Sergio Marchionne (Bild) soll der Nachfolger von Luca di Montezemolo werden.

┬ę REUTERS/REBECCA COOK

Formel 1
09/09/2014

Medien: Bei Ferrari bahnt sich eine Revolution an

Fiat-Boss Sergio Marchionne soll laut italienischen Medien Luca di Montezemolo an der Ferrari-Spitze ersetzen.

Nach 23 Jahren unter der Regie von Luca Cordero di Montezemolo scheint sich bei Ferrari eine Revolution anzubahnen. Sergio Marchionne, Chef des Ferrari-Mutterkonzerns Fiat Chrysler, will bei der am Donnerstag geplanten Aufsichtsratssitzung des Sportwagenherstellers ank├╝ndigen, dass er selber das Ruder des Konzerns ├╝bernehmen werde, berichteten italienische Medien.

An seiner Seite soll Ferraris Gesch├Ąftsf├╝hrer, Amedeo Felisa, das Unternehmen aus Maranello weiterleiten. Ein US-amerikanischer Manager von Chrysler, den Marchionne noch w├Ąhlen muss, soll als drittes Mitglied des Triumvirats Ferrari leiten, hei├čt es in Maranello.

Abschied

Meinungsverschiedenheiten ├╝ber Ferraris Zukunft im Rahmen des globalen Fiat-Chrysler-Konzerns und Marchionnes Unmut wegen der entt├Ąuschenden Leistungen der "Scuderia" in der Formel 1 sollen den Abschied von Montezemolo beschleunigen, der seit 1991 als Alleinherrscher in Maranello regiert. K├╝rzlich hatte der 67-j├Ąhrige Montezemolo vor der Gefahr gewarnt, dass Ferrari im Zuge der Fusion Fiats mit Chrysler "amerikanisch" werde.

Dabei hatte der Ferrari-Boss erst im Fr├╝hjahr seinen Vertrag um drei Jahre verl├Ąngert. Die wirtschaftlichen Ergebnisse Montezemolos als Unternehmer seien sehr gut, urteilte Marchionne, aber im Fall von Ferrari m├╝sse man auch die sportlichen Ergebnisse ber├╝cksichtigen. "Seit sechs Jahren gewinnen wir nicht mehr", klagte er.

Ger├╝chten zufolge soll auf den 67-j├Ąhrigen Montezemolo, der vor gut einer Dekade gemeinsam mit Michael Schumacher f├╝r die erfolgreichste ├ära der Ferrari-Geschichte sorgte, eine neue Rolle als Sanierer der verschuldeten Airline Alitalia zukommen, die nach dem Einstieg der arabischen Airline Etihad auf eine bessere Zukunft hofft.

W├Ąhrend Ferraris Leistungen in der Formel 1 durchaus entt├Ąuschen, rechnet der Sportwagenhersteller Ende 2014 mit einem weiteren Rekordjahr was Umsatz und Zahl der abgesetzten Autos betrifft. Das Unternehmen meldete im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 1,35 Mrd. Euro. Das Ebit stieg um 9 Mio. auf 185 Mio. Euro.

2014 will Ferrari die Produktion unter 7.000 Boliden halten. Damit soll die Exklusivit├Ąt der Marke bewahrt werden. Vor wenigen Monaten wurde eine auf Vermarktung spezialisierte Ferrari-Tochter gegr├╝ndet. Die Gesellschaft "Ferrari Brand" mit Sitz in Maranello soll in diesem Jahr einen Umsatz von rund 100 Mio. Euro generieren.

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