Ziiieeeehhhh: Marcel Hirscher sprang nach eigenen Angaben so weit wie noch nie.

© APA/EPA/EXPA/JOHANN GRODER

Ski-WM
02/05/2015

Marcel Hirscher: Höher, schneller, weiter

Österreichs Star wagte sich im WM-Abfahrtstraining erstmals auf die Piste Birds of Prey.

von Christina Pertl, Stefan Sigwarth

"Bist deppert, habts g’sehn, wie weit ich gesprungen bin?" Marcel Hirscher war nach seiner ersten Annäherung an die WM-Version der Piste Birds of Prey ganz aus dem Häuschen. "So weit", sagte der Technikspezialist aus Annaberg, "so weit wie beim Zielsprung bin ich noch nie gesprungen. Und das bei dem Tempo!" Nachsatz: "Ich bin ja auch deshalb gefahren, dass ihr mal Bilder von einem springenden Hirscher seht."

Vor der Testfahrt auf der im Vergleich zum letzten Dezember eher weichen Piste ("allerdings haben sie die Abfahrtselemente in der Strecke für die WM doch ziemlich verschärft") hatte der Salzburger noch von bis zu sieben Sekunden Rückstand auf die Besten gesprochen, geworden sind es schließlich nur 4,64 Sekunden auf den Speed-Dominator dieses Winters, den Norweger Kjetil Jansrud.

Das ergab Platz 55. Damit ist doch der Start in der Kombination am Sonntag schon eine klare Sache, oder? "Oh nein, diese Entscheidung fällt erst nach dem letzten Training am Freitag", erwiderte der 25-Jährige. "Man merkt halt, dass ich kein Abfahrer bin. Das sind schon wilde Hund’".

Jansrud vs Österreich

Jansrud zum Beispiel. Und dem Olympiasieger aus Sotschi rücken andere Österreicher immer näher, allen voran die Kärntner Max Franz und Matthias Mayer sowie Georg Streitberger und Otmar Striedinger.

Warum dem so ist? "Nach dem missglückten Südamerika-Trip kommen wir immer besser in Fahrt", sagt Streitberger. Außerdem kommt es den ÖSV-Herren auch zugute, dass die Verhältnisse so gar nicht nach Art von Beaver Creek (aggressiver Schnee aufgrund von Kälte und niedriger Luftfeuchtigkeit), sondern eher europäisch sind.

Für Max Franz ist es eine Gelegenheit zur Versöhnung mit der Birds-of-Prey-Piste von Beaver Creek, hatte die Strecke den 25-Jährigen doch schon zwei Mal brutal abgeworfen: Kreuzbandriss 2009, schwere Gehirnerschütterung 2012. Jetzt ist alles wieder gut. "In Wengen hätte ich nach der Abfahrt von der Kraft her fast noch ein zweites Mal runterfahren können." Abzuwarten bleibt, was mit Hannes Reichelt passiert, der im Dienstag-Training ein Tor abgeräumt hat und ein dick geschwollenes Schienbein zu weiteren Untersuchungen brachte.

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