Ferrari driver Felipe Massa of Brazil steers his car during the second practice session for the Chinese Formula One Grand Prix in Shanghai, China, Friday, April 12, 2013. (AP Photo/Ng Han Guan)

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Formel 1
04/12/2013

Die Auferstehung von Massa

Weltmeister Vettel in beiden Trainings hinter Teamkollege Webber platziert.

Felipe Massas "Auferstehung" geht auch in Shanghai weiter. Der brasilianische Ferrari-Pilot erzielte vor dem Grand Prix von China mit 1:35,340 Min. die Freitags-Tagesbestzeit vor Kimi Räikkönen im Lotus sowie seinem Teamkollegen Fernando Alonso. Weltmeister Sebastian Vettel kam im Red Bull über den insgesamt zehnten Platz nicht hinaus und wurde beide Male von seinem Teamkollegen Mark Webber distanziert.

Nicht Vettel führt das Team

Das kratzte den 25-jährigen Triple-Champion aber gar nicht. Denn Vettel hat seine Machtansprüche mit dem "gelungenen Überfall" auf Webber vor knapp drei Wochen in Malaysia nun auch nach außen hin endlich klar gemacht, seitdem ist der austro-englische Weltmeister-Rennstall zu einem Tollhaus geworden.

Vettel hatte sich zunächst wortreich entschuldigt, ist aber mittlerweile hart zurückgerudert. Unter anderem mit dem überraschenden Hinweis, er habe den Funkspruch von Teamchef Christian Horner in Malaysia "nicht verstanden". Motorsportchef Helmut Marko hat mittlerweile prompt die Rücknahme der Stallorder angekündigt. Vettel hat mit dem Hinweis, dass Webber den Sieg in Sepang ohnehin gar nicht verdient habe, nachgetreten.

Der in die Zwickmühle geratene Horner schlug sich in China einerseits auf Vettels Seite ("Sebastian hat in seiner Karriere nicht deshalb Erfolg gehabt, weil er unterwürfig war"), glaubt andererseits aber nicht, dass seine Autorität nach dem Verstoß Vettels gegen die Stallorder in Malaysia untergraben wird. "Ich glaube nicht, dass Seb auch nur für einen Moment glaubt, dass er dieses Team führt", sagte der Engländer. Horner gestand aber auch mit Blick auf Sepang ein: "In diesem Rennen hat er nicht gemacht, was ich wollte."

Vettel ein Werwolf

Vettel war schon nach dem Malaysia-Manöver unterstellt worden, er habe nun endlich seine Maske fallen lassen. Der frühere Formel-1-Pilot John Watson beschrieb das imTelegraphmit dem griffigen Satz: "Als ob sich Bambi in einen Werwolf verwandelt hätte." Vettel selbst blieb in China davon unberührt. "Es ist alles so wie immer", antwortete er angesichts der neuen "Eiszeit" zwischen ihm und Webber auf die Frage nach der Stimmung in der Box.

Vettel muss nun in China auch auf der Straße zeigen, dass er die Nummer eins ist. Am Freitag war das noch nicht möglich. "Ich war heute zu weit weg. Die Reifen scheinen sich hier nicht so leichtzutun, vor allem die weicheren. Alle haben sich schwergetan. Wir müssen schauen, woran das bei uns liegt", sagte der Deutsche. "Wir müssen uns steigern und ich bin zuversichtlich, dass wir das in den Griff kriegen. Das Ganze ist kein Desaster", sagte Vettel.

Massa ist zurück

Im siebenten Himmel schwebte dafür Massa. "Mit den weichen Reifen war das ein ganz anderes Auto", jubelte der Brasilianer, der in den vergangenen vier Qualifyings Alonso geschlagen hat. Der Spanier reagierte darauf mit bekanntem Sarkasmus. "Seit Australien habe ich nicht geschlafen. Ich esse nur noch Reis. Ich verliere mein Haar. Ein großes Drama", scherzte der Spanier.

Geschichte schrieb Ma Quinghua, der als erster Chinese auf chinesischem Boden an einem offiziellen Formel-1-Training teilnahm. Im Caterham von Charles Pic kam er aber mit 6,828 Sekunden Rückstand auf den Vormittags-Schnellsten Nico Rosberg (Mercedes) über den 22. und letzten Platz nicht hinaus.

Mercedes ohne Stallorder

Auch bei Mercedes-GP gibt es nach Aussage von Aufsichtsrat Niki Lauda keine Stallorder mehr. Die beiden Formel-1-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton hätten nun alle Möglichkeiten, "für sich ihre Rennen zu fahren", sagte der Österreicher dem TV-Sender RTL am Freitag in Shanghai. "Beide fahren, wie sie wollen."

Auf Anweisung von Teamchef Ross Brawn hatte der schnellere Rosberg beim Grand Prix in Malaysia den vor ihm liegenden Hamilton nicht überholen dürfen. Der Brite wurde in Sepang Dritter, der Deutsche Vierter.

Brawn will die Entscheidungen im Einzelfall abwägen. "Wir haben viele Male gezeigt, dass wir glücklich sind, wenn wir unsere beiden Piloten einfach fahren lassen", sagte der Brite am Freitag. "Aber es wird gelegentlich Umstände geben, wo das Risiko sehr hoch ist", und in diesen Fällen müsse eine Entscheidung zum Wohle des Teams getroffen werden, sagte Brawn weiter.

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