Sport
05/06/2020

Ruderer Sieber: "Gibt Wichtigeres als die Olympia-Verschiebung"

Wie für Heeressport-Kollegin und Kanutin Wolffhardt zählten für den Wiener zuletzt andere Dinge. Im SchauTV-Studio sprach das Duo darüber.

von Harald Ottawa

Die trockene Zeit ist vorbei, in dieser Woche wurden auch die Ruderer und Kanuten wieder aufs Wasser gebeten. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner eröffnete dieser Tage den Wiener Wildwasserkanal. Während Ruderer Paul Sieber schon trainieren konnte, nutzte Wildwasser-Kanutin Viktoria Wolffhardt die Corona-Pause und Olympia-Verschiebung, um sich an der Schulter zu operieren lassen.

Die 25-Jährige hat aber keinen Druck, ist sie doch für Olympia bereits qualifiziert. „Ich hoffe, dass ich im Herbst wieder voll einsteigen kann. Es kitzelt, wieder ins Boot steigen zu können, aber noch bin ich in der Reha“, erzählte sie im SchauTV-Studio beim KURIER-Talk (SchauTV, Mittwoch, 18.30 Uhr, Donnerstag 8.30 Uhr).

Paul Sieber kann nur eingeschränkt trainieren. Das heißt so viel: im Einer. Zweier mit Bruder Bernhard und Vierer sind aufgrund der Corona-Beschränkungen noch nicht erlaubt. „Derzeit ist es ein reiner Einzelsport." Die Sinnfrage würde sich stellen, "weil ich auf der anderen Seite auch meine Familie wieder treffen kann“.

Hoffnung Oktober

Der Heeressport-Soldat war heuer gut in Form, ehe der Lockdown kam. „Der große Vorteil der Pause war, dass man mehr Zeit hatte, sich physiologisch weiterzuentwickeln. Die Monate vor dem Lockdown waren sehr intensiv.“ Der Wiener ist noch nicht für die Spiele in Tokio qualifiziert. Gelegenheiten dazu soll es heuer noch geben, wie die Europameisterschaft im Oktober. „Wie realistisch dies ist, liegt außerhalb meines Wissens. Es gibt Argumente für eine zweite Pandemie-Welle im Oktober. Es gibt viele Fragen, wie jene der Reisefreiheit.“
 

Wie seine Kollegin Wolffhardt (auch sie bekleidet den Rang des Zugsführers) ist auch er sehr froh, Teil des Bundesheeres ist sein. „Es sind 900.000 Leute arbeitslos, wir haben ein geregeltes Einkommen und sind versichert. Da geht es uns im Vergleich zu vielen anderen dermaßen viel besser, da müssen wir nicht über Kleinigkeiten wie die Olympia-Verschiebung reden. Da gibt es Wichtigeres.“ Sieber ist einer von 280 Soldaten des Heeressportverbandes (dazu kommen 20 Menschen mit besonderen Bedürfnissen und 150 Grundwehrdiener).

Die gebürtige Tullnerin Wolffhardt sieht es ähnlich: „Man sieht in so einer Situation, dass nicht alles selbstverständlich ist. Ich bin echt dankbar, in diesen Zeiten einen Arbeitsplatz zu haben.“

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