baseball, Wien, honorafrei

© Joe Yun

B-EM
07/22/2013

Österreichs Baseballer wollen begeistern

In Wien haben ab Montag die Schlägertypen Hochsaison. Die Österreicher wollen aufsteigen.

von Florian Plavec

Das Party- und das Pressezelt machen die Atmosphäre besonders, der Blick auf das Spielfeld ist beeindruckend. Auf dem Platz wird Englisch gesprochen. In schwarzen Shorts und weißen Shirts mit der Aufschrift „Baseball Austria“ erhält das Österreichische Nationalteam den letzten Schliff vor der am Montag beginnenden B-EM in Wien.

Gecoacht von dem Kalifornier Dan Hall, dem Kubaner Arian Quirantes und dem Japaner Hiro Sakanashi nimmt Österreich die Qualifikation für die A-EM im Jahr 2014 in Tschechien in Angriff. Dafür muss das Heimturnier mit sechs Teams gewonnen werden. Auf dem Papier ist Russland der härteste Gegner. Bei den Slowaken unterschrieb Anfang des Jahres ein Nachwuchstalent einen Profivertrag in den USA.

Österreichs General Manager Robert Buchelt, der das Große und Ganze im Blick behalten muss, die Coaches koordiniert und für die Aufstellung und Organisation des Teams verantwortlich ist, hat nicht nur sportliche Ziele. „Wir wollen unseren Sport bekannter machen und in Wien eine Woche Baseball feiern. Man sollte sich das unbedingt anschauen“, sagt Buchelt. Sogar derORFsoll übertragen. Zurecht, wie Buchelt meint: „Wir tragen alle so viel Leidenschaft in uns.“

Kein anderer Sport sei so packend wie Baseball – vor allem, wenn man die Feinheiten kennt. Auch wenn es für Laien schwer zu verstehen sei: „Die Spannung entsteht durch die Unterbrechungen.“

Kein Taktieren

Außerdem gebe es kein Unentschieden und kein Taktieren, das mache den Wettkampf extrem fair. Der Reiz entsteht aus der Kombination von Team- und Individualsport. Eine Kombination, die Buchelt auch auf sein Leben überträgt: „Im Team hast du größere Chancen, erfolgreich zu sein, die individuellen Fähigkeiten beim Schlagen und Werfen sind aber ebenfalls wichtig.“

Ein großer Viertelkreis markiert das Spielfeld, doch die Action spielt sich im Infield ab. Damit bietet es variablen Raum für Einzelkämpfer und Teamplayer. Baseball ist kein Kontaktsport, mit dem Gegner kommt man kaum in Berührung.

Österreichs Ziel ist der Aufstieg, Höhepunkte sind die Hymnen. „Wenn ich auf dem Platz stehe und die Hymne höre, steigt mir die Ganslhaut auf“, sagt Buchelt, „für mich hat das eine extreme Bedeutung.“

Der 45-Jährige lebt für den Sport, den er seit über 25 Jahren ausübt, und er verzichtet auf die Aufwandsentschädigung des Verbandes. „Das Geld ist woanders besser aufgehoben.“

2007 stand Buchelt als Coach mit Österreich schon einmal in der A-Gruppe: „Ich will, dass meine Spieler das auch einmal erleben.“

Kein Profitum

Abgesehen von manchen Legionären, die sich ein schönes Taschengeld verdienen, ist Baseball in Österreich reiner Amateursport. Insgesamt sind 5200 registrierte Spieler in 40 Vereinen gemeldet. Den Sprung in die USA, das Epizentrum des Sports, schaffen dennoch einige.

Der nächste Legionär wird Felix Zimmerle sein, der ab August am Scottsdale Community College in der Junior College League spielen wird. „Es hat sich in den vergangenen Jahren viel getan in Österreich“, sagt der 18-Jährige. „Der Verband ist gut organisiert, die Kommunikation mit den Spielern verbessert, jeder hat einen individuellen Trainingsplan.“

Zimmerle plant fest mit dem Aufstieg und hat einen Wunsch: „Herkommen, zuschauen und anfeuern.“

Baseball-Regeln in Grundzügen

Zeitplan: Die EM findet von 22. bis 27. Juli auf der Spenadlwiese in Wien statt.

Teilnehmer: Österreich, Litauen, Weißrussland, Slowakei, Russland, Irland.

Erster Tag: Lit – Bje (11 Uhr), Irl – Rus (15), Slo – Ö (19).

Modus: Jeder gegen jeden. Die besten zwei Teams bestreiten am Samstag das Finale (14 Uhr).

Tickets: Tageskarte 5 Euro, Wochenkarte 25 Euro. Bis 16 Jahre ist der Eintritt frei.

www.baseballem2013.at

Fallschirmspringer knockt Baseball-Spieler aus

In Österreich geht ab Montag auf der Wiener Spenadlwiese die B-Europameisterschaft im Baseball über die Bühne. Österreichs Nationalteam wird dabei versuchen, der Zweitklassigkeit wieder zu entfliehen. Vielleicht sollten die Akteure dabei hin und wieder ihren Blick gen Himmel richten. Denn wie folgendes Video beweist, kommt die Gefahr manchmal von oben.

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