Radsport: Die Ö-Tour führt 2026 in fünf Etappen von Graz nach Wien
Die Strecke wurde in Graz präsentiert.
Die 75. Österreich-Radrundfahrt führt vom 8. bis 12. Juli über fünf Etappen von Graz nach Wien. Mit der Franz-Josefs-Höhe am Großglockner wartet beim Jubiläum der Tour of Austria eine Bergankunft. Hinzu kommen drei selektive Abschnitte und das für die Sprinter prädestinierte Finale vor dem Burgtheater. Sechs World-Tour-Teams und weitere aus dem Ausland versprechen für die österreichischen Mannschaften beim heimischen Topevent erneut hochkarätige Konkurrenz.
Wie die personelle Besetzung der Rennställe um UAE, Ineos und Lidl aussehen wird, ist noch offen. Die Strecke steht hingegen fest. Wie am Montag im Kunsthaus Graz präsentiert, umfasst sie rund 850 Kilometer und 11.000 Höhenmeter. Mit Gamlitz, Bad Kleinkirchheim und Langenlois gibt es drei neue Etappenorte. Andere wie Lienz, St. Johann und Steyr sind bereits traditionell Teil der Rundfahrt.
Harter Auftakt und Glockner-Etappe als frühe Scharfrichter
Gelegenheit zum Einrollen wird es keine geben. Bereits der Auftakt von Graz über 188 km nach Gamlitz bietet im steirischen Weinland zahlreiche Anstiege mit satten 2.700 Aufstiegsmetern. Die folgende Königsetappe in Kärnten von Bad Kleinkirchheim zur Franz-Josefs-Höhe wartet mit 189 Kilometern und fast 3.000 Höhenmetern auf. Der lange Schlussanstieg könnte eine Vorentscheidung um den Gesamtsieg bringen.
Die dritte Etappe mit neuerlich 189 km führt von Lienz über den Felbertauern bereits zum 16. Mal ins Alpendorf oberhalb von St. Johann im Pongau. Auch das vorletzte Teilstück mit Start und Ziel in Steyr (170,5 km) kennt man bereits aus vergangenen Ausgaben. Im Vorjahr jubelte dort Felix Großschartner über den ersten österreichischen Etappensieg nach zehnjähriger Pause. Am heurigen Finalschauplatz Wien gab es 2014 durch Marco Haller den jüngsten Heimsieg, Etappenzielort war die Bundeshauptstadt zuletzt 2017. Die Schlussetappe mit dem Start in Langenlois ist mit 109 km und 750 hm der kürzeste und flachste.
Rundfahrt als Bühne für Sport und Tourismus
Abgesehen von den sportlichen Aspekten wurde das Event von Renndirektor Thomas Pupp auch wieder als "schönste Sightseeing Tour Österreichs" konzipiert. "Wir feiern heuer Geschichte mit einer Kombination aus traditionellen Etappenorten und neuen Gebieten. Die abwechslungsreiche Gestaltung der Etappen verspricht Spannung bis zum Schluss", sagte Pupp anlässlich der Vorstellung der Tour mit dem neuen Titelsponsor Lidl. Der Tiroler sieht die Rundfahrt auch als Speerspitze für das Radfahren insgesamt.
Sieben österreichische Teams fordern Auslandsrennställe
Von den 22 antretenden Teams kommen sieben aus Österreich. Neben den Continental-Rennställen Feld am See, Hrinkow, Schwingshandl, Vorarlberg, Tirol und WSA wird erstmals seit 2004 auch ein österreichisches Nationalteam dabei sein. In diesem werden voraussichtlich die Red-Bull-Profis Alexander Hajek und Sebastian Putz vertreten sein. Für Dauerbrenner Riccardo Zoidl gerät die heurige Auflage zur Abschiedsvorstellung, der Routinier möchte mit seinem Hrinkow-Team Akzente setzen. "Wir wollen offensiv in die Rundfahrt gehen. In der Gesamtwertung wird es sicher schwierig, aber wir wollen uns mit einer aktiven Fahrweise gut präsentieren", sagte der 2013 als bisher letzter Österreicher beim Heimrennen siegreiche Oberösterreicher zur APA.
Zoidl und seine Landsleute in den österreichischen Teams um Philipp Hofbauer und Martin Messner werden es gegen die starke Konkurrenz erneut schwer haben. Angeführt wird das Feld vom UAE-Rennstall, die neuerliche Teilnahme von Großschartner ist noch offen. Sein im Vorjahr mit drei Etappensiegen und dem Gesamterfolg dominierender Teamkollege Isaac del Toro wird nicht wieder antreten. Die weiteren Teams aus der Topkategorie werden Alpecin (Michael Gogl, Tobias Bayer), Jayco (Patrick Gamper), Ineos, EF und Lidl (Patrick Konrad) sein.
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