Sport
14.01.2018

Handball-EM: Österreich gegen Frankreich chancenlos

Gegen den hohen Favoriten setzt es eine 26:33-Niederlage. Nun ist ein Sieg gegen Vizeweltmeister Norwegen zum Weiterkommen nötig.

Österreichs Herren-Nationalteam hat sein zweites Gruppenspiel bei der Handball-EM erwartungsgemäß verloren. Zwei Tage nach der 26:27-Auftaktniederlage gegen Weißrussland unterlag das ÖHB-Team Weltmeister Frankreich 26:33 (12:17).

Damit ist für die Mannen von Patrekur Johannesson am Dienstag (20.30 Uhr) im abschließenden Spiel von Gruppe B ein Sieg gegen Vizeweltmeister Norwegen notwendig, um die Chance auf den Aufstieg in die Hauptrunde zu wahren. Frankreich hingegen holte nach dem knappen 32:31 gegen die Skandinavier den zweiten Sieg und fixierte das Weiterkommen.

Karabatic spielte keine Sekunde

Die Franzosen ließen vom Spielbeginn an keinen Zweifel am späteren Sieger aufkommen. Die personell stark besetzten Turnier-Topfavoriten konnten sich gegen die fehlerhaft agierenden Österreicher schnell absetzen und den Vorsprung von vier bis fünf Toren verwalten. Dabei schonte der französische Teamchef Didier Dinart seinen Superstar Nikola Karabatic, der das gesamte Match nur von der Ersatzbank aus verfolgte.

Zwei Minuten nach dem ersten Tor der Österreicher in diesem Match (5.) sah Kreisläufer Wilhelm Jelinek für ein Foul Rot, Österreich stellte dank eines herrlichen "Fliegers" von Sebastian Frimmel auf 2:4 und vergab im Konter die Chance auf den Anschlusstreffer (11.). Frankreich zog auf 6:2 davon.

Doch Lukas Herburger und Nikola Bilyk hielten die Partie mit zwei Treffern weiter offen (13./4:6), Tobias Wagner legte zum 5:7 nach (16.), es blieb eng. Tobias Wagner stellte mit dem zweiten Tor von der Sechs-Meter-Distanz die Ehre der nach dem ersten Spiel gescholtenen Kreisläufer wieder her, dann traf Bozovic nach drei Fehlversuchen erstmals und Goalie Thomas Bauer hielt. Selbst eine doppelte Unterzahl nach rund 20 Minuten überstand man glimpflich (von 6:8 auf 7:10).

Johannesson ließ die Unerfahrenen spielen

Frankreich freilich musste um seinen Vorsprung nie wirklich bangen und setzte sich mit Ende der ersten Hälfte trotz zweier Paraden des eingewechselten Kristian Pilipovic ab. Österreich agierte in dieser Phase mit einer international unerfahrenen Truppe und nur Routinier Robert Weber: Herburger, Pilipovic, Thomas Kandolf, Christoph Neuhold, Sebstian Frimmel und Gerald Zeiner kommen gemeinsam auf knapp 120 Länderspiele.

Nach Wiederbeginn vergab Frimmel mit zwei Fehlwürfen die Chance, den Fünf-Tore-Rückstand zu verkürzen. Beim dritten Versuch gelang dem künftigen Schaffhausen-Legionär dann doch das 13:17 (34.), davor hatte sich Pilipovic zweimal ausgezeichnet. Österreich bemühte sich nach Kräften, musste die Kontrahenten freilich langsam, aber doch immer weiter ziehen lassen. Von 15:22 (37.) setzten sich "Les Bleus" schließlich auf 30:20 (51.) und erstmals um zehn Tore ab.

Johannesson nutzte die Gelegenheit, verschaffte den Jungen auch in der zweiten Hälfte viel Zeit am Parkett. Abgesehen von Vitas Ziura kamen alle Spieler zum Einsatz, konnten das Ergebnis letztlich recht respektabel gestalten und auch persönliche Erfolgserlebnisse verbuchen. So erzielten bis auf den ausgeschlossenen Jelinek und Ziura alle zumindest einen Treffer. Bitter endete die Partie für den dreifachen Torschützen Herburger, der fünf Minuten vor dem Ende verletzt ausschied.

Österreich - Frankreich 26:33 (12:17)

Werfer Österreich: Weber 5, Kandolf 4, Wagner, Herburger je 3, Frimmel, Schopf, Bilyk je 2, Bozovic, Ranftl, Zeiner, Neuhold, Kirveliavicius je 1

Bester Werfer Frankreich: N'Guessan 7