22.03.2013 Wien, Ernst Happel Stadion, Fussball, Nationalteam, AUT - FRO, Welmeisterschaftsqualifikation, Oesterreich - Faeroeer Inseln Jubel, Gyoergy Garics, Philipp Hosiner, David Alaba Copyright DIENER / Eva Manhart Marktgasse 3-7/4/5/21 A-1090 Wien Telefax +43 1 955 32 35 Mobil +43 676 629 98 51 BA-CA Bank Nr. 12000 Account Nr. 00712 223 783 e-mail: agentur@diener.at Datenbank: www.diener.at

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WM-Qualifikation
03/23/2013

Hosiner: Vom Ersatzmann zum Matchwinner

Der Austria-Goalgetter hofft nach seinem Doppelpack gegen die Färöer auf einen Startplatz in Dublin.

Beim 6:0 der österreichischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen die Färöer ist ein Spieler zur prägenden Figur avanciert, für den eigentlich die Ersatzbank reserviert war. Philipp Hosiner erfuhr am Freitag erst wenige Minuten vor dem Anpfiff, dass er anstelle des an Adduktorenproblemen laborierenden Marc Janko von Beginn an einlaufen würde. Trotzdem präsentierte sich der Angreifer sofort hellwach und leitete mit zwei schnellen Toren (8., 20.) den höchsten Sieg der ÖFB-Auswahl seit 1999 (7:0 in der EM-Qualifikation gegen San Marino) ein.

Als "Man of the Match" wollte sich der Austria-Goalgetter danach aber nicht bezeichnen. "Das würde ich nicht sagen. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung", sagte er. Da sich Janko seine Blessur während der Woche zugezogen hatte und sein Einsatz zumindest fraglich war, wurde Hosiner zuletzt im Training so integriert, als ob er in der Stammelf stehen würde. "Ich war von vornherein eingestellt, von Beginn an zu spielen, und habe auch mit der Anfangsformation aufgewärmt", erzählte der Burgenländer.

Das brachte den gewünschten Erfolg, wodurch sich Hosiner nun berechtigte Hoffnungen auf einen Startplatz am Dienstag in Dublin gegen Irland machen kann. "Es ist schade, dass ich durch die Verletzung eines Mitspielers in die Mannschaft gekommen bin, aber ich bin froh, dass ich die Chance genützt habe. Am Dienstag ist ein anderes Spiel, wir werden sehen, ob der Teamchef mir die nächste Chance gibt", sagte Hosiner nach seinem zweiten Länderspiel. Sein Debüt hatte er noch unter Interimsteamchef Willi Ruttensteiner am 7. Oktober 2011 gegeben. Damals kam der Stürmer im EM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan allerdings nur wenige Minuten (ab 88. Minute) zum Einsatz.

Hosiner of Austria and Baldvinson of Faroe Islands

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH - FÄRÖER

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH ? FÄRÖER

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH - FÄRÖER

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH - FÄRÖER

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH - FÄRÖER

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH ? FÄRÖER

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH ? FAROE ISLA

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH ? FÄRÖER

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH - FÄRÖER

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH ? FÄRÖER

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH ? FAROE ISLA

The scoreboards shows the result of 6-0 between Au

FUSSBALL WM-QUALIFIKATION: ÖSTERREICH ? FAROE ISLA

Chancenverwertung

Der Top-Goalgetter der Bundesliga (27 Tore nach 26 Runden) hätte sein Torkonto in seinem zweiten Länderspiel noch weiter nach oben schrauben können, ließ aber vor seinen Treffern zwei hochkarätige Möglichkeiten aus. "Der Fußball ist kein Wunschkonzert. Man kann eben nicht jede Chance nützen", meinte der 23-Jährige.

Bei einer weiteren Chance kam Hosiner nach einem Laufduell mit einem Gegenspieler im Strafraum zu Fall, anstelle eines Elfmeters gab es jedoch Gelb für den Stürmer wegen einer angeblich Schwalbe. "Ich habe den Ball mitgenommen und war schon vorbei, dann bin ich durch einen Kontakt mit dem Gegner ins Straucheln gekommen. Es war ein klares Foul, und die Gelbe Karte war nicht korrekt", erklärte Hosiner.

Der Ärger über diese Aktion hielt sich allerdings in engen Grenzen, zumal der Angreifer den Blick schon auf die Dienstag-Partie richtete. "Gegen Irland wird es ein ganz anderes Spiel werden. Doch wenn wir die Qualifikation schaffen wollen, müssen wir auch in Dublin punkten, und das ist unser großes Ziel."

"Super Ausgangsposition"

Ähnlich äußerte sich Marko Arnautovic. "Wir müssen das Färöer-Match vergessen und uns voll auf Irland konzentrieren. Das ist eines der wichtigsten Spiele in der Quali." Über seine eigenen Leistung sagte der Legionär von Werder Bremen: "Ich habe immer probiert, ein Tor zu machen. Es hat nicht sein sollen, aber ich habe viel für die Mannschaft gearbeitet."

