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Sport Fußball
02/24/2019

Viel Feind’, viel Ehr’? Rapid hat sich ins Abseits gedribbelt

Gegen Salzburg klarer Außenseiter, von der Mehrheit der Liga ausgegrenzt. Hat sich Rapid in der Bundesliga isoliert?

von Alexander Huber

Die Zeit der markigen Sprüche vor einem Duell mit Salzburg ist vorbei. Auch wenn der neue Hoffnungsträger Aliou Badji erstmals im Kader steht, wissen alle bei Rapid, dass die Bullen selbst in Hütteldorf (17 Uhr) klarer Favorit sind. Ohne Überraschungssieg können die letzten Hoffnungen auf die Meistergruppe begraben werden.

Am Dienstag ist Salzburg Teil jener Gruppe, die den Verteilschlüssel der TV-Gelder ändern will, zum Schaden von Rapid und Sturm. Siegessicher kündigt der Anführer, LASK-Präsident Gruber, an: „Der Herr Peschek wird sich daran gewöhnen müssen, dass die Bundesliga aus zwölf Vereinen besteht und nicht nur aus Rapid.“ Und die Mehrheit der Liga applaudiert.

Was ist da passiert?

Gegner Austria

Schon vor längerer Zeit ist die früher in Liga-Angelegenheiten erprobte Wiener Achse zerbrochen. Es könnten Diplomarbeiten zur Frage verfasst werden, ob Rapid oder Austria größere Schuld daran trägt. Die Hoffnung auf Besserung mit dem neuen Austria-Präsident Hensel war schnell dahin. Der Deutsche nannte die Hütteldorfer „Freunde aus Ottakring“, beim 6:1 im Derby bekam Rapid vom Stadionsprecher den Namen „Vorstadt“.

Auf der Gegenseite ließ Rapid-Präsident Krammer bei der Mitgliederversammlung einen kritischen Fan aufgrund des Namens auflaufen. Er hieß Kraetschmer.

Linzer Frontalangriff

Die schärfsten Töne kommen aus Linz. Obwohl nach Stadionmanager Gartler auch Klubjurist Belihart aus Hütteldorf abgeworben wurde, sagte Gruber der Krone: „Keinen Spieler von uns würde ich gegen die ganze Mannschaft von Rapid tauschen. Denn Charakter kann man nicht kaufen.“ Krammer meint: „Dieser Sager liegt in der Persönlichkeitsstruktur des Präsidenten und hat nichts mit dem LASK an sich zu tun.“

Ärger gibt es hingegen über Belihart, der laut Peschek dementiert hatte, zum LASK zu wechseln. Krammer: „Das war charakterlich schwer bedenklich, weil Aufgaben nicht fertig gemacht wurden und alles liegen und stehen gelassen wurde.“

Auf und ab

Wechselhafte Beziehungen gibt es mit TV-Partner Sky und der Bundesliga, die im Frühjahr mit einem juristischen Kniff (und der Zustimmung des SKN) bei der Heimsektorsperre gegen St. Pölten ausgetrickst wurde. Im Dezember gab es dann wieder eine Allianz, um die geplante Abschaffung des Ö-Topfes zu verhindern.

Auch mit Sky gab es Auseinandersetzungen, teils auf persönlicher Ebene. Jetzt betont Krammer: „Es gibt eine konstruktive Zusammenarbeit. Wir glauben, dass es besser gewesen wäre, wenn die vier 'Free-TV-Spiele' mehr Reichweite hätten. Aber wir machen das Beste daraus.“ Unterstützung von Krammer gibt es bei der Kritik von Sky am (als veraltet eingestuften) Teletest: „Da werden zu viele Möglichkeiten, Sky zu sehen, nicht berücksichtigt.“

Allerdings: Wenn Rapid mit der Einzelvermarktung ab Sommer ernst macht, haben sowohl die Liga als auch Sky ein großes Problem. Und müssten ebenso gegen Rapid in den Ring steigen.