Fahrerpaarung: Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat

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Formel 1
12/04/2015

Red Bull auch 2016 mit Renault-Motor

Das Aggregat wird von Renault geliefert und von Ilmor weiterentwickelt.

Der österreichisch-englische Formel-1-Rennstall Red Bull hat am Freitag seinen neuen Motorenpartner bekanntgegeben. Das ehemalige Weltmeister-Team wird in der kommenden Saison mit einem Antrieb an den Start gehen, der den Namen "TAG Heuer power unit" trägt. Das Aggregat wird weiter von Renault geliefert, aber von Ilmor weiterentwickelt. Der Uhrenhersteller hat sich die Namensrechte gesichert.

Der Bolide f√ľr 2016 wird den Namen Red Bull Racing-TAG Heuer RB12 tragen. Laut Aussendung von Red Bull wird es mit dem Schweizer Uhrenhersteller, der bis zuletzt gleich 30 Jahre lang Sponsor von McLaren war, eine mehrj√§hrige Partnerschaft geben. Die Triebwerke werden trotz der Querelen in diesem Jahr, als sich Red Bull aus √Ąrger √ľber den schw√§chelnden Antrieb mit dem franz√∂sischen Motorenhersteller √ľberworfen hatte, vorerst weiter von Renault geliefert. Es steht also nicht drauf, was im Red Bull drinnen ist.

Ohne Alternativen

Dem Rennstall von Milliard√§r Dietrich Mateschitz, - von 2010 bis 2013 viermal sowohl Konstrukteurs- und Fahrer-Weltmeister (mit Sebastian Vettel/GER) -, waren in den vergangenen Monaten die Alternativen weggefallen. Der Renault-Motor wird nun vom Schweizer Mario Illien, dem Mitbegr√ľnder der Motorenschmiede Ilmor, mit Upgrades versehen. Illien hatte sich in der Formel 1 als Lieferant der Weltmeister-Triebwerke f√ľr McLaren-Mercedes-Pilot Mika H√§kkinen einen Namen gemacht.

"Es ist eine Ironie, dass wir diesen Weg der Entwicklung schon vor zw√∂lf Monaten gehen wollten", hatte Red-Bull-Teamchef Christian Horner schon Ende November gemeint. Illien hatte einen neuen Zylinderkopf f√ľr Renault entworfen, der aber nie zum Renneinsatz kam, weil die Entwicklung die Franzosen nicht √ľberzeugen konnte. Noch nicht endg√ľltig best√§tigt ist die Motorenzukunft von Toro Rosso - das Red-Bull-Zweitteam soll ja 2016 mit Ferrari-Motoren des heurigen Jahres starten.

Renault √ľbernimmt Lotus

Renault hatte das Ende einer monatelangen H√§ngepartie am Donnerstagabend beendet. Mit der erwarteten √úbernahme des finanziell angeschlagenen Formel-1-Rennstalls Lotus und der R√ľckkehr als Werksteam in die Formel 1 will der franz√∂sische Autohersteller wieder selbst f√ľr Schlagzeilen sorgen.

"Renault hatte zwei Optionen: Zu 100 Prozent zur√ľckzukommen oder zu gehen. Nach einer detaillierten Studie habe ich entschieden, dass Renault in der Formel 1 bleibt und 2016 an den Start geht. Die letzten von den Formel-1-Verantwortlichen gelieferten Details haben uns die Zuversicht gegeben, diese neue Herausforderung anzunehmen", erkl√§rte Renault-Vorstandschef Carlos Ghosn. Das Engagement soll bis 2025 dauern, im J√§nner will Renault weitere Details bekanntgegeben.

Lotus und Renault - diese Beziehung ist nicht neu. Schon von 2002 bis 2009 war das Team aus dem englischen Enstone als Renault-Werksteam in der Formel 1 angetreten. Insgesamt nahmen die Franzosen an 300 Grand Prix als Konstrukteur teil und feierten 35 Siege. 2005 und 2006 holte der Spanier Fernando Alonso den WM-Titel im Renault.

Von solchen Triumphen wird die Fahrerpaarung Pastor Maldonado und Jolyon Palmer 2016 meilenweit entfernt sein. Diese Saison schloss das aktuelle Lotus-Team in der Konstrukteurs-WM immerhin auf Platz sechs ab. Überschattet wurde dieses Jahr von heftigen ökonomischen Sorgen.

So blieb Lotus-Mitarbeitern im Fahrerlager nicht nur an einem Grand-Prix-Wochenende der Zugang zum teameigenen Zelt zunächst verwehrt. Der Grund waren nicht beglichene Rechnungen. Palmer war wohl nicht zuletzt deshalb erfreut und twitterte ein "Bienvenue Renault": "Die Arbeit startet jetzt, um wieder an glorreiche Zeiten anzuschließen."

Horner erfreut

Auch RB-Teamchef Horner lobte das weitere Engagement von Renault in der Formel 1. "Wir sind erfreut, dass Renault seine Langzeit-Verpflichtung in der Formel 1 best√§tigt", sagte Horner. "Wir m√∂chten uns f√ľr ihren Beitrag zu unserem Team seit 2007 bedanken. Ihre technische Partnerschaft mit Ilmor gibt uns Selbstvertrauen und wir freuen uns auf die Saison 2016", erg√§nzte der 42-j√§hrige Brite.

Horner hatte in der Vergangenheit von einem "√úbergangsjahr" 2016 gesprochen, denn er hofft f√ľr 2017 auf einen g√ľnstigeren Alternativmotor. Auch wenn der Automobilverband (FIA) dies Ende November abgelehnt hatte. Allerdings verlangt die FIA bis zum 15. J√§nner 2016 einen konkreten Vorschlag der Hersteller wie man die Motoren an die Vorgaben anpassen k√∂nnte. Unter anderem sollen die Triebwerke deutlich g√ľnstiger und wieder laut werden. Das letzte Wort zu diesem Thema ist noch nicht gesprochen.

Die Zusammenarbeit ist vorerst auf ein Jahr angelegt. "Wir hoffen weiter auf einen Alternativmotor ab 2017 - oder Renault entwickelt sich 2016 so gut, dass man eine Verlängerung anstreben kann", sagte Red-Bull-Motosportberater Helmut Marko dem Motorsportportal speedweek.com. Marko bestätigte zudem, dass das Schwesterteam Toro Rosso in der nächsten Saison mit einem Ferrari-Motor startet.

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