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Sport Motorsport
05/14/2020

Für Vettel wird es eng - Ricciardo bekommt das McLaren-Cockpit

Der Australier ersetzt Carlos Sainz Jr., der zu Ferrari wechselt. Dem vierfachen Weltmeister Vettel gehen die Optionen aus.

von Florian Plavec

Daniel Ricciardo darf wieder grinsen. Nach einer bisher enttäuschenden Zusammenarbeit mit Renault (WM-Platz 9) wird der Australier seinen Vertrag am Ende dieser Saison nicht verlängern und zu McLaren wechseln. Das Team bestätigte in einer Aussendung am Donnerstagvormittag, dass der 30-Jährige einen "mehrjährigen Vertrag" unterschrieben habe.

"Daniel ist ein Siegertyp und seine Erfahrung und sein Ehrgeiz werden dazu beitragen, McLaren wieder an die Spitze zu bringen", sagte der deutsche Teamchef Andreas Seidl. "Mit unseren beiden Fahrern wird das Team weiter wachsen."

Dass sich Ricciardo bei McLaren größere Chancen als bei Renault ausrechnet, liegt auf der Hand. Ab 2021 wird das Team mit Motoren von Mercedes ausgestattet.

Sainz fix bei Ferrari

Das Cockpit wurde frei, da Carlos Sainz jr. zum Ferrari-Nachfolger von Sebastian Vettel erkoren wurde. Auch dies wurde am Donnerstag offiziell bekanntgegeben. Sainz wird zumindest in den Saisonen 2021 und 2022 für die Scuderia starten.

Den zweiten McLaren wird weiterhin Lando Norris (ENG) steuern.

Alonso vor Rückkehr?

Als Nachfolger für Ricciardo bei Renault hat sich ein alter Bekannter ins Spiel gebracht. Der zweifache Weltmeister Fernando Alonso soll Interesse bekundet haben. Der 38-jährige Spanier fuhr 2018 seine bisher letzte Formel-1-Saison.

Noch am Mittwoch hatten einige deutsche Medien verkündet, dass Vettel zu McLaren gehen wird, da er mit Teamchef Andreas Seidl eng verbunden ist. Diese Spekulationen erwiesen sich nur einen Tag danach als falsch.

Dem Deutschen gehen nun die Optionen aus. Die Chancen auf eine Fortsetzung seiner Karriere werden immer geringer. Eine Möglichkeit wäre Mercedes. Doch dafür müssten die Silberpfeile Valtteri Bottas feuern und hätten dann mit Hamilton und Vettel zwei echte Nummer-1-Fahrer im Team. Dies hätte wohl mehr Nachteile als Vorteile.

Ein (vorläufiger) Rücktritt Vettels am Ende des Jahres wird somit immer wahrscheinlicher.