Pepo Puch legt nach: Auf Gold folgt Silber

Guter Grund für Jubel: Puch ist versilbert
Der steirische Dressurreiter gewinnt in der Kür seine zweite Medaille in Rio.

Neunter Wettkampftag bei den Paralympics in Rio de Janeiro, nächster Erfolg für das österreichische Team: Zwei Tage nach Gold im Einzel im Dressurreiten der Klasse Ib holte der Steirer Pepo Puch auf seinem Hengst Fontainenoir die Silbermedaille in der Kür. Mit 76,75 Prozentpunkten musste sich der Querschnittgelähmte am Freitag nur Weltmeister Lee Pearson aus Großbritannien geschlagen geben, der 77,4 Punkte erreichte. Bronze holte sich Stinna Kaastrup aus Dänemark (74,75).

Dass er Fontainenoir reiten kann, verdankt Puch übrigens einem Zufall. Denn der Oldenburger wurde ihm von seiner deutschen Besitzerin für eine längere Probezeit angeboten. Danach griff der Obersteirer zu und in Rio ersetzte Fontainenoir bei seinem ersten Championat die 19-jährige Fine Feeling (Gold und Bronze 2012) glänzend. Die Stute verträgt lange Flüge nicht so gut. „Fonti passt auf mich auf“, sagte der mit seiner Familie in der Schweiz lebende Puch in Rio über seinen Partner. „Er ist ein sehr angenehmes Pferd und versucht, alles richtig zu machen. Denn ich bin kein angenehmer Passagier.“

„Ich bin froh, dass wir das so hinbekommen haben. Für mich waren es perfekte Spiele. Wir hätten es vom Ablauf her nicht besser machen können, es ist alles aufgegangen, es war optimalst.“ Gleich nach dem Bewerb richtete sich der Fokus schon auf 2020. „Ab heute beginnen wir an Tokio zu denken“, erklärte Puch.

Der Rauchfangkehrermeister lobte sein Team mit Pferdephysio, Trainer und Teamchef, das für ein perfektes Umfeld gesorgt habe. Dem verpassten Sieg trauerte er keineswegs nach. „Man verliert keine Silbermedaille“, sagte Puch.
Er stellte klar, dass es in seiner Kür den einen oder anderen Fehler gegeben habe. „Wir haben zum Teil nicht ganz die Harmonie gehabt, waren etwas unterschiedlich im Rhythmus“, betonte Puch. „Das Ergebnis geht hundertprozentig in Ordnung.“ Rekordsieger Lee Pearson holte schon seine elfte Paralympics-Goldmedaille

Pechvogel

Am Vorabend war im Österreich-Haus groß gefeiert worden, galt es doch, die drei Silbernen der Handbiker Thomas Frühwirth und Walter Ablinger im Zeitfahren sowie jene von Para-Kanute Markus Swoboda im 200-Meter-Sprint zu bejubeln. In den Straßenrennen am Donnerstag klappte es für die rot-weiß-roten Radsportler nicht mit einem weiteren Podestplatz. Am nächsten war Frühwirth dran, ihm fehlten in der Klasse H4 nur fünf Sekunden auf Bronze. Ablinger hatte wie vier Jahre davor Pech: War er in London von einem Begleitfahrzeug behindert worden und vom Gold- auf den Bronzerang zurückgerutscht, wurde ihm diesmal ein Fahrfehler zum Verhängnis. Der 47-Jährige fuhr in einen Begrenzungszaun, wobei ein Hinterrad demoliert wurde.

Segler Sven Reiger lag vor den letzten zwei Wettfahrten auf dem neunten Zwischenrang, die Medaillen waren außer Reichweite.

Leichtathlet Günther Matzinger hingegen erfüllte die Erwartungen bei seinem Erstauftritt voll und ganz: In 49,90 Sekunden erreichte der 29-Jährige über 400 Meter die drittbeste Zeit aller Vorläufe in der Klasse T 47, am Samstagabend (22.55 Uhr MESZ) wird die Entscheidung live in ORF Sport Plus übertragen.

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