Sport
12.07.2018

Österreich-Tour: Schrecksekunde vor dem großen Fest

Die sechste Etappe geriet zur Raserei. Der Niederösterreicher Pernsteiner bleibt Zweiter.

Riccardo Zoidl hatte da so eine Vorahnung: Es mögen doch bitte nicht „ein paar Teams auf blöde Ideen kommen“, sagte der Österreich-Rundfahrt-Sieger des Jahres 2013 am Mittwoch im kalten und neblig-verregneten Ziel der fünften Etappe am Fuscher Törl. Denn dann könnte es ein höchst stressiger Donnerstag werden auf dem Weg von Knittelfeld nach Wenigzell, und der Kurs durchs oststeirische Joglland mit seinen steilen Anstiegen und Abfahrten ist auch so schon anspruchsvoll genug.

Und was passierte? Es kamen natürlich ein paar Teams auf blöde Ideen, und es wurde in die Pedale getreten, was das Zeug hielt: Nach der ersten Stunde waren bereits 51,4 Kilometer absolviert, es formierte sich eine 25-köpfige Spitzengruppe im Anstieg zum Schanzsattel, und an der Bergwertung war die Gruppe bereits zu einem Spitzenduo aus dem Slowenen Matej Mohoric (Bahrain-Merida) und dem Kasachen Alexej Luzenko ( Astana) geschrumpft.

Hermann Pernsteiner genoss ein Heimspiel, eine große Abordnung hatte sich aus Kirchschlag in der Buckligen Welt nach Wenigzell begeben, um den 27-Jährigen von Bahrain-Merida zu unterstützen. Und Hilfe tat auch Not, denn kurzzeitig hatte sich der Spanier Ángel Ruiz Madrazo an die Spitze des Gesamtklassements gesetzt.

Nun wurde im Hauptfeld mit den Favoriten der Ernst der Lage erkannt und beschleunigt, und am Ende der 176,9 Kilometer langen Etappe siegte Luzenko vor Mohoric, Hermann Pernsteiner bleibt Gesamtzweiter hinter dem Belgier Ben Hermans. Riccardo Zoidl konnte mit einem Antritt auf den letzten zwei Kilometern zwei Sekunden gutmachen und bleibt Siebenter.

Publikumsmagnet

Ehe die Ö-Tour 2018 am Samstag auf die Zielgerade in Wels einbiegt, haben die Fahrer am Freitag noch ein Rundstreckenrennen im Mostviertel vor sich: Gleich fünf Mal wird nach dem Start in Waidhofen an der Ybbs (12 Uhr) der Sonntagberg erklommen, der sich in den letzten Jahren zu einem Fanmagneten entwickelt hat. Hermann Pernsteiner und Riccardo Zoidl sind sich einig: „Da gibt’s nur Hopp oder Tropp“ (Zoidl) und „alles oder nichts“ (Pernsteiner).

Der Großteil des 3,6 Kilometer langen und bis zu 14 Prozent steilen Anstiegs ist nämlich vom Zielbereich aus einzusehen, und so wird die Kür des Gesamtsiegers definitiv ein Spektakel werden. Zur Anreise wird die L6198 Rotte Baichberg empfohlen.