"Das ist wie ein Traum. Ich will gar nicht aufwachen": Magnus Cort Nielsen

© APA/AFP/MIGUEL RIOPA

Sport
09/03/2021

Magnus Cort Nielsen holt sich seine dritte Etappe bei der Vuelta

Primoz Roglic geht als Gesamtführender in die letzte Bergetappe am Samstag. Felix Großschartner ist Gesamtzwölfter.

Der 3. September 2021 brachte für Primoz Roglic ein Jubiläum: Zum 50. Mal wurde dem Slowenen das Führungstrikot bei einer der drei großen Landesrundfahrten übergestreift, zum 34. Mal das rote der Spanien-Rundfahrt, dazu kommen elf in Gelb von der Tour de France und fünf Mal die Maglia Rosa des Giro d’Italia.

Nach zwei Bergetappen monströsen Ausmaßes waren am 19. Renntag der Vuelta 191,2 hügelige Kilometer von Tapia nach Monforte de Lemos zu absolvieren, und während der slowenische Vorfahrer von Jumbo-Visma  recht gelassen bleiben konnte, kam der Mann in Grün in große Nöte.

Fabio Jakobsen, der 25-jährige Niederländer vom Team Deceuninck-Quick Step, der im August 2020 bei der Polen-Rundfahrt so übel gestürzt war und unter anderem fast alle Zähne verlor und tagelang im künstlichen Koma lag, wurde ein Opfer des Tempos, das das Hauptfeld anschlug. Schon bald konnte der dreifache Etappensieger und Führende der Sprintwertung noch mehr mitfahren und fiel zurück.

Allein auf weiter Flur

Nun hatte der bedauernswerte Niederländer noch gut 150 Kilometer und zwei Bergwertungen zu absolvieren. Immerhin war er nicht allein, Teamkollegen schleppten ihn wie schon am Donnerstag Richtung Ziel und nach und nach wuchs der Grupo del maillot verde.

Nach 130 Kilometern hatte er bereits 10:30 Minuten Rückstand auf die Rennspitze, das entsprach zehn Kilometern. Zumindest konnte er sich darauf berufen, dass er in der Sprintwertung 88 Punkte vor Primoz Roglic lag.

Die Spitze  bestand aus einer 18-köpfigen Gruppe, die sich früh gelöst hatte und sich viel Mühe gab,  damit aber dem Feld viel Arbeit bescherte, zumindest jenen Mannschaften, die noch Sprinter in ihren Reihen haben. Am Anfang versuchte auch der Tiroler Patrick Gamper, einen Platz bei den Ausreißern zu bekommen, der 24-Jährige von Bora-hansgrohe musste aber nach zwölf Kilometern den Strapazen der vorangegangenen Tage Tribut zollen und reihte sich wieder ins Hauptfeld ein.

Energischer Antritt

60 Kilometer vor dem Ziel hatte der Portugiese Rui Oliveira genug von seinen Fluchtgefährten, die sich nicht auf konsequente Tempoarbeit einigen konnten, und setzte zum Soloritt an. Einige setzten nach, sieben Mann fielen aus der Spitzengruppe, das Feld folgte weiter mit etwas mehr als einer Minute Rückstand.

Welches Tempo angeschlagen wurde, zeigte der Blick auf die Marschtabelle – man lag eine Viertelstunde vor dem errechneten höchsten Schnitt von 40 km/h.

44 Kilometer vor dem Ziel lag ein Fahrer von Intermarché-Wanty-Gobert auf den Asphalt: Der Gesamtzehnte Louis Meintjes war einer Unaufmerksamkeit im Hauptfeld zum Opfer gefallen und musste ins Spital gebracht werden. Ein trauriges Ende der Vuelta für den Südafrikaner, der als Kapitän und später auch Edelhelfer des Norwegers Odd Christian Eiking wesentlichen Anteil daran hatte, dass das Team sechs Tage lang das Rote Trikot hatte. Felix Großschartner profitierte vom Ausfall und rückte im Klassement vom 13. auf den zwölften Rang vor.

Finale Attacken

Die letzten 34 Kilometer nahmen Emirates-Profi Rui Oliveira und Quinn Simmons (USA/Trek-Segafredo) als Duo in Angriff, bald waren es wieder sieben Mann, die das Feld mit 30 Sekunden Vorsprung für die letzten acht Kilometer zur Hetzjagd nötigten – doch die Lücke war nicht mehr zu schließen.

Den Zielsprint sicherte sich der Däne Magnus Cort Nielsen (EF-Nippo), sein bereits dritter Erfolg bei dieser Vuelta, auf den Plätzen landeten Rui Oliveira und Quinn Simmons. Im Gesamtklassement bleibt weiter Primoz Roglic die klare Nummer eins.

„Das ist wie ein Traum. Ich will gar nicht aufwachen“, sagte Magnus Cort Nielsen. „Bis zu den letzten fünf, sechs Kilometern habe ich nicht geglaubt, dass wir durchkommen würden. Und ich hatte auch wirklich schon müde Beine. Vielen Dank an meinen Teamkollegen Lawson Craddock, der den Sprint vorbereitet hat.“

Und Fabio Jakobsen? Der kam schließlich als Teil einer 23 Mann starken Gruppe mit 26:26 Minuten Verspätung im Ziel an. Mit dabei: Patrick Gamper.

Noch eine Klettertour

Vor das finale Zeitfahren am Sonntag haben die Streckenplaner noch einmal eine Klettertour mit knapp 4.200 Höhenmetern gesetzt, 202,2 Kilometer von Sanxenxo zur Bergankunft auf dem Castro de Herville sind zu fahren.

Vuelta, 19. Etappe (Tapia–Monforte de Lemos, 191,2 km): 1. Cort Nielsen (DEN) EF-Nippo 4:24:25, 2. Oliveira (POR) Emirates, 3. Simmons (USA) Trek-Segafredo alle gl. Zeit, 28. Großschartner (AUT) +18, 139. P. Gamper (AUT) beide Bora-hansgrohe +26:26.
Gesamt: 1.  Roglic (SLO) Jumbo-Visma 77:49:37, 2. Mas (ESP) +2:30, 3. López (COL) beide Movistar +2:53, 4. Haig (AUS) Bahrain-Victorious +4:36, 5. Bernal (COL) Ineos +4:43, 12. Großschartner +13:35, 119. P. Gamper +4:05:26.

Benelux-Tour, 5. Etappe (Riemst–Bilzen, 192 km): 1. Ewan (AUS) Lotto Soudal, 2. Colbrelli (ITA) Bahrain-Victorious, 3. Van Poppel (NED)  Intermarché-Wanty-Gobert, 16. Pöstlberger (AUT) Bora-hansgrohe, 29. Gogl (AUT) Qhubeka-NextHash alle gl. Zeit.
Gesamt: 1. Küng (SUI) Groupama-FDJ 15:28:08, 2. Durbridge (GBR) BikeExchange +2, 3. Christophe Laporte (FRA) Cofidis +6, 10. Pöstlberger +28, 82. Gogl +9:26.

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