Vielfalt in Spielberg: Vier Klassen starten in dem 4-Stunden-Rennen

© /Philip Platzer

Motorsport
07/09/2015

Von Spielberg nach Le Mans

Am Wochenende gastiert die European Le Mans Series auf dem Red Bull Ring.

von Florian Plavec

Es ist mehr als nur ein Hauch von Le Mans, der am Wochenende über die Rennstrecke von Spielberg wehen wird. Die European Le Mans Series (ELMS) ist auf dem Red Bull Ring zu Gast.

Was ist das überhaupt?

"Die ELMS ist die Vorstufe zur WEC (World Endurance Championship)", sagt Gerard Neveu. Der Franzose ist das Pendant zu Bernie Ecclestone in der ELMS, nämlich der Chef der Rennserie. "Die Hälfte aller Fahrer, die man in Spielberg fahren sieht, starten auch bei den 24 Stunden von Le Mans." Die Serie ist ein Sprungbrett zu den großen Langstreckenklassikern. So ist Christian Klien im Vorjahr noch in der ELMS gefahren, heuer ist er ganz oben.

Dauert das Rennen in Spielberg 24 Stunden?

Nein. Das Rennen wird am Sonntag um 13.30 Uhr gestartet und geht über 240 Minuten, also vier Stunden.

Mit welchen Autos wird gefahren?

"Das Reglement ist ziemlich offen", sagt Neveu. "So treten unterschiedliche Systeme in einem Rennen gegeneinander an, etwa Turbomotoren gegen Saugmotoren. Oder geschlossene Autos gegen offene." Unterschieden wird zwischen vier Klassen:

LMP2 (blaue Startnummer): Der "Le Mans Prototype 2" ist sehr ähnlich den Top-Fahrzeugen LMP1. Das Minimalgewicht liegt bei 900 kg, die Leistung bei mehr als 500 PS. Zum Vergleich: Die LMP1-Autos in Le Mans leisten bereits mehr als 1000 PS.

LMP3 (violett): Eine Kategorie unter LMP2, einheitlicher 420-PS-Nissan-Motor.

LMGTE (orange): Basieren auf einem Straßenfahrzeug. Minimalgewicht 1245 kg. 5-Liter-Motoren oder 3,2-Liter Turbo-Motoren.

GTC (weiß): Sehr nahe am Straßenfahrzeug. Vor allem für Amateur-Piloten. "Mit einem Jahresbudget von 500.000 Euro ist man in der GTC-Klasse schon dabei", sagt Gerard Neveu.

Ist auch ein Österreicher am Start?

Ja, aber leider nur einer. Richard Lietz startet in der LMGTE-Klasse im Porsche 911 für Proton Competition. "Schade, dass wir nicht mehr Langstreckenfahrer in Österreich haben", sagt Lietz. "Das Niveau der Fahrer ist in diesem Bewerb sehr hoch. Und die Rennen sind spektakulär, da die Piloten in ihren Klassen mit sehr ähnlichem Material unterwegs sind." Sein Ziel? "Ich hoffe auf das Podest."

Weshalb lohnt sich der Besuch an der Strecke?

"Das Flair macht’s aus", sagt Neveu. "Wir sind wirklich wie eine Familie. Die Fans kommen ganz nahe dran an die Fahrer, auch ins Paddock." Die Stimmung an der Strecke ist entspannt, die Zuschauer können sich frei über das gesamte Gelände bewegen.

Was kostet der Spaß?

Der Eintritt ist am gesamten Wochenende frei. „Wenn man bei einem anderen Rennen 200 Euro für eine Karte zahlt, bleibt man bis zum Ende, auch wenn es fad ist", sagt Neveu. "Bei uns ist alles gratis und wer will, kann gerne früher nach Hause gehen. Ich verspreche aber: Das wird kaum jemand tun.“

Infos: www.europeanlemansseries.com

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