Valentino Rossi legt sich in die Kurve.

© REUTERS/MAX ROSSI

Motorrad
09/14/2014

Valentino Rossi triumphiert in Misano

"The Doctor" Valentino Rossi gewann in Misano und machte 54.543 Fans glücklich.

von Florian Plavec

Auf dem Cappuccino ist mit Schokopulver SEINE Nummer 46 gemalt, das Restaurant verkauft die Pizza unter SEINEM Namen. 54.543 Zuschauer sind an die Rennstrecke in Misano gepilgert, um IHN zu sehen. Valentino Rossi.

Kein anderer Rennfahrer hat so viele Fans wie der 35-jährige Italiener. Von den Tifosi verehrt wie ein Halbgott, darf man den neunfachen Weltmeister getrost als als lebende Legende bezeichnen.

Euphorie

Am Ende machte ER alle glücklich, es brachen alle Dämme, der Zaun wurde überklettert, die Strecke gestürmt. Rossi gewann erstmals seit 15 Monaten wieder einen Grand Prix, erstmals seit 2009 wieder ein Rennen in seiner Heimat.

Dennoch war es ein Sieg, der sich abgezeichnet hatte. Die Yamahas hatten gegenüber Konkurrent Honda aufgeholt, Rossi war vor dem Start konzentriert wie nie zuvor. Umringt von einer Horde Betreuer, Journalisten und Promis ließ der Superstar niemand an sich heran, fast meditierend hockte er neben seiner Maschine.

Hochkonzentriert ging Rossi auch im Rennen ans Werk. Nach vier Runden übernahm er die Führung von seinem Teamkollegen Jorge Lorenzo. Cool blieb er auch, als ihn Wunderkind Marc Márquez attackierte. Jener Spanier, der die Königsklasse seit fast zwei Jahren dominiert und gewann, was es zu gewinnen gab. Doch diesmal trieb Rossi den 13 Jahre jüngeren Konkurrenten in einen Fehler, Márquez stürzte und fiel weit zurück. Der Weg war frei für Rossis souveräne Solofahrt zum 107. Grand-Prix-Sieg, 18 Jahre nach seinem ersten Erfolg im Jahr 1996.

Die emotionale Ehrenrunde wurde zum Triumphzug, Fans in Rossi-Gelb knieten vor der Maschine nieder, mehrmals blieb Rossi stehen und feierte mit den Streckenposten. Einige von ihnen kennt er seit vielen Jahren, Rossi ist im nur 26 Kilometer entfernten Urbino an der Adria aufgewachsen. Die Universität seiner Heimatstadt hat ihm vor einigen Jahren den Ehrendoktrotitel für Kommunikation verliehen.

"Es war ein großer Kampf gegen Jorge und Márquez", sagte Rossi. "Ich habe gewusst, das wird mein Tag. Die Yamaha funktioniert, die Strecke liebe ich. Großartig." Endlich wieder setzte er sich im Duell der Generationen durch. Die größte Freude machte er aber seinen Fans mit der Ankündigung: "Ich kann bis 40 fahren."

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.