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Die WM-Torschützenkönige: Von Goalgettern und One-Hit-Wonder

Von Ronaldo bis Salenko - so unterschiedlich waren die WM-Torschützenkönige. Einer kam mit nur 31 Jahren nach Österreich und blieb sechs Jahre lang.
Ronaldo in Hochform und mit der WM-Frisur 2002

Harry Kane und Kylian Mbappe könnten Historisches vollbringen: Bisher ist es keinem WM-Torschützenkönig gelungen, noch einmal zum besten Goalgetter einer Endrunde zu werden.

So wie der Engländer und der Franzose in dieser Saison auftreten, ist es durchaus wahrscheinlich, dass einer der beiden im Juli in den USA den erstmaligen Doppelpack schafft.

Kane, der bei der Endrunde 2018 mit sechs Treffern gewonnen hat, sowie Titelverteidiger Mbappe (acht Volltreffer im Jahr 2022 in Katar) zählen auch für die Buchmacher zu den Top-Favoriten. Neben Altmeister Lionel Messi für Titelverteidiger Argentinien oder Erling Haaland, der mit Norwegen aber vielleicht schon früher abreisen muss.

Historischer Mbappe

Die acht Mbappe-Tore sind historisch herausragend: So viele schaffte in den vergangenen fünf Jahrzehnten lediglich der „erste“ Ronaldo. 2002 fiel der Brasilianer auf dem Weg zum Titel auch mit seiner eigenwilligen WM-Frisur auf.

Zweistellig wurde zuletzt 1970 Gerd Müller (10).

Bei einem Blick zurück fällt auf, dass nicht immer die absolute Elite – wie bei Kane oder Mbappe – zum richtigen Zeitpunkt in Top-Form war.

FIFA World Cup USA 1994 - Group B - Russia vs Cameroon

Als Überraschungsmann der WM 1994 ragt bis heute Oleg Salenko mit sechs Toren (so wie der Bulgare Stoitschkow) hervor. Der heute 56-jährige Russe hatte eine mittelmäßige Karriere. Von Logrones in Spanien ging es zur Endrunde in die USA, danach setzten Valencia und die Glasgow Rangers auf den Faktor „WM-Torschützenkönig“.

Doch herausragend war Salenko nur in einer Partie: Gegen Kamerun gab es im letzten WM-Gruppenspiel ein 6:1 mit fünf Salenko-Toren. Ein WM-Rekord, vielleicht für die Ewigkeit.

Uruguay v Germany FIFA World Cup Third/Fourth Place Play-Off - South Africa 2010

WM-Spezialist Müller

Eine andere Seltenheit schaffte Thomas Müller. Die hängende Spitze war über ein Jahrzehnt lang für den FC Bayern wie für das deutsche Team ein wichtiger Faktor. Aber ein Goalgetter war der heute 36-Jährige, der noch für Vancouver kickt, nie.

Deswegen wurde Müller auch nur genau einmal Torschützenkönig – aber das bei einer WM! Nicht beim Titel 2014, sondern vier Jahre davor. Fünf Mal jubelte Müller 2010, dazu wurden drei Assists gewertet, die Platz eins brachten.

Vor den Konkurrenten Forlan, Villa und Sneijder, die ebenfalls auf fünf Volltreffer gekommen waren.

Holland  v Argentina 1978 World Cup Final

Den größten Österreich-Bezug gibt es zum Champion der WM 1978. Mario Kempes schaffte in seiner Heimat sechs Tore und wurde auch Weltmeister. Heute unvorstellbar: Mit nur 31 Jahren wechselte Kempes zur Vienna.

Auch in St. Pölten und Krems wird noch heute in höchsten Tönen über den bescheidenen Weltstar gesprochen, der von 1986 bis 1992 in Österreich seine großen Qualitäten ausspielte.

WM 1990 - Viertelfinale - Italien vs Irland, Salvatore Schillaci

Tragischer Schillaci

Der Torschützenkönig von 1990 hat hingegen einen schmerzhaften Österreich-Bezug: Salvatore „Toto“ Schillaci startete als Joker in die Heim-WM und war ab dem späten 1:0 gegen das ÖFB-Team nicht mehr zu stoppen.

Sechs seiner insgesamt nur sieben Teamtore erzielte der damals 25-Jährige bei der WM und wurde damit zum Torschützenkönig.

Weltstar wurde aus dem Sizilianer aber keiner, weil Schillaci seine WM-Form nie wieder erreicht hat. 2024 verstarb „Toto“ mit nur 59 Jahren.

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