Sport | Motorsport
15.09.2017

Plötzliche Rückkehr des Champions Rosberg

Der zurückgetretene Weltmeister begleitet den Polen Robert Kubica auf seinem Weg zurück in die Formel 1.

Am 3. Dezember 2016 hatte Nico Rosberg genug. Genug vom Stress, genug von seinem Teamkollegen, genug von der Formel 1. Nie wieder werde er ein Formel-1-Rennen bestreiten, sagte er damals in Wien am Höhepunkt seiner Karriere, als neuer Weltmeister. Ein Comeback in der Formel 1 schloss er damals "definitiv" aus.

Nun ist Nico Rosberg zurück in der Formel 1. Allerdings nicht als Fahrer, sondern hinter den Kulissen. Der 32-jährige Deutsche übernimmt das Management von Robert Kubica, gemeinsam mit dessen Langzeit-Berater Alunni Bravi. Der Pole Kubica, ebenfalls 32, möchte den Weg zurück in die Formel 1 schaffen.

" Robert und Lewis Hamilton waren die schnellsten Gegner in meiner Karriere", lässt Rosberg ausrichten. "Daher finde ich es jetzt sehr spannend, dass ich Robert bei seiner Reise zurück in die Formel 1 unterstützen kann."

Im BMW-Sauber wurde Kubica 2008 Vierter in der WM, bis 2010 fuhr er in der Formel 1. Am 6. Februar 2011 geschah das Unglück, Kubica verletzte sich bei einem Rallye-Unfall so schwer, dass beinahe die rechte Hand amputiert werden musste. Die Karriere schien vorbei. Doch der Pole kämpfte: Anfang August testete er einen F1-Renault. 2018 soll nun der nächste Schritt folgen. "Es ist fantastisch, dass ich mit Nico arbeiten kann", sagte Kubica. "Wir kennen uns ewig."

Doch was spricht für ein Comeback für Robert Kubica? Und welche Faktoren sprechen dagegen?

Dafür:

Sein Grundspeed

Tatsächlich gehörte Robert Kubica zu den Schnellsten. "Er ist ein Naturtalent, wie es in diesem Sport nicht viele gibt", sagt Nico Rosberg. Fernando Alonso wollte ihn schon zu Ferrari lotsen, dann kam der Unfall ...

Seine Fans

Die Polen sind verrückt nach Robert Kubica. Neben Max Verstappen und Fernando Alonso hat er die meisten Fans in der Formel 1. Mit Kubica würde der Zuschauerschnitt bei einigen Rennen steigen.

Seine Berater

Nico Rosberg wird seine Kontakte spielen lassen. Zudem wird Robert Kubica auch Zugriff auf Rosbergs Medienberater Georg Nolte haben. Der Deutsche gilt als Experte in der Fahrervermarktung und im Bereich Social Media.

Dagegen:

Sein Alter

Kubica ist 32 und somit in einem Alter, in dem andere Formel-1-Fahrer schon an Rücktritt denken – siehe Rosberg.

Seine Verletzung

Beim Unfall wurden Sehnen an Kubicas Arm durchtrennt, noch immer hat er Probleme, noch immer fehlt ihm Kraft. Beim Formel-1-Test in Ungarn musste das Lenkrad umgebaut werden, damit er alle Regler und Knöpfe bedienen kann.

Der Fahrermarkt

Kubica war ein Kandidat für Renault, doch die Franzosen entschieden sich für den Spanier Carlos Sainz. Bleibt als Option noch Williams. Doch dort sitzt Felipe Massa (noch) fest im Cockpit. Andererseits: Nico Rosberg fuhr 2006 bis 2009 für Williams und hat immer noch beste Kontakte.