Geschäftsführer Neuhold und Präsident Windtner

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Sport Fußball
05/11/2020

Trainingszentrum für den ÖFB? Durch Corona nicht auf Eis gelegt

Geschäftsführer Neuhold bestätigt einen Termin bei Burgenlands Landeshauptmann Doskozil. Es ging auch um ein Trainingszentrum.

von Andreas Heidenreich

Mit ganz wenigen Ausnahmen hat die Corona-Pandemie den Fußball zum Stillstand gebracht. Nicht nur aus sportlicher Sicht. Eine Frage des Geldes ist seit Jahren auch der angestrebte Neubau eines modernen Nationalstadions für den Österreichischen Fußball-Bund.

Eine Angelegenheit, die durch die neu entstandene Wirtschaftskrise vom Tisch ist? Im Moment ja. „Aktuell ist das Thema Stadion schwierig zu transportieren. Dass die Politik prioritär andere Themen zu behandeln hat, ist verständlich“, sagt Bernhard Neuhold, Geschäftsführer der ÖFB-Wirtschaftsbetriebe.

Ein neues Stadion ist das eine, das längst fällige eigene Trainingszentrum für den Verband und eine neue Geschäftsstelle das andere.

Zwei der drei „Säulