Virale Videos: Olympia-Medaillen zerfallen in Einzelteile

Gold, Silber und Bronze bei den Winterspielen 2026
Videos in den sozialen Medien zeigen, wie Olympia-Medaillen reihenweise in ihre Einzelteile zerfallen: Nun wurde die Ursache gefunden.

Bei Siegesfeiern kann schon mal etwas kaputtgehen, die Medaillen sollten es aber nicht sein. Die Vorfälle häufen sich, dass das von Athletinnen und Athleten bei den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina gewonnene Edelmetall den Belastungen des Herumhüpfens nicht standhält. 

In einigen Fällen löste sich der Stift, der die Medaille und das Band zusammenhält. Beim Aufprall auf den Boden entstehen Dellen und beim Wieder-Zusammenbasteln Kratzer an Gold, Silber und Bronze.

Olympia-Medaillen überstehen Jubel nicht

Erfahrungen mit heruntergefallenen Medaillen haben u.a. US-Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson, die schwedische Langläuferin Ebba Andersson (Silber), US-Eiskunstläuferin Alysa Liu (Gold), der deutsche Biathlet Justus Strelow (Bronze), aber auch Österreichs Snowboarderin Sabine Payer mit ihrer Silbernen gemacht.

Payers Schmuckstück überstand die Landung unbeschadet. Laut ihrem Ehemann Alexander Payer konnte das Problem rasch selbst behoben werden.

In Einzelteile zerfallen

Auch die Eisschnellläuferin Jutta Leerdam hatte offenbar dasselbe Problem. Auf einem Tiktok-Video hält sie zunächst freudig ihre Medaille in die Kamera, ehe sie plötzlich ausruft: "Ich habe sie kaputt gemacht." 

Auslösemechanismus oder Gewicht schuld?

Andrea Francisi vom Organisationskomitee erklärte auf einer Pressekonferenz, dass man die Bilder gesehen habe und sich damit beschäftige. Es heißt, dass ein gesetzlicher Auslösemechanismus verhindern soll, dass Trägerin oder Träger gewürgt werden, wenn an dem Band gezogen wird. Gemutmaßt wird auch, dass die Medaillen schlicht zu schwer für das Band sind.

Wie schwer sind die Medaillen und woraus bestehen sie?

Die Medaillen haben einen Durchmesser von 80 mm und sind 10 mm dick. Sie wiegen zwischen 420 und 506 Gramm. Jene für die Olympiasieger bestehen hauptsächlich aus Silber und sind mit Gold überzogen. Die Bronzemedaillen sind aus Kupfer gefertigt.

Ursache für Medaillen-Problematik gefunden

Die Ursache für die Medaillen-Pannen bei den Olympischen Winterspielen ist nach Angaben der Organisatoren gefunden. "Wir haben uns sofort zielgerichtet darum gekümmert, es gibt eine Lösung. Jetzt wird es Maßnahmen geben", sagte ein Sprecher des Organisationskomitees, ohne Details zu nennen. Alle Sportlerinnen und Sportler, die Probleme mit ihren Medaillen haben, seien eingeladen, diese zur Reparatur einzureichen. "Wir fühlen uns verpflichtet, dass die Medaillen die höchsten Qualitätsstandards erfüllen", sagte der Sprecher.

Wer stellt die Medaillen her?

Die Organisatoren verwiesen auf die Zuständigkeit der Staatlichen Münzprägeanstalt Italiens, von der die Medaillen hergestellt werden. Skirennfahrerin Johnson hat bereits eine Ersatzmedaille erhalten, die aber noch graviert werden muss. 

Abfahrtsolympiasiegerin tauscht Goldmedaille um 

Die defekte Medaille habe sie aber nicht behalten dürfen, ließ die 30-Jährige wissen. "Sie mögen es nicht, wenn du mehrere davon hast", sagte Johnson lachend vor dem Start der Team-Kombination in Cortina d'Ampezzo. 

Biathlet Strelow wollte seine beschädigte Bronzemedaille aus der Mixed-Staffel dagegen wohl nicht eintauschen. "So ein Kratzer, das sind ja auch Erinnerungen. Das kann man dann später mal erzählen, wann und warum das passiert ist, das ist eigentlich eine schöne Story", sagte sein Teamkollege Philipp Horn.

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