Der Offensivspieler freute sich ebenso wie seine ÖFB-Kollegen über das 0:0 zwischen Schweden und Irland, das die Chancen auf den zweiten Gruppenplatz leicht erhöhte. "Wir haben jetzt eine super Ausgangsposition, aber um die zu nützen, brauchen wir drei Punkte. Alles andere wäre vielleicht schon zu wenig", betonte Zlatko Junuzovic vor der Reise nach Irland.

Für Emanuel Pogatetz hat sich die Situation noch nicht wesentlich verändert. "Wir sind trotzdem unter Zugzwang, in Dublin wird es schwer genug. Wir müssen auf uns schauen, wie die anderen spielen, ist nebensächlich."

Gute Ansätze

Der West-Ham-Legionär dürfte auch gegen die Iren gemeinsam mit Aleksandar Dragovic die Innenverteidigung bilden. Gegen die Färöer wurde das Duo zwar nicht gefordert, dennoch sah Dragovic gute Ansätze. "Wir haben gut harmoniert. Sicher waren die Färöer kein Maßstab, aber wir waren 90 Minuten lang konzentriert", meinte der Legionär des FC Basel.

Im Gegensatz zu Dragovic saß Andreas Weimann zunächst nur auf der Bank, betrieb allerdings nach seiner Einwechslung Werbung in eigener Sache für ein Stammleiberl in Dublin. "Wir haben alle gut gespielt. Am Dienstag ist es für den Trainer sicher eine schwierige Entscheidung, wen er aufstellt", vermutete der Offensivspieler von Aston Villa.

Koller bereits auf Irland fokussiert

Der höchste Sieg seit fast 14 Jahren hat bei Teamchef Marcel Koller keine Euphorie ausgelöst. Beim Schweizer stand schon wenige Stunden nach dem 6:0 am Freitag in Wien gegen die Färöer das Dienstag-Spiel der WM-Qualifikation auswärts gegen Irland im Fokus.

Die ÖFB-Auswahl müsse sich in Dublin auf ein anderes Kaliber gefasst machen, betonte Koller. "Irland ist ein anderer Maßstab als die Färöer. Es muss jedem Spieler bewusst sein, dass es schwieriger wird. In Dublin wird eine gute Stimmung sein, und wenn die Iren eine Möglichkeit sehen, beißen sie zu", warnte der 52-Jährige.

Unachtsamkeiten wie etwa zu Beginn der zweiten Hälfte dürfe man sich gegen die Truppe von Giovanni Trapattoni nicht erlauben. "Da waren wir ein bisschen zu wenig konsequent und haben uns nicht mehr so an die Organisation gehalten. Aber wenn wir gegen starke Teams wie die Iren nachlassen, werden sie zuschlagen", erklärte Koller.

Bei allen Mahnungen hob der Teamchef aber vor allem die positiven Aspekte des Kantersieges über die Färöer hervor. So bot die ÖFB-Elf laut Koller vor der Pause die beste Leistung in seiner Amtszeit. "In der ersten Hälfte war es ein gutes Spiel. Das, was wir in den Tagen davor ausgearbeitet haben, hat man gesehen, und das hat Spaß gemacht."

Janko oder Hosiner?

Vor allem Doppeltorschütze Philipp Hosiner drückte der Partie in der ersten Hälfte seinen Stempel auf. Dennoch könnte der Austria-Goalgetter in Dublin auf der Bank sitzen, sollte Marc Janko rechtzeitig seine Adduktorenprobleme überwinden. Am Samstag trainierte der Trabzonspor-Legionär teilweise schon wieder mit der Mannschaft. "Hosiner sucht die Tiefe, ist schnell. Janko ist eher ein Stürmer mit körperlicher Präsenz, wichtig als Anspielstation und mit seiner Kopfballstärke", erzählte Koller.

Nach den Angaben des Schweizers hat Hosiner zwar "gute Karten" für Dublin, doch auch Janko darf sich Hoffnungen machen. "Ich bin überzeugt, Marc hätte gegen die Färöer auch seine Tore gemacht", sagte Koller.

Mit dem von seiner Erkrankung vollständig genesenen Martin Harnik verfügt der Nationaltrainer für das Irland-Match über eine weitere Offensiv-Option, dafür steht hinter dem Einsatz des an einer Fußverletzung laborierenden Julian Baumgartlinger ein Fragezeichen. "Es geht ihm besser. Wir hoffen, dass er am Montag voll ins Training einsteigen kann", meinte Koller. Christian Fuchs (Rücken) und Veli Kavlak (Hüfte) werden von kleineren Wehwechen geplagt, sind aber am Dienstag einsatzbereit.

Tadel für Arnautovic

Keine körperlichen Probleme hat Marko Arnautovic, der wohl auch in Dublin in der Startformation stehen wird, obwohl Koller für den Werder-Legionär kritische Worte fand. "Er war aktiv, hat etwas probiert, war aber in seinen Aktionen nicht glücklich und hatte leichtsinnige Ballverluste. Ich habe gelesen, er wollte unbedingt ein Tor schießen, aber das kann nicht das erste Ziel sein."

