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Sport Motorsport
12/05/2011

Schumi wünscht Vettel frühen Titelgewinn

Der Rekordmeister glaubt, dass eine möglichst frühe WM-Entscheidung für seinen jungen Kollegen befreiend wäre.

Sie als die engsten Freunde darzustellen, wäre übertrieben. Wenngleich sich Michael Schumacher mittlerweile sehr gerne mit Sebastian Vettel umgibt. Der Rekordchampion war definitiv eines der großen Vorbilder des aktuellen WM-Dominators. Das Verhältnis der beiden einzigen deutschen Formel-1-Weltmeister ist ein ausgesprochen gutes. Daher wünschte Schumacher Vettel in Singapur auch einen möglichst frühen Titelgewinn.

"Je früher, desto besser ist es für ihn", erklärte Schumacher. "So lange noch theoretisch die Möglichkeit besteht, dass dir der Titel abhandenkommt, bist du fokussiert und willst es lieber früher als später umsetzen." Erst danach sei man befreiter. Der 42-Jährige kennt derartige Situationen, an seinen schnellsten Titelgewinn kommt Vettel nicht mehr heran. Schumacher war 2002 bereits nach elf von 17 Rennen im Juli als Weltmeister festgestanden.

Auch an Vettels zweitem Titel gibt es keine Zweifel mehr. Er ist nur noch eine Frage des Wann. "Es gibt einen Punkt, an dem es praktisch unmöglich ist, die WM noch zu verlieren. Das ist bei Sebastian jetzt der Fall, das weiß er auch", versicherte Schumacher. Der WM-Leader werde keine unnötigen Risiken eingehen. "Da sind wir gleich gepolt", meinte Schumacher, der Vettel schon in dessen Teenager-Tagen im Kartsport kennengelernt hatte.

Akribisch

18 Jahre trennen den beiden Champions, doch es verbindet sie vieles - unter anderem die Akribie in der Arbeit mit den Ingenieuren. "Ich habe ihm all die guten Dinge gelernt", scherzte Schumacher, der von 2000 bis 2004 fünf WM-Titel in Serie für Ferrari geholt hatte. Eine ähnliche Dominanz sei für Vettel und Red Bull zwar möglich. "Es wird aber nicht für immer so bleiben", meinte Schumacher. "Ferrari und speziell McLaren holen schnell auf."

Und Schumacher selbst hat Ambitionen, 2012 im dritten Jahr seines Mercedes-Vertrages etwas mehr an der Spitze mitzureden als in den ersten beiden Saisonen nach seinem Comeback. "Es wird interessant zu sehen, wie lange sich Red Bull vorne halten kann. Es ist natürlich, dass es sich für einige Zeit lohnt, eine so stabile Organisation aufzubauen", betonte der siebenfache Weltmeister. "Ich respektiere ihre Resultate, denn ich weiß, was dahintersteckt."

Die konsequente Aufbauarbeit seit der Übernahme von Jaguar Ende 2004 hat mit Vettels Erfolgslauf ihren vorläufigen Höhepunkt erfahren. "Es macht mich stolz, was er erreicht hat", erklärte Schumacher. "In manchen Dingen war ich ihm sicher ein Vorbild." Etwa darin, die Augen vor der Konkurrenz nicht zu verschließen. "Wir schauen auch auf andere, denn es gibt immer Raum für Verbesserungen", erinnerte der 91-fache Grand-Prix-Sieger.

Vettel hat bisher 18 Triumphe auf dem Konto, ist aber erst 24 Jahre alt. Mit diesem Alter hatte Ausnahmekönner Schumacher in Estoril gerade einmal sein zweites Rennen gewonnen. Doppelweltmeister war er mit 26. "Der zweite Titel ist proportionell schwieriger, denn alle sind vor dir gewarnt", meinte Schumacher. "Jeder versucht, dort hinzukommen. Dort hinzukommen und vor allem zu bleiben, ist aber mit einem sehr hohen Aufwand verbunden."

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