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Stets umkämpft: Sturm Graz gegen Rapid

© APA/ERWIN SCHERIAU / ERWIN SCHERIAU

Sport Fußball
06/07/2020

Wie die Traditionalisten Rapid und Sturm ihre Zukunft planen

Vor dem Hit am Sonntag rückt bei beiden Klubs der Nachwuchs in den Mittelpunkt. Und zwar radikal - was nicht ganz der Plan war.

von Alexander Huber

Die Realität hat den Plan überholt. Eigentlich sollten die Jungen nachrücken, wenn die englischen Wochen wehtun; wenn rotiert wird; wenn die Gelb-Sperren mehr werden. „Wir haben im Sommer bewusst die Tür geöffnet, mittlerweile sind die Talente integriert. Jetzt werden wir davon profitieren. Ich glaube, dass wir damit im Lauf der Wochen einen Vorteil gegenüber den meisten Konkurrenten haben werden“, hatte Rapid-Sportdirektor Zoran Barisic vor dem Start in die Meistergruppe vorgerechnet. Und für die kommende Saison, wenn wegen der Corona-Krise der Kader erneut billiger werden muss, hätten diese Talente (zehn haben in einem Jahr ihr Profi-Debüt gegeben) tragende Rollen übernehmen sollen.

Doch dass bereits beim ersten Geister-Heimspiel (19.30 Uhr) gegen Sturm drei Führungsspieler fehlen – damit hat keiner gerechnet. „Die Jungen haben im Herbst, als wir auch viele Ausfälle hatten, funktioniert. Wir können gut aus der Situation rauskommen“, vermutet Kapitän Schwab nach den Ausfällen von Dibon, Sonnleitner und Murg.

Alle Talente haben noch vor der Pandemie unterschriftsreife Verträge zur Verlängerung vorgelegt bekommen. Jeder Einzelne ist für uns ein Projekt“

Zoran Barisic | Rapid-Sportdirektor

In Graz ist – etwas später als in Hütteldorf – der Nachwuchs ebenfalls wieder hoch im Kurs. Das hängt mit dem Coronavirus zusammen, das Vereine mit hohem Zuschauerschnitt besonders trifft. Aber ebenso mit dem Sportdirektoren-Wechsel: Kreissl-Nachfolger Andreas Schicker hat seinen eigenen Kopf. „Ich bin kein Fan von einem Kader mit lauter gestandenen Spielern. Künftig sollen viele Junge nachrücken“, betont der Ex-Scout. Die ersten Amtshandlungen waren mehr als Symbolik: Ein Talent nach dem anderen bekam eine Vertragsverlängerung angeboten. Auf der Bank, die später den Erfolg bringt, sollen mehrheitlich Eigenbauspieler sitzen.

Bei Rapid hat Barisic gegenüber Schicker einige Monate Vorsprung. „Alle Talente haben noch vor der Pandemie unterschriftsreife Verträge zur Verlängerung vorgelegt bekommen. Jeder Einzelne ist für uns ein Projekt“, betont der Sportchef. „Der eine oder andere hat den Vertrag aber nicht unterzeichnet“, sagt Barisic. Etwa Torwart-Talent Polster. Der 17-Jährige wechselt zum LASK.

In Graz war beim 1:2 gegen den WAC schon eine erste Verjüngung zu sehen. Vincent Trummer, 20, verteidigte links hinten. Kreissl hatte noch gerne Routiniers verpflichtet, wie den Ex-Rapidler Thomas Schrammel, der weichen musste.

Vor einem Jahr gab der damals 17-jährige Leo Greiml gegen Sturm im Europacup-Play-off sein Profi-Debüt für Rapid. „Großartige Einstellung. Man muss ihn vier Mal ausspielen, um vorbeizukommen. Und spielerisch hat er sich auch weiter entwickelt“, lobt Trainer Kühbauer den Verteidiger, der ihm in seiner SKN-Zeit noch im St. Pöltner Nachwuchs aufgefallen war. Jetzt ist Greiml nah dran an Einsätzen – so wie Yusuf Demir, der im Dezember mit 16 Jahren zum jüngsten Rapid-Profi aller Zeiten wurde. Oder Marko Bozic, der mit 22 einen zweiten Anlauf nimmt.

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Was die Rapidler ebenso wie die Grazer besonders schmerzt, ist der Abbruch der Regionalligen. Beide Zweierteams waren auf Aufstiegskurs. Einigen Talenten wird rund ein halbes Jahr an Matchpraxis fehlen. Barisic hat sich über die Folgen Gedanken gemacht: „Die Jungen lernen so schnell. Sie werden diese Nachteile wieder aufholen.“

Und die beiden Traditionsvereine, die wieder einmal in der Not die Jugend zur Tugend machen, dürften davon profitieren.

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