Sport | Fußball
31.01.2012

Tut Milan Proseniks Karriere gut?

Philipp Prosenik, 18, wechselt von Chelsea zum AC Milan. Ein Transfer, der infrage gestellt werden darf.

Wer Chelsea und AC Milan auf seiner Visitenkarte stehen hat, von dem sollte man meinen, dass er ein großer Fisch ist im internationalen Fußball. Von Philipp Prosenik kann man das nicht behaupten. Noch nicht. Den Ehrgeiz, einer zu werden, kann man dem 18-jährigen Sohn von Ex-Teamspieler Christian Prosenik aber nicht absprechen. Ganz im Gegenteil. Der Stürmer ist hoch ambitioniert. Das war er auch, als er 2009 vom Rapid-Nachwuchs zu jenem des FC Chelsea gewechselt war und er ist es erst recht, als er am Montag beim AC Milan unterschrieb. "Milan wollte mich schon haben, bevor ich zu Chelsea gegangen bin", erzählt Prosenik. "Seitdem haben sie mich beobachtet."

Warum ihm in London der Durchbruch verwehrt blieb, erklärt er so: "Ich hatte viel Verletzungspech, nie wirklich Fuß gefasst und eine Chance bekommen." Erst im Sommer holten die Londoner den 18-jährigen belgischen Mittelstürmer Romelu Lukaku. "Für den haben sie 18 Millionen bezahlt. Der muss spielen." So kam Prosenik selbst in der zweiten Mannschaft im Herbst nur zu drei Einsätzen. Höchste Zeit, wo anders sein Glück zu versuchen.

Vertrag bis 2015

So unterschrieb er unter Aufsicht seines Beraters Federico Giacomelli und Milan-Coach Massimiliano Allegri einen Vertrag bis 2015 beim 18-fachen Meister.

"Philipp wird dort immer mit den Profis trainieren", sagt Vater Christian. "Das ist eine gute Sache." Ob ihm bei der Konkurrenz mit Stürmern wie Ibrahimovic, Pato, Inzaghi oder Cassano aber der Durchbruch gelingt, darf zumindest infrage gestellt werden. "Wenn er in den nächsten dreieinhalb Jahren nicht viel spielt, ist er dann 22 und kann immer noch viel erleben", sagt der Vater.

Gerade weil er aber zuletzt aufgrund seiner Verletzungen nicht viel Spielpraxis gesammelt hat, hält Spielermanager Alex Sperr, der Prosenik zwar nicht betreut aber zu einem Wechsel nach Deutschland geraten hat, nicht viel vom Wechsel zu Milan. "Nach England oder Italien lasse ich meine Spieler nur, wenn für sie eine große Summe bezahlt wird. Dann haben sie einen Stellenwert." Bei einer Ausbildungsentschädigung von rund 300.000 Euro, wie Sperr sie einschätzt, sei der Spieler aber "nur einer von vielen".

Guter Schüler

Dennoch hält Sperr einen Durchbruch für möglich. "Wenn sein Knie hält, kann er es überall schaffen. Philipp gehört zu den Schlauen." Besonders wichtig sei es, so schnell wie möglich die Sprache zu lernen. "Er war ein sehr guter Schüler. Wie ich ihn kenne, schafft er das in zwei Monaten", sagt Vater Christian. Selbst wenn er sich gut einlebt und schnell anpasst, glaubt Sperr, dass Milan den Wiener aber schon im Sommer in die Serie B verleihen könnte.

Ein Verleih sei möglich. "Es muss aber nicht sein", sagt der Stürmer. Dass es schon vor ihm einige junge Österreicher in Italien versucht, aber nicht geschafft haben, ist ihm bewusst. "Es wird sicher nicht einfach, das ist überall im Ausland so", sagt der Teenager.

"Wenn man daran glaubt, schnell die Sprache lernt und Leistung bringt, steht dem Erfolg aber nichts im Weg."

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