Rugby
07/08/2013

Rugby will an Österreichs Schulen

Der ÖRV will Rugby durch Jugendarbeit populärer machen.

von Pedram Seidi

Österreich ist Rugby-Europameister - zumindest im Nachwuchs. Im Jahr 2006 wurde die die U18-Auswahl der Österreichischen Rugby-Nationalmannschaft in der Spielkasse D Europameister und stieg damit eine Klasse auf. Dies führte zur Aufnahme des Österreichischen Rugbyverband (ÖRV) in die Bundessport-Organisation. Damit haben die Rugbyspieler den Historischen Fechtern schon etwas voraus. Der Verband leistet Aufbauarbeit, um der Bevölkerung den Sport schmackhafter zu machen. Seit der Aufnahme des ÖRV in die Bundessport-Organisation (BSO) hat der Verband immerhin Anspruch auf Förderungen und kann so die Entwicklung des Sports in Österreich vorantreiben. Nun will der ÖRV in den Schulen eine neue Generation an Rugbyspielern heranzüchten.

Aufbauarbeit in Österreichs Schulen

Für Andreas Schwab, den Präsidenten des ÖRV, ist ein wichtiger Aspekt dieser Aufbauarbeit, mittels Kooperationen mit österreichischen Schulen die Jugendarbeit zu verstärken. Der ÖRV ist mit einigen Schulen in Kontakt getreten, die sich Rugby als Sportangebot durchaus vorstellen können. Mit Unterstützung des Wiener Stadtschulrates war es möglich, in ein paar Schulen ein Schnuppertraining anzubieten. Stiig Gabriel, Trainer des Wiener Vereins RU Donau, sieht die Vorteile von Rugby als Schulsport darin, dass sich die Kinder im Rahmen eines Spiels unter kontrollierten Bedingungen austoben können. „Das wirkt teilweise Wunder für den Unterricht danach“, ist sich Gabriel sicher.

ÖRV-Präsident Schwab ist außerdem überzeugt, dass der Sport bei Schülern gut ankommen würde. Er sieht in der Jugendaufbauarbeit die Möglichkeit, die Rugby-Tradition von Generation zu Generation weiterzugeben, so wie das etwa auch in Frankreich und England der Fall ist. In England ist Rugby sogar Schulsport Nummer eins. Dass das auch in Österreich funktionieren kann, hat das Französische Gymnasium, das "Lycée", längst bewiesen. Aus dessen Schulrugby-Team ging einer der erfolgreichsten heimischen Klubs, Stade Rugby, hervor. Rugby erfreut sich in Östererich mäßiger Beliebtheit. In anderen europäischen Ländern ist Rugby so beliebt wie Fußball oder Nationalsport. Auch die ehemaligen Commonwealth-Staaten wie Neuseeland oder Südafrika schwören auf das Spiel. Schwab ist der Meinung, es gebe keinen Grund, warum das nicht auch in Österreich möglich sein sollte.

Rugby-Schülerliga geplant

Der ÖRV hat sich in Kooperation mit den Wiener Vereinen nun zum Ziel gesetzt, Rugby durch die Initiierung einer Schülerliga in Österreich langsam aber stetig populärer zu machen. Einer der Mitinitiatoren des Projekts ist Christoph Forchtner, selbst Volksschullehrer und Jugendkoordinator bei RU Donau. Er ist von der positiven Wirkung des Rugbysports auf Schulkinder überzeugt. Aufgrund der Vereinsdichte wird bei dem Projekt allerdings vorerst lediglich mit Wiener Schulen geplant.

Rugby und Brutalität

Einigen Eltern wird die Idee, Rugby an die Schulen zu bringen, aber sauer aufstoßen, ist Rugby doch als ziemlich brutaler Sport bekannt. ÖRV-Präsident Schwab beschwichtigt: „Rugby ist nicht brutal. Es ist zwar ein körperbetontes Spiel, die Verletzungsgefahr ist aber nicht höher als bei anderen Sportarten“. Die Vorstellung, dass Rugby so brutal sei, komme vor allem daher, dass die Leute in Österreich den Sport nicht kennen, meint Schwab. Die Kinder würden außerdem lernen, sich zu schützen, das sei auch wesentlicher Bestandteil des Trainings. Kinder und Jugendliche würden durch den Sport in Bezug auf mentale und körperliche Stärke, Teamfähigkeit und Disziplin profitieren. Außerdem würde in österreichischen Schulen Sport im Allgemeinen noch immer zu stark vernachlässigt, so Schwab. Durch Rugby könnten Kinder und Jugendliche leichter Gefallen an körperlicher Ertüchtigung finden.

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Disziplin und Fairness sind oberste Gebote

Mit Hilfe von Rugby könnten Österreichs Junge auch Disziplin und Fairness lernen. Der Schiedsrichter ist oberste Autorität, seine Entscheidungen werden so gut wie nie in Frage gestellt. Respektlosigkeit gegenüber dem Schiedsrichter wird sofort mit hohen Strafen geahndet. So fair geht es nicht nur auf dem Platz zu, sondern auch auf der Tribüne. Laut Schwab kommt es bei großen Spielen nie zu Schlägereien, es gäbe nicht einmal Fansektoren und es sei auch kein Polizeiaufgebot nötig. Gute Aktionen der gegnerischen Mannschaft werden mitunter sogar mit Applaus anerkannt.

Für die österreichischen Rugby-Teams könnte die Jugendarbeit auf lange Sicht Vorteile bringen. Wegen mangelndem Spielernachschub könnten sich die Vereine noch nicht so etablieren, wie sie es gerne hätten. Rugby an den Schulen bringe also nicht nur den Kindern etwas, sondern würde auch einen großen Beitrag zur Entwicklung des Sports in Österreich leisten, sagt Schwab.

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