelps gefeiert. Nur wenige Minuten bevor sie zum Gold-Rennen antrat, war sie sogar auch ins Finale über 200 Meter Kraul eingezogen. Und ihre beste Disziplin sind ohnehin die 200-Meter-Rücken. "Die Gold-Medaille übersteigt meine Erwartungen eine Milliarde Mal", meinte Franklin. Bisher hält Kristin Otto mit sechs Mal Gold den Olympia-Rekord. Franklin ist ein US-Girl mit enormen Siegeswillen und starken Nerven. Todd Schmitz trainiert mit Franklin sein sie sieben Jahre als ist. Sie war elf Jahre, als er sie zehn Minuten vor einem Rennen auf den Wettkampf einstimmen wollte, doch Franklin winkte ab. "Das ist mir zu früh, drei Minuten vorher reichen."

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Kommentar

  • Hintergrund

  • Porträt

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.