Gegen die Iren erwartet sich Koller auch von Arnautovic bei Ballverlust eine intensivere Arbeit in der Defensive, um das große Ziel - drei Punkte - auch tatsächlich zu erreichen. Allerdings wäre Österreich nach dem 0:0 von Robbie Keane und Co. in Schweden auch bei einem Remis in Dublin noch im Rennen um Platz zwei. "Wir versuchen, das Team so einzustellen, dass wir gewinnen. Wir wollen gewinnen, aber wenn ein Unentschieden rausschaut, werden wir den Punkt auch mitnehmen", erklärte Koller.

Rechenspiele für den zweiten Gruppenplatz wollte der Schweizer nicht anstellen. "Ich mache keine Hochrechnungen. Wir schauen von Spiel zu Spiel", meinte der Teamchef, der seinen Schützlingen am Samstagnachmittag einige Stunden frei gab. Zu einem Besuch von "Wetten dass..?" in der Wiener Stadthalle durften die ÖFB-Internationalen diese Zeit jedoch nicht nützen - entgegen der Ankündigung des ZDF.

Schweden gegen Irland torlos

Deutschland hat den Nummer-Eins-Status in der WM-Qualifikations-Gruppe C am Freitag untermauert. Während die DFB-Auswahl in Kasachstan einen 3:0-Pflichtsieg einfuhr, nahmen sich die Verfolger Schweden und Irland beim torlosen Remis in Solna gegenseitig Punkte weg. Nach Österreichs 6:0-Sieg gegen die Färöer ist damit der Kampf um Platz zwei voll entbrannt. Die drei Teams, die allesamt ein Spiel weniger als Deutschland ausgetragen haben, sind nur durch einen Punkt getrennt.

Die spielfreien Schweden (8) verlieren ihren zweiten Platz am Dienstag fix, da sie entweder von Österreich oder Irland (je 7), die in Dublin aufeinandertreffen, überholt werden. Bei der schwedischen Presse machte sich Ernüchterung breit. "Keine Tore und die WM-Endrunde in weiter Ferne", bilanzierte das Svenska Dagbladet am Samstag. "Natürlich bin ich enttäuscht", gab Trainer Erik Hamren zu.

"Zlatan blieb anonym"

Alles, was die Schweden um Kapitän Zlatan Ibrahimovic bei der sensationellen Aufholjagd im vergangenen Oktober zum 4:4 in Berlin gegen Deutschland (nach 0:4-Rückstand) noch ausgezeichnet hatte, suchten die Fans diesmal die meiste Zeit vergeblich. "Zlatan blieb anonym, als es ernst wurde", kritisierte Dagens Nyheter. Allerdings hatte der Angreifer von Champions-League-Viertelfinalist Paris St. Germain in der ersten Hälfte durchaus ein paar Chancen der Hausherren vorbereitet. Nur Zählbares sprang dabei nicht heraus.

Den Iren war's recht. Die Mannschaft von Ex-Salzburg-Trainer Giovanni Trapattoni bleibt auswärts in der WM-Quali weiter ungeschlagen. "Ich weiß nicht, ob Schweden Angst vor uns hatte, wir hatten jedenfalls keine Angst vor Schweden", meinte der Italiener, der vermehrt junge Spieler in die Mannschaft um Irlands Ikone Robbie Keane integriert hat. Und prompt attestierte der "Irish Independent" dem "New Look Ireland" schon einen "extrem ermutigenden Schritt in die richtige Richtung".

Deutsche Pflichterfüllung

Die Deutschen erfüllten ihre Pflichtaufgabe dank Toren von Bastian Schweinsteiger (20.), Mario Götze (22.) und Thomas Müller (74.) ziemlich souverän, nur Mitte der zweiten Hälfte kamen die nach dem Seitenwechsel etwas mutigeren Kasachen zweimal dem Anschlusstreffer nahe. "Kasachstan stand wie im Feldhandball um den eigenen Sechzehner. Am Ende war das Spiel klar. Wir haben die drei Punkte, daher denke ich, es ist zufriedenstellend", resümierte DFB-Teamchef Joachim Löw.

Der Blick war sofort auf das "Rückspiel" am Dienstag in Nürnberg gerichtet. Deutschlands Trainer nimmt die Partie voll ernst, deshalb wurde auch für den gelbgesperrten Bastian Schweinsteiger mit dem Dortmunder Sven Bender ein Spieler nachnominiert. "Wenn man auswärts gewinnt, besteht natürlich die Gefahr, dass das im Unterbewusstsein ist. Wir müssen die Spieler daran erinnern, dass wir zu Hause spielen und dass wir nur dann gewinnen, wenn Einstellung und Seriosität vorhanden sind", meinte Löw. "Es hat jeder schon erlebt, dass auch die Kleinen zum Stolperstein geworden sind. Deswegen ist Seriosität das Wichtigste", ergänzte der 53-Jährige.

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