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Formel 1
11/27/2013

Formel 1: Die Suche nach Perfektion

Nur drei Tage nach dem WM-Finale ist die Entwicklungsarbeit für die kommende Saison bereits voll angelaufen.

von Florian Plavec

Ruhe. Einfach nur Ruhe will sich Sebastian Vettel in den kommenden Tagen gönnen. Was er bis zu Weihnachten zu tun gedenke? „Nichts“, sagt der vierfache Weltmeister breit grinsend.

Für sein Red-Bull-Team ist der überlegene Titelgewinn jedoch kein Grund zum Müßiggang: Längst hat das Wettrüsten für die kommende Saison begonnen. Einer Saison, in der sich die Kräfteverhältnisse komplett verschieben könnten, ausgelöst durch umfassende Änderungen im Reglement.

Neustart

Für Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff steht die Frage der Haltbarkeit der neuen Autos mit ihren neuen Motoren im Vordergrund. „Die Leistung wird eine Sache sein, aber die Weltmeisterschaft kann im nächsten Jahr durch die Zuverlässigkeit gewonnen oder auch verloren werden“, sagte Wolff.

Nachdem die alten Acht-Zylinder-Saugmotoren in ihren acht Jahren eine fast perfekte Haltbarkeit erreicht hatten, fängt nun alles wieder bei null an. „Wir kehren zu einem Entwicklungsrennen zurück“, sagte Wolff. Dabei setzt Mercedes auf einen Bonus: Im Gegensatz zu Red Bull produzieren die Deutschen den neuen V6-Turbomotor selbst und können so Antriebseinheit und Fahrgestell perfekt aufeinander abstimmen. Titelverteidiger Red Bull bekommt hingegen die Motoren von Renault geliefert und muss das Auto dementsprechend an das Aggregat anpassen.

„Vieles wird noch komplizierter, die ganze Technik ist eine zusätzliche Leidenschaft von mir“, sagte Mercedes-Pilot Nico Rosberg. „Es hilft nächstes Jahr hoffentlich besonders, dass ich früher in Mathe öfter aufgepasst habe.“ Seinem Teamkollegen Lewis Hamilton bereiten vor allem zwei Punkte Sorgen: „Wir haben wesentlich weniger Benzin zur Verfügung, und die Reifen sind eine völlige Unbekannte.“

Im nächsten Jahr dürfen die Autos im Rennen maximal 100 Kilogramm Benzin verbrauchen – deutlich weniger als in der V8-Ära. Die geplanten Tests der neuen Pirelli-Reifen für die Saison 2014 fielen in São Paulo buchstäblich ins Wasser.

Bei den Silberpfeilen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Superhirn Ross Brawn (59) das Team zum Jahresende verlassen könnte. In Stuttgart und in der Formel-1-Fabrik in Brackley will man sich dazu noch nicht äußern.

Neu aufgestellt

Auch ohne den einstigen Erfolgsgaranten glaubt man im Kampf um den WM-Titel gerüstet zu sein. Nico Rosberg sagt: „Wir als Team sind mittlerweile sehr gut aufgestellt, haben sehr kompetente Leute in unseren Reihen.“ Die Crew wurde schon vor längerem durch Paddy Lowe verstärkt, dem potenziellen Brawn-Nachfolger. Einen Teil zur Entwicklung des neuen Autos hat Ross Brawn schon beigetragen. Der Wagen wird am 28. Jänner 2014 bei den Testfahrten erstmals zum Einsatz kommen.

Bis dahin wird die Entwicklung durch Computerberechnungen und Simulatoren gestützt. Die Bedeutung des Simulators ist in diesem Winter so groß wie noch nie. „Der Simulator für nächste Saison läuft rund um die Uhr“, sagte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko der Bild-Zeitung. Bis zur Einschränkung der Testfahrten im Jahr 2009 entwickelten die Konstrukteure ihre Fahrzeuge in teuren Tests weiter. Nun gönnen sich die Spitzenteams einen nicht minder teuren Simulator. Zum Training der Piloten, aber vor allem zur Entwicklung und Abstimmung des Autos.

„Die Arbeit im Simulator wird immer wichtiger“, sagt Marko. „Da wollen wir gut aufgestellt sein.“ Sebastian Vettel und sein neuer Teamkollege Daniel Ricciardo (Aus) können den Job alleine nicht bewältigen. Im Simulator arbeiten auch Testpilot Sébastien Buemi (CH) und die Red-Bull-Junioren Kwjat (Rus) und Da Costa (Por).

Die frühe Titelentscheidung 2012 ist für Red Bull ein Bonus für 2014. Teamchef Christian Horner: „Während Ferrari und Mercedes noch um die Verfolgerplätze gekämpft haben, konnten wir den Fokus auf den RB10 richten.“ Auf jenen Wagen also, mit dem Sebastian Vettel seinen fünften Titel holen soll.

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