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Sport
06/25/2012

Lernen und Profisport vereinbaren

Ex-Tennisass Antonitsch wirbt für ein neues Projekt: Eine Maturaschule für Sporttalente.

von Harald Ottawa

Der ehemalige Tennisprofi Alexander Antonitsch sieht eine neue Chance für Talente des Sports. Für Talente, die auch auf eine fundierte Ausbildung nicht verzichten möchten. Österreichs Rekordteilnehmer im Daviscup-Team weiß, wovon er redet. "Ich habe mich damals für Tennis und gegen die Schule entschieden. Besser gesagt, entscheiden müssen. Und diese Entscheidung will ich den Jugendlichen heute abnehmen. Jetzt ist beides leichter möglich."

Sicher, keiner hätte den 46-Jährigen heute jemals gefragt, ob und wie er maturiert hätte. Und dennoch, oder gerade wegen seiner eigenen Lebensgeschichte stellt er sich in den Dienst der Sache, tritt in dieser Aktion der Maturaschule Dr. Roland gewissermaßen als Schirmherr auf: "Sport und Matura gibt es in sehr vielen Schulversuchen und Modellen, aber diese Flexibilität ist einzigartig. "

Wie funktioniert es? Das Projekt ist vergleichbar mit einem Oberstufengymnasium. Maturiert wird zwölf Jahre nach dem Schuleintritt, also wie bei einem herkömmlichen Gymnasium auch. Prüfungen und die Matura werden in Baden abgelegt. Gelernt wird dabei in Modulen, für die Unterrichtsstunden gibt es allerdings keine Anwesenheitspflicht. Antonitsch: "Die Sportler, insbesondere Tennisspieler, sind während der Saison viel unterwegs. Sie können in der Vorbereitungszeit die Schule besuchen und die Prüfungen ablegen und sich in der Hauptsaison voll auf ihre Karriere konzentrieren."

Was steht auf dem Lehrplan? Der Schüler wird bei der Matura in sieben Fächern geprüft, so wie in einer herkömmlichen AHS. "Die anderen Fächer kann er bereits mit 15, 16 Jahren ablegen und damit abschließen", sagt Mathias Roland. Die Fächer sind ident mit jenen der gängigen Mittelschulen, nur kommt Sportkunde hinzu. "Mit dieser Ausbildung kann der Absolvent später in seinem Bereich als Trainer arbeiten. Trainingslehre, Sportpsychologie und Ernährung geben eine wichtige Basis", erläutert Antonitsch. "Zudem können die Sportler Intensivwochen bei Vereinen oder in Trainingszentren besuchen." Weitere Angebote sind der Erwerb von Computer- und Wirtschaftsführerschein.

Wer sind die Träger des Projekts? Gemeinsam mit dem Landesschulrat Niederösterreich und dem zuständigen Landesschulinspektor Rainer Ristl wird das Projekt der Maturaschule Dr. Roland demnächst gestartet. Das Angebot, in Modulen zu lernen, gibt es bereits in anderen Schulformen, z.B. solchen mit bildnerischen oder naturwissenschaftlichen Schwerpunkten. Im Sektor Sport ist dies aber neu.

Paszek und Haider-Maurer hätten profitiert: Vor allem bei Tennisspielern zeigt sich, wie hilfreich das neue Projekt ist. Die Vorarlbergerin Tamira Paszek hatte als Gymnasiastin schon die ersten große Erfolge, entschied sich aber zwei Jahre vor der Matura für die Karriere und gegen die Schule, der Niederösterreicher Andreas Haider-Maurer stieg noch früher aus. Niki Moser war Junioren-Sieger bei einem Grand-Slam-Turnier, wurde aber zurückgeworfen, als er die Matura machte. Andere haben beides unter einen Hut gebracht: Jürgen Melzer und zuvor Barbara Paulus konnten wie andere im Leistungszentrum Südstadt neben der Karriere in Maria Enzersdorf die Matura ablegen. Das neue Projekt von Dr. Roland ist aber noch flexibler.

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