Manuel Neuer musste am Dienstag einige Male eingreifen

© APA/AFP/OLIVIER MORIN

Champions League
02/24/2016

Weltmeister Neuer schützt Jüngling Kimmich

Niemand bei den Bayern nimmt dem 21-Jährigen seine Fehler beim 2:2 in Turin übel.

Böse mochte Joshua Kimmich keiner sein. Manuel Neuer schwang sich in den Katakomben des Juventus-Stadions mit besonderer Leidenschaft zum Anwalt des jungen Kollegen auf, der beim ärgerlichen 2:2 des FC Bayern im Achtelfinal-Hinspiel an beiden Gegentoren der Turiner einen gehörigen Anteil hatte.

Der deutsche Nationaltorhüter plädierte auf mildernde Umstände für den Youngster und forderte die Journalisten sogar ausdrücklich zu einem rücksichtsvollen Urteil und Umgang mit dem gerade 21 Jahre alten Aushilfsinnenverteidiger auf.

„Ich erwarte mir von euch, dass ihr da bei einem jungen Spieler ein bisschen zurückhaltend bleibt“, sagte Neuer, der den nach seinem sechsten Champions-League-Einsatz sprachlosen Kimmich auch später beim Bankett am Tisch der deutschen Weltmeister als Sitznachbar in seine Obhut nahm.

Unglücklich

„Es ist nicht ein Spieler, der die Schuld trägt für die Gegentore“, erklärte Neuer. Vorm 1:2 von Paulo Dybala (63.) konnte Kimmich den Ball nicht klären, beim Ausgleich von Stefano Sturaro (76.) kam er zu spät. Zwei höchst unglückliche Aktionen.

Von Arjen Robben hatte Kimmich unmittelbar nach dem Abpfiff des intensiven Achtelfinal-Hinspiels ersten Zuspruch erhalten. „Ich habe Josh sofort nach dem Spiel gesagt, dass er seinen Job für die Mannschaft supergut macht.“ Wie Neuer war der erfahrene Holländer der Meinung, einem "Lehrling" wie Kimmich Fehler zuzugestehen. „Bei seinem Alter kann man nur Respekt haben und positiv sein“, betonte Robben.

Der gelernte Mittelfeldspieler Kimmich hatte den schwierigen Job des verletzten Weltmeisters Jérôme Boateng im Abwehrzentrum bis zum ersten Gegentor erstaunlich abgeklärt erledigt. Solange Bayern das Spiel dominiert hatte, solange konnte auch Kimmich seine Stärken in der Spieleröffnung ausspielen. Defensiv kam er kaum in Bedrängnis.

Topquote

Von 100 Pässen kamen 93 zum eigenen Mann, eine Topquote. In der ersten Hälfte überlupfte Kimmich sogar einmal frech Juve-Star Paul Pogba. Kapitän Philipp Lahm bescheinigte nach seinem 100. Königsklassenspiel dem Youngster einen „guten Job“.

Pep Guardiola schwärmte sogar von seinem kleinen Liebling. „Seine Leistung war perfekt“, sagte der Bayern-Trainer mit dem bekannten Hang zu Übertreibungen. Guardiola meinte die gesamten 90 Minuten. Tatsächlich zahlte Kimmich in Turin internationales Lehrgeld, umwerfen muss ihn die Teilschuld an den Gegentoren aber keinesfalls. „Wir müssen ihn da jetzt nicht groß aufbauen“, versicherte Neuer. Der weltmeisterliche Zuspruch tat seinem Tischnachbarn dennoch gut.

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