Sport | Fußball
23.08.2017

Wayne Rooney tritt aus Nationalteam zurück

Der 119-fache Nationalspieler wird nicht mehr im Dress der "Three Lions" zu sehen sein.

Wayne Rooney hat am Mittwoch seinen Rücktritt aus dem englischen Nationalteam erklärt. Das berichtete die BBC. Der derzeit bei Everton unter Vertrag stehende 31-Jährige erzielte in 119 Partien 53 Tore und ist damit noch vor Stürmerlegende Bobby Charlton der Rekordtorschütze der Mannschaft. "Es war eine wirkliche schwere Entscheidung“, so der Spieler.

Mit 119 Einsätzen ist Rooney außerdem der Spieler mit den zweitmeisten für das Team absolvierten Spielen - auf Torwart Peter Shiltons Rekord hätten ihm nur sechs Partien gefehlt. Mit Rooneys Rücktritt hat die englische Nationalmannschaft nun nicht nur ihren Rekordtorschützen, sondern auch ihren Kapitän verloren: Der 31-Jährige hatte das Amt seit 2014 inne gehabt.

Die "Urgewalt" aus Liverpool

Am 12. Februar 2003 feierte der damals 17-jährige Everton-Stürmer Rooney, der aufgrund seiner familiären Wurzeln auch für Irland hätte auflaufen können, im Testspiel gegen Australien seinen Einstand im England-Dress. Rooney wurde damals als eines der vielversprechendsten Talente des englischen Fußballs gehandelt - seinen ersten Auftritt für Everton absolvierte er mit nur 16 Jahren.

Seinen ersten Treffer erzielte der in Liverpool geborene Rooney sieben Monate nach seinem Debüt. Mit dem Treffer in der EM-Qualifikation gegen Mazedonien wurde Rooney zum jüngsten Spieler, der je für England erfolgreich war. Nachdem sich Rooney mit vier Treffern bei der EM 2004 in Portugal zum besten englischen Torschützen des Turniers krönte, wurde er in seiner Heimat gefeiert: Die "Three Lions" hatten einen neuen Fußballhelden: "Ist Rooney der neue Pele?", titelte die Tageszeitung The Guardian, der Daily Telegraph nannte ihn gar eine "orkanartige Urgewalt".

Zuletzt war Rooney, der mit dem Weltmeister von 1966 an jeweils drei EM- und WM-Endrunden teilgenommen hat, in der Nationalmannschaft aber nicht mehr gesetzt. Sein letztes Spiel absolvierte er am 11. November 2016 in der WM-Qualifikation zuhause gegen Schottland. Die Engländer setzten sich mit 3:0 durch.

Goodison Park statt Wembley

„Immer wenn ich für England aufgeboten wurde oder als Kapitän auflaufen konnte, war das ein Privileg für mich“, schrieb Rooney. „Ich werde immer ein leidenschaftlicher England-Fan bleiben“, betonte er. Nun wolle er sich aber voll auf seine Aufgabe bei Everton konzentrieren. Erst vor rund einem Monat kehrte Rooney zu seinem Jugendclub zurück, nachdem er zuvor 13 Jahre für Manchester United auf Torejagd gegangen war.

Zweimal traf er bereits in den ersten beiden Ligaspielen. Am Wochenende erzielte er als erst zweiter Spieler seinen 200. Premier-League-Treffer. Für die „Red Devils“ hatte er es in 559 Spielen in sämtlichen Bewerben auf 253 Tore gebracht - eine einmalige Bestmarke in der Geschichte des Clubs. Doch unter Trainer Jose Mourinho geriet der Kapitän in der vergangenen Saison in eine Formkrise und verlor seinen Stammplatz.

Zeit zu gehen

Rooney wäre ziemlich sicher beim nächsten Kader von Southgate für die Anfang September anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Malta und Slowakei einberufen worden, sind sich englische Fußball-Kommentatoren einig. Der Angreifer habe Southgate jedoch über seinen Entschluss rechtzeitig in Kenntnis gesetzt. Eigentlich wollte er erst nach der WM 2018 in Russland zurücktreten. „Ich glaube, es ist jetzt einfach Zeit zu gehen“, ließ Rooney jetzt aber einigermaßen überraschend mitteilen.