Hamilton schnappte sich in Spielberg die Pole.

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Formel 1
06/20/2015

Hamilton fährt in Spielberg auf die Pole

Beide Mercedes-Piloten rutschen in der Schlussrunde des Qualifyings aus und landen im Kiesbett.

von Christina Pertl, Florian Plavec

Rund eine Autostunde trennen Spielberg und Graz. Die Nachricht von der Amokfahrt in der steirischen Landeshauptstadt verbreitete sich auch im Formel-1-Lager in Windeseile. Betroffenheit machte sich breit. „Das wirft einen Schatten über ganz Österreich“, sagte Helmut Marko, selbst gebürtiger Grazer. Ein Änderung des Programms in Spielberg, wo am Sonntag der achte Grand Prix der Saison stattfindet (14 Uhr) war aber kein Thema.

Wie geplant fand am Samstag das Qualifying statt. Das Ergebnis liest sich unspektakulär: Lewis Hamilton wird vor Nico Rosberg das Rennen in Österreich eröffnen. Dabei sorgten gerade die beiden Mercedes-Piloten für einen ungewöhnlichen Abschluss des Qualifyings. Beide WM-Leader hatten ihre Boliden in der letzten Runde unplanmäßig im Kiesbett abgestellt. Hamilton und Rosberg waren aber bereits zuvor wieder einmal unangefochten die Schnellsten gewesen.

„Das hab’ ich ja überhaupt noch nie gesehen“, sagte Niki Lauda. „Die beiden haben es etwas übertrieben“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende von Mercedes. „Aber unser Vorsprung ist gut, wenn man bedenkt, wie kurz die Strecke ist. Für das Rennen schaut das nicht schlecht aus.“

Zum siebenten Mal wird Hamilton im achten Saisonrennen von ganz vorne starten. Mit seiner 45. Pole Position zog der amtierende Weltmeister außerdem mit Sebastian Vettel gleich. Nur noch Michael Schumacher (68) und Ayrton Senna (65) eröffneten öfter einen Grand Prix. Vettel war als Dritter wieder einmal der schnellste Nicht-Mercedes-Pilot.

Selbstkritik & Rekordstrafen

„Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Es ist eins und zwei“, sagte Toto Wolff über die Ausritte seiner Schützlinge. Der WM-Führende Lewis Hamilton zeigte sich selbstkritisch: „Die Bedingungen auf der Strecke waren schwer. Es ist großartig, dass ich die eine schnelle Runde zusammengebracht habe. Dann habe ich noch mehr gepusht und einfach die Räder blockiert. Ich habe schon gedacht, dass ich es verloren habe.“ Sein deutscher Verfolger wirkte frustriert: „Ich wusste, dass ich noch ein paar Hundertstel rausholen muss und habe es einfach übertrieben“, sagte Rosberg.

Am anderen Ende des Starterfeldes finden sich die Boliden von McLaren-Honda, für die das Rennen schon vorbei ist, bevor es überhaupt angefangen hat. Wegen getauschter Antriebseinheiten wurde Fernando Alonso um 20, Jenson Button um 25 Startplätze rückversetzt. Bei einem Starterfeld von nur 20 Autos bedeutet das für beide eine zusätzliche Durchfahrtsstrafe.

Startaufstellung:
1. Lewis Hamilton GBR Mercedes
2. Nico Rosberg GER Mercedes
3. Sebastian Vettel GER Ferrari
4. Felipe Massa BRA Williams
5. Nico Hülkenberg GER Force India
6. Valtteri Bottas FIN Williams
7. Max Verstappen NED Toro Rosso
8. Felipe Nasr BRA Sauber
9. Romain Grosjean FRA Lotus
10. Pastor Maldonado VEN Lotus
11. Marcus Ericsson SWE Sauber
12. Carlos Sainz ESP Toro Rosso
13. Sergio Perez MEX Force India
14. Kimi Räikkönen FIN Ferrari
15. Daniil Kwjat RUS Red Bull
16. Roberto Merhi ESP Manor
17. Will Stevens GBR Manor
18. Daniel Ricciardo AUS Red Bull
19. Fernando Alonso ESP McLaren
20. Jenson Button GBR McLaren
Qualifying, Endstand nach Q3:
1. Lewis Hamilton GBR Mercedes 1:08,455
2. Nico Rosberg GER Mercedes 1:08,655
3. Sebastian Vettel GER Ferrari 1:08,810
4. Felipe Massa BRA Williams 1:09,192
5. Nico Hülkenberg GER Force India 1:09,278
6. Valtteri Bottas FIN Williams 1:09,319
7. Max Verstappen NED Toro Rosso 1:09,612
8. Daniil Kwjat * RUS Red Bull 1:09,694
9. Felipe Nasr BRA Sauber 1:09,713
10. Romain Grosjean FRA Lotus keine Zeit
Out nach Q2:
11. Pastor Maldonado VEN Lotus 1:10,374
12. Marcus Ericsson SWE Sauber 1:10,426
13. Carlos Sainz ESP Toro Rosso 1:10,465
14. Daniel Ricciardo * AUS Red Bull 1:10,482
15. Fernando Alonso ** ESP McLaren 1:10,736
Out nach Q1:
16. Sergio Perez MEX Force India 1:12,522
17. Jenson Button ** GBR McLaren 1:12,632
18. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 1:12,867
19. Roberto Merhi ESP Manor 1:14,071
20. Will Stevens GBR Manor 1:15,368

* Rückversetzung um zehn Startplätze
** Rückversetzung um 25 Startplätze