Auch in der Corona-Krise: Sportförderung ist reine Männersache

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Bundes-Sport GmbH: Das Ministerium spricht von der Autonomie des Sports, hat aber selbst eine frauenlose Gesellschaft.

Am 20. April gab Werner Kogler die erste Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zum Thema Sport, seit er als Vizekanzler und Minister für diesen Bereich zuständig ist. Zwei Monate davor hatte NEOS-Abgeordneter Yannick Shetty diese Anfrage mit „Mangelhafte Umsetzung des Bundes-Sportförderungsgesetzes 2017“ getitelt. Gleich in Frage 1 bemängelte er „die längst überfällige und nun von der Regierung selbst mit 50 Prozent festgelegte Besetzung von Entscheidungsgremien mit Frauen“ und wollte wissen, wie man diese zu erreichen gedenke.

Die Antwort beginnt vielversprechend mit: „Der Frauenanteil ist in vielen Gremien im Sportbereich nach wie vor sehr gering.“ Es gebe Handlungsbedarf. „Auch wenn die Besetzung großteils in der Autonomie des Sports liegt.“ Man werde gegenüber den Verbänden jedenfalls auf die Zielsetzung eines fünfzigprozentigen Frauenanteils nachdrücklich hinweisen. Danach folgte eine Seite Hohelied auf das „Kompetenzzentrum 100% Sport“.

Und was ist mit dem Ministerium? Der Rechnungshof 2019 hat nach einer Prüfung kritisiert: „Es wäre auf eine adäquate Vertretung von Frauen in den Organen der Bundes-Sport GmbH sowie im Beirat des Bundesministers zu achten.“ Denn: „Die zwei Geschäftsführer, sechs Aufsichtsräte und alle zwölf Mitglieder der Kommissionen der Bundes-Sport GmbH wurden ausschließlich mit Männern besetzt.“

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