Sportforum: "Sport in den Mittelpunkt stellen"

Bei der Veranstaltung in Schladming sollen Visionen für den Sport entwickelt werden

Initiator Ronnie Leitgeb: "Österreich ist keine Sport-Nation" Gunnar Prokop: "Die schönste und billigste Sportstätte in Österreich ist die Natur" Werner Schneyder: "Sport ist das Epizentrum der Dramaturgie, darauf müssen wir aufmerksam machen"

"Österreich ist keine Sport-Nation", sagt Ronnie Leitgeb, der ehemalige Tennis-Präsident. Nur 28 Prozent der Kinder betreiben Sport. 40 Prozent der fettleibigen Kinder werden ihr Leben lang übergewichtig bleiben. "In Österreich sprechen wir immer nur über Spitzensport, nicht aber über die gesundheitlichen Aspekte, die Auswirkungen auf den Tourismus oder die Bedeutung für die Integration."

Dies soll sich ändern – beim ersten Sportforum Schladming von 28. bis 30. Mai, dessen Initiator Ronnie Leitgeb ist. Mit einer Personengruppe aus dem Sport hat er es sich zum Ziel gesetzt, den "Sport in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu stellen." Langfristig sollen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nicht mehr an den Ergebnissen des Projektes vorbeikommen. Alle "Keynote-Speaker" werden konkrete Forderungen an die Politik formulieren, die gesammelt als "Deklaration für den Sport" präsentiert werden.

Die Zielgruppe des 1. Sportforum Schladming umfasst alle Menschen, die im weitesten Sinne mit Sport zu tun haben, etwa Funktionäre, Hobbysportler, Mitarbeiter aus dem Gesundheitsbereich, Kindergartenpädagogen, Lehrer oder Vertreter aus dem Tourismus.

Kritische Stimmen

"Sport ist das Epizentrum der Dramaturgie, darauf müssen wir aufmerksam machen", sagt der Kabarettist und Sportjournalist Werner Schneyder, der in Schladming referieren wird. "Sport steht aber auch exemplarisch für Fehlentwicklungen in der Gesellschaft. Wir müssen jetzt den Sport nutzen, um zu gesellschaftspolitischen und soziologischen Erkenntnissen zu gelangen." So sagt etwa ORF-Sportchef Hans-Peter Trost: "Wenn bei uns jemand zwei Stunden ins Burgtheater geht, ist er ein Intellektueller. Wenn sich einer zwei Stunden lang ein Fußballspiel anschaut, dann ist er ... naja ... ein Fußballfan." Dabei gebe es so viele Parallelen zwischen Kultur und Sport.

Gunnar Prokop, der einst gleichsam erfolgreiche wie umstrittene Handball-Manager ergänzt: "Die schönste und billigste Sportstätte in Österreich ist die Natur. Aber bei uns in Annaberg werden zwei Mountainbiker von zwei Polizeiautos verfolgt. Da ist doch der Wurm drinnen."

Info: Programm und Preise unter www.sportforum-schladming.at

(Kurier) Erstellt am
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