Lewis Hamilton siegte vor Daniel Ricciardo

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Formel 1
05/29/2016

Red Bull verschenkt Ricciardos Sieg

Lewis Hamilton gewinnt den Grand Prix in Monaco.

In der Haut jenes Menschen möchte man nicht stecken, der für den zweiten Boxenstopp von Daniel Ricciardo verantwortlich war. Den Sieg vor Augen fuhr der Australier zum letzten Reifenwechsel, allerdings lagen da keine Reifen bereit. Es dauerte 13,6 Sekunden, die sich anfühlten wie Minuten, bis die richtigen Reifen am Red Bull steckten. Mercedes-Mann Lewis Hamilton nützte den Fauxpas, fuhr vorbei und gewann in Monaco das Rennen mit dem meisten Prestige, der meisten Tradition und den meisten TV-Zuschauern.

Der Sieger

Es war der erste Sieg für Hamilton seit sieben Monaten und der zweite Sieg in Monaco für den regierenden Weltmeister. Das Rennen wurde auf nasser Strecke hinter dem Safety-Car gestartet. Hamilton blieb lange mit den Regenreifen auf der Strecke und kam dann mit nur einem Reifenwechsel aus. „Ich danke Gott, dass das heute so ausgegangen ist und ich danke auch meinem Team für das Auto und für die Strategie“, sagte der 31-Jährige nach seinem insgesamt 44. Sieg. „So ein toller Tag, ich habe so sehr gekämpft. Gratulation an Daniel. Das war ein Kampf der besten Fahrer.“ In der WM liegt Hamilton nur noch 24 Punkte hinter Rosberg, aber „darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht.“

Der Grantige

Daniel Ricciardo ist der Strahlemann der Formel 1. Doch am Sonntag hatte der Australier wirklich nichts zu lachen. „Das war nicht toll, es tut richtig weh.“ Was beim Boxenstopp passiert war? „Ich wurde zum Stopp gerufen, aber da waren keine Reifen.“

Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko konnte sich bei seinem Fahrer nur entschuldigen: „Wir haben dem armen Ricciardo den Sieg vermasselt. Unglaublich, so souverän fahrend, alles kontrollierend und dann passiert das. Das tut mir sehr leid. Es war ein Kommunikationsfehler.“

Der Überraschungsmann

Sergio Pérez nutzte die Gunst der nassen Stunde und schwamm im Chaos mit seinem Force India auf Rang drei. Es war der erste Podestplatz für einen Mexikaner in Monaco, der „extrem glücklich“ war. „Eigentlich habe ich immer alles unter Kontrolle gehabt.“

Der Aufsteiger

Hinter dem enttäuschten Ferrari-Mann Sebastian Vettel („Es war brutal schwer, nur durchdrehende Räder.“) belegte Fernando Alonso Rang fünf und holte das beste Ergebnis für McLaren, seit das Team mit Honda-Motoren fährt. Auch der zweite Pilot Jenson Button kam als Neunter in die Punkteränge.

Der Geschlagene

Die vergangenen drei Rennen hatte Nico Rosberg in Monaco gewonnen. Gestern war der Deutsche in seiner Wahlheimat der große Geschlagene. Mit technischen Problemen kämpfend musste er Hamilton passieren lassen, auf den letzten Metern wurde der WM-Führende noch von Nico Hülkenberg überholt und wurde nur Siebenter. „Ich habe mich gefühlt wie auf rohen Eiern. Wir müssen kucken, was man da lernen kann.“

Eine Erklärung für die schwache Performance hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Wir haben Bremskanäle zugeklebt, damit nicht so viel Wasser in die Bremsen kommt. Doch dadurch sind die Bremsen nicht warm geworden.“ Noch viel mehr beschäftigte den Wiener aber, „dass uns offensichtlich die Pace gefehlt hat.“

Die Übermütigen

Dass die Strecke in Monaco keine Fehler verzeiht, wissen nun unter anderem auch Max Verstappen („Ein Crash, das ist nicht gut.“) , Kimi Räikkönen und Daniil Kwjat. Ihre Fahrten endeten in den Leitplanken.

Endstand
1. Lewis Hamilton GBR Mercedes 1 *
2. Daniel Ricciardo AUS Red Bull + 7,2 2 *
3. Sergio Perez MEX Force India 13,8 2 *
4. Sebastian Vettel GER Ferrari 15,8 2 *
5. Fernando Alonso ESP McLaren 1:25,0 2 *
6. Nico Hülkenberg GER Force India 1:32,9 2 *
7. Nico Rosberg GER Mercedes 1:33,2 2 *
8. Carlos Sainz ESP Toro Rosso 1 Runde 2 *
9. Jenson Button GBR McLaren 1 Runde 2 *
10. Felipe Massa BRA Williams 1 Runde 2 *

* Boxenstopps

Out: Jolyon Palmer (GBR/Renault), Kimi Räikkönen (FIN/Ferrari), Daniil Kwjat (RUS/Toro Rosso), Kevin Magnussen (DEN/Renault), Max Verstappen (NED/Red Bull), Felipe Nasr (BRA/Sauber), Marcus Ericsson (SWE/Sauber)

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