Sport
24.01.2012

London wappnet sich für "die größte Show der Erde"

Schnellboote mit Maschinengewehren preschen bei einer Übung über die Themse, Kampfjets rauschen testweise über die City of London, Marines seilen sich aus Kampfhubschraubern ab.

Die Olympischen Sommerspiele (27. Juli bis 12. August) stehen vor der Tür. Nach den Menschenrechten in Peking 2008 ist es 2012 das Thema Sicherheit, das vor den Spielen auf der Insel die Olympia-Debatte beherrscht.

In einem halben Jahr wird die Welt auf London schauen. Die Sportstätten sind praktisch fertig, die Helfer rekrutiert, die acht Millionen Eintrittskarten verkauft - London, nach 1908 und 1948 bereits zum dritten Mal Ausrichter der Sommerspiele, will ab dem 27. Juli ein Superspektakel bieten, "die größte Show der Erde in der großartigsten Stadt der Welt", wie Bürgermeister Boris Johnson immer wieder betont.

Ein halbes Jahr vor der Eröffnungsfeier steht London vor allem vor zwei brennenden Fragen: Ist die Sicherheit für 15.000 Athleten aus aller Welt gewährleistet? Und bewältigt die alte U-Bahn den Ansturm von Menschen? Sebastian Coe, der Vorsitzende des Organisationskomitees, ist optimistisch. "Wir sind in guter Verfassung", lautet der Standardsatz des Olympiasiegers über 1.500 m von 1980 und 1984 bei jeder Gelegenheit.

Die Sicherheit gilt in London als der größte Stressfaktor. Den fast acht Millionen Einwohnern der britischen Metropole sitzt der Stachel der islamistischen Terrorakte von 2005 noch tief im Fleisch. Damals starben 56 Menschen. Die Geheimdienste haben inzwischen die Themse als Achillesferse ausgemacht. Über den Fluss, so glauben die Sicherheitsexperten, könnten Terroristen am ehesten versuchen, in die Olympiastadt einzusickern.

Die Organisatoren wollen aber auf Nummer sicher gehen. Während der Spiele wird ein Kriegsschiff am Themse-Ufer in der Nähe von Greenwich festmachen, Boden-Luft-Raketen und Eurofighter-Jets werden stationiert. Ein weiteres Kriegsschiff kreuzt vor Weymouth an der Südküste, wo die olympischen Segler ihre Kreise ziehen.

13.000 britische Soldaten - mehr als in Afghanistan Dienst tun - werden die Spiele schützen. Hinzu kommen noch über 10.000 zivile Sicherheitsleute und Polizisten. Noch vor einem Jahr hatte das Londoner Organisationskomitee (LOCOG) die Kosten für die Sicherheit der Spiele mit 600 Millionen Pfund (717 Mio. Euro) angegeben. Inzwischen wird die Endsumme inoffiziell auf über eine Milliarde Pfund (1,196 Mrd. Euro) geschätzt.