Rosberg fuhr zwei Mal in der Schikane geradeaus. Möglicherweise musste der Mercedes-Mann seinen Teamkollegen passieren lassen.

© APA/EPA/VALDRIN XHEMAJ

Formel 1
09/08/2014

Rosbergs Verbremser sorgen für Spekulationen

Absicht? Nach der Aktion des Deutschen in Monza wurde vermutet, dass Rosberg Hamilton absichtlich vorbei ließ.

von Florian Plavec

Ein Verbremser am Ende der langen Gerade kann passieren. Auch ein zweiter ist auf der schnellsten Formel-1-Strecke der Welt keine große Sache. Sollte man meinen.
Denn für Nico Rosberg könnte sein Fehler zum Problem werden. Der WM-Führende verlor nicht nur den Grand Prix in Monza an seinen Teamkollegen, er büßte im Kampf um den WM-Titel auch sieben Punkte ein – und sorgte mit seiner Aktion nach dem Rennen für Spekulationen.

Der Guardian und motorsport-total.com mutmaßten bald, dass der Deutsche absichtlich die Schikane verpasste und somit Hamilton den Sieg schenkte. Jenem Hamilton, der von Rosberg vor zwei Wochen in Spa aus dem Rennen geworfen wurde. Hat Rosberg gar eine Anweisung seines Teams bekommen, den Engländer vorbeizulassen um den Fauxpas von Spa auszubügeln? "War das ein Zerbrechen oder eine Täuschung?" fragte etwa die englische Daily Mail.
"Wenn mir das Team eine solche Anweisung geben würde, würde ich es tun", sagte Rosberg. "Aber es gibt keinen Grund, weshalb das Team mich bitten würde, die Position zu wechseln." Der Crash von Spa sei sein Fehler gewesen, "das heißt aber nicht, dass wir hier die Positionen der Autos mischen."

Mercedes Motorsportchef Toto Wolff reagierte gegenüber ESPN mit Unverständnis: "Auf eine solche Theorie kann nur ein paranoider Geist kommen", und scherzte: "Wenn es unsere Idee gewesen wäre, dann hätten wir das verdammt gut gemacht." Rosberg sei unter großem Druck gestanden, "da verbremst man sich mal, das gehört dazu." Außerdem hätte Rosberg die Bremsbalance nach vorne verschoben, um die Hinterreifen zu schonen. Diese Angabe bestätigt die Tatsache, dass bei der Aktion die Vorderreifen blockierten.

Skepsis

Der dreifache Formel-1-Weltmeister Sir Jackie Stewart (75) hingegen, kann der Theorie einiges abgewinnen. Zu Rosbergs Fehler sagt er: "Er hätte zumindest versuchen können, um die Kurve zu kommen. Aber er hat es nicht getan. Zuerst dachte ich, das wäre eine weise Entscheidung. Dann fragte ich mich: ,Hallo, was geht hier vor?’"
Rosberg erklärte sein Verhalten so: "Ich hätte die Kurve noch schaffen können, aber dann wäre der Vorderreifen eckig gewesen und ich hätte einen zusätzlichen Boxenstopp gebraucht."
Fakt ist: Hamilton holte seinen 28. Formel-1-Sieg, überholte damit Jackie Stewart und holte in der WM sieben Punkte auf. Rosberg liegt noch 22 Zähler vorne. Ein Sieg ist 25 Punkte wert. Fortsetzung des Duells am 21. September in Singapur.

Der Große Preis von Italien in Bildern:

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