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Sport Motorsport
03/31/2019

Mercedes profitiert vom Ferrari-Drama in Bahrain

Lewis Hamilton gewinnt vor Valtteri Bottas. Ein technischer Defekt stoppt Ferrari-Youngster Charles Leclerc.

von Florian Plavec

Souverän, unerschrocken und eiskalt. Der als Adjutant von Sebastian Vettel abgestempelte Charles Leclerc raste am Sonntag mit seinem Ferrari in Bahrain seinem ersten Sieg in der Formel 1 entgegen. Zehn Sekunden Vorsprung hatte der erst 21-jährige Monegasse elf Runden vor Schluss auf Lewis Hamilton, als er verzweifelt in den Boxenfunk rief: "Leute, ich habe ein Problem mit dem Motor! Was ist los?"

Ein technisches Problem war los. Das Energierückgewinnungsproblem beim Ferrari war defekt. Leclerc verlor pro Runde rund fünf Sekunden auf den Rest des Feldes, und er verlor auch das Rennen. Am Ende musste er wegen des Defektes sogar noch Treibstoff sparen. Am Ende wurde der Unglückliche Dritter: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das war so ein unfassbares Rennen."

Den Sieg erbte Lewis Hamilton, der noch während der Fahrt zugab: "Für Charles war das extremes Pech. Und wir haben heute unheimliches Glück gehabt. Wir müssen noch sehr viel arbeiten, um mit der Konkurrenz mithalten zu können." Danach sagte er in Richtung Leclerc: "Ferrari ist extrem schnell. Dieser Mann hat sicher noch sehr viele Siege vor sich."

Spektakel

Bei Windböen von bis zu 90 km/h entwickelte sich in der Wüste von Bahrain ein unterhaltsames Rennen mit vielen Überholvorgängen. Am Start setzte sich Vettel noch gegen Poleposition-Mann Leclerc durch. Auch Hamilton setzte sich kurzzeitig vor den Mann aus Monaco.

Doch bald war offensichtlich, dass Leclerc der schnellste Mann auf jener Strecke ist, auf der Vettel 2017 und 2018 gewonnen hatte. Leclerc attackierte Vettel, überholte ihn in der sechsten Runde und fuhr auf und davon. Dahinter entwickelte sich ein packender Zweikampf der erfolgreichsten Piloten im Feld. Der fünffache Weltmeister Hamilton setzte sich dabei gegen den vierfachen Weltmeister Vettel durch. Beim Überholmanöver war Vettel zu aggressiv, er drehte sich, ruinierte sich dabei die Reifen und in der Folge auch den Frontflügel.

Ein drittes Mal musste er an die Box – bei der Zielflagge reichte es nur zu Rang fünf.

Renault-Desaster

Das Renault-Werksteam erlebte drei Runden vor Schluss einen kuriosen Doppelausfall. Innerhalb einer Kurve blieben beide Autos mit technischen Defekten stehen. Das Safety-Car musste auf die Strecke und neutralisierte das Feld. Hinter dem Mercedes-Supersportwagen, gesteuert von Bernd Mayländer, fuhren zwei weitere Mercedes über die Ziellinie: Die beiden Silberpfeile von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Da Verstappen als Vierter nicht mehr angreifen durfte, schaffte es Leclerc doch noch auf das Podium.

In der Weltmeisterschaft konnten sich die Mercedes-Piloten absetzen. Bottas hat einen Punkt Vorsprung auf Hamilton. Leclerc liegt hinter Verstappen auf Rang vier. Zumindest über den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde durfte er sich freuen.

Endstand nach 57 Runden zu je 5,412 km, gesamt 308,238 km

1.

Lewis Hamilton (GBR)

Mercedes

01:34:21,295

2.

Valtteri Bottas (FIN)

Mercedes

+02,980

3.

Charles Leclerc (MON)

Ferrari

+06,131

4.

Max Verstappen (NED)

Red Bull

+06,408

5.

Sebastian Vettel (GER)

Ferrari

+36,068

6.

Lando Norris (GBR)

McLaren

+45,754

7.

Kimi Räikkönen (FIN)

Alfa Romeo

+47,470

8.

Pierre Gasly (FRA)

Red Bull

+58,094

9.

Alexander Albon (THA)

Toro Rosso

+01:02,697

10.

Sergio Perez (MEX)

Racing Point

+01:03,696

11.

Antonio Giovinazzi (ITA)

Alfa Romeo

+01:04,599

12.

Daniil Kwjat (RUS)

Toro Rosso

+1 Runde

13.

Kevin Magnussen (DEN)

Haas

+1 Runde

14.

Lance Stroll (CAN)

Racing Point

+1 Runde

15.

George Russell (GBR)

Williams

+1 Runde

16.

Robert Kubica (POL)

Williams

+2 Runden

17.

Carlos Sainz jr. (ESP)

McLaren

+4 Runden

18.

Daniel Ricciardo (AUS)

Renault

+4 Runden

19.

Nico Hülkenberg (GER)

Renault

+4 Runden

Ausgeschieden: Romain Grosjean (FRA) Haas, Nico Hülkenberg (GER) Renault, Daniel Ricciardo (AUS) Renault, Carlos Sainz jr. (ESP) McLaren

Schnellste Runde: Charles Leclerc (MON) Ferrari in der 38. Runde in 1:33,411 Min. (Schnitt: 208,580 km/h)

WM-Stand (nach zwei von 21 Rennen):

1.

Valtteri Bottas (FIN)

Mercedes

44

2.

Lewis Hamilton (GBR)

Mercedes

43

3.

Max Verstappen (NED)

Red Bull

27

4.

Charles Leclerc (MON)

Ferrari

26

5.

Sebastian Vettel (GER)

Ferrari

22

6.

Kimi Räikkönen (FIN)

Alfa Romeo

10

7.

Lando Norris (GBR)

McLaren

8

8.

Kevin Magnussen (DEN)

Haas

8

9.

Nico Hülkenberg (GER)

Renault

6

10.

Pierre Gasly (FRA)

Red Bull

4

11.

Alexander Albon (THA)

Toro Rosso

2

.

Lance Stroll (CAN)

Racing Point

2

13.

Daniil Kwjat (RUS)

Toro Rosso

1

.

Sergio Perez (MEX)

Racing Point

1

Konstrukteurs-WM (nach 2 von 21 Rennen)

1.

Mercedes

87

2.

Ferrari

48

3.

Red Bull

31

4.

Alfa Romeo

10

5.

McLaren

8

6.

Haas

8

7.

Renault

6

8.

Toro Rosso

3

9.

Racing Point

3

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