WM-Verstärkung? Wanner soll sich für den ÖFB entschieden haben
Paul Wanner im Dress von PSV Eindhoven
Paul Wanner ist der Sohn einer Österreicherin und eines Deutschen und wurde 2005 in Dornbirn geboren. Der 20-Jährige gilt im Fußball als Ausnahmetalent und kann sich entscheiden: Will er künftig für Deutschland spielen, oder für Österreich. Beide Verbände werben um den 1,85 Meter großen Offensivspieler.
Glaubt man einem Medienbericht aus Deutschland, soll sich der Doppelstaatsbürger nun entschieden haben. Und zwar laut der Münchner TZ für Österreich. Das käme doch einigermaßen überraschend. Wanner spielt seit einigen Jahren für sämtliche DFB-Nachwuchsnationalteams und ist in der Unter-21 der Deutschen aktuell gesetzt.
Doch auch der ÖFB bemüht sich in Person von Ralf Rangnick seit Jahren. 2022 nahm der ÖFB-Teamchef den damals 17-Jährigen zu einem Trainingslager nach Spanien mit. Eine Woche lang trainierte Wanner damals in Marbella an der Seite von David Alaba und Marko Arnautovic.
2018 wechselte Wanner aus dem Nachwuchs von Ravensburg zu den Bayern. Nach Leihstationen in Elversberg und Heidenheim kehrte er im vergangenen Sommer zurück nach München, ehe er mit einem Transfer für Aufsehen sorgte. Wanner wollte sich nicht bei den Bayern erst hinter größeren Stars anstellen, sondern wechselte zu PSV Eindhoven in die Niederlande, wo er aktuell Stammspieler ist. Auch in der Champions League kam er bereits zu fünf Einsätzen in dieser Saison.
Warum aber sollte sich Paul Wanner nun plötzlich für den ÖFB entschieden haben, nachdem er in den letzten Jahren bereits 27 Nachwuchs-Länderspiele für die Deutschen absolviert hat? Fakt ist: Obwohl der Techniker als Ausnahmetalent gilt, hätte er im kommenden Jahrzehnt mit Jamal Musiala und Florian Wirtz zwei Topspieler vor sich, die nicht leicht zu verdrängen sein werden aus der Startelf des DFB-Teams. Beide sind nur zwei Jahre älter als Wanner.
Beim ÖFB indes wäre wohl schon im kommenden Sommer eine WM-Teilnahme in den USA möglich. Mehr als einen Medienbericht zur angeblichen Entscheidung Wanners gibt es aktuell aber nicht. Der ÖFB blockt ab: "Es gibt keinen neuen Stand", heißt es auf KURIER-Nachfrage.
Voreilige Statements sind auch definitiv nicht zu erwarten. Denn ein Nationenwechsel ist eine heikle Angelegenheit, die von der FIFA zunächst penibel geprüft werden würde. Der Weltverband hat die Regeln im Jahr 2020 gelockert, wodurch Spieler nicht mehr nach einem einzigen Pflichtspiel für immer festgespielt sind.
Ein Wechsel ist grundsätzlich dann erlaubt, wenn der Spieler bei seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz für sein erstes A-Nationalteam unter 21 Jahre alt war, höchstens drei A-Länderspiele bestritten hat, kein WM/Kontinentalturnier-Spiel absolvierte und der letzte Einsatz über drei Jahre zurückliegt. All das wäre bei Wanner keine Hürde, da er noch nie fürs deutsche A-Team gespielt hat.
2024 soll Wanner jedenfalls schon eine Einladung von Julian Nagelsmann zum DFB-Team ausgeschlagen haben, mit der Begründung, dass er sich noch definitiv nicht für ein Land entscheiden wolle. Vielleicht, ist diese Entscheidung jetzt gefallen.
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