Sport | Motorsport
24.12.2011

Jänner-Rallye: "25.000 Euro nur für Reifen"

Raimund Baumschlager gibt auch 2012 bei der Jänner-Rallye Gas. Der große Favorit ist aber Juho Hänninen aus Finnland.

Mit acht Staatsmeistertiteln in Folge hat er einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt. Raimund Baumschlager könnte sich mit seinen 52 Jahren beruhigt als aktiver Rallyefahrer zurückziehen. Macht er aber nicht. "Mir macht es nach wie vor Spaß, Gas zu geben", sagt der Motorsport-Haudegen.

Kein Wunder, dass er auch bei der 29. Auflage der Jänner-Rallye im Raum Freistadt von 5. bis 7. Jänner 2012 selbst am Steuer sitzt. Dreimal (2004, 2005, 2006) hat er das winterliche Drift-Spektakel schon gewonnen. Und diesmal? "Es wird schwer. Ich werde nicht jünger, außerdem ist die Konkurrenz echt hart", so Baumschlager.

Da wäre zum Beispiel der Finne Juho Hänninen. "Der kann sogar einen mehrmaligen Weltmeister wie Sebastian Loeb fordern." Insgesamt 115 Teilnehmer aus zehn Nationen werden im Mühlviertel an den Start gehen.

18 Prüfungen

Die Fahrer müssen 18 Sonderprüfungen mit einer Gesamtlänge von 846 Kilometer absolvieren.

Wer um den Gesamtsieg mitfahren will, muss auch ordentlich Geld in die Hand nehmen. "Ich brauche allein Reifen um 25.000 Euro", betont Baumschlager, der mit Klaus Wicha als Beifahrer antreten wird. "Er ist ein alter Bekannter. Mit ihm habe ich 1993 meine erste Meisterschaft gewonnen." Sein bisheriger Co-Pilot Thomas Zeltner ist beruflich überlastet und hat sich aus dem Rallyesport zurückgezogen.

Die Jänner-Rallye, die 2012 zur EM zählt, ist Österreichs größte Motorsport-Veranstaltung. 120.000 Fans werden bei diesem PS-Klassiker live vor Ort sein. Im Mühlviertel darf man sich die Hände reiben: "Die Rallye ist ein gewaltiger wirtschaftlicher Turbo. 3,5 Millionen Euro werden in der Region bleiben", sagt Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl.

Die Veranstalter rechnen mit 7000 Nächtigungen. „Bei uns sind alle Betten ausgebucht, wir müssen nach Linz ausweichen“, so Organisationschef Ferdinand Staber, der auf 1700 Helfer zurückgreifen kann.

Großgeschrieben wird bei der Rallye im Mühlviertel das Thema Sicherheit. 900 Personen kümmern sich um das Wohlergehen von Zuschauern und Fahrern. "Wir haben jedes Auto mit einem Tracking-System ausgerüstet. So überwachen wir ständig, wo sich das Fahrzeug gerade befindet. Bei eventuellen Problemen können wir sofort eingreifen", erklärt Sicherheitsboss Peter Schöller.

Preisgeld

Insgesamt zwölf Mühlviertler Gemeinden beteiligen sich an der Jänner-Rallye 2012. Den Hauptteil der Einnahmen machen Eintrittsgelder, VIP-Tickets und das Merchandising aus.

"Nur 15 bis 20 Prozent unseres Budgets wird von Sponsoren abgedeckt", erklärt Staber, der ein Preisgeld von 55.000 Euro auszahlen wird.

Weiterführende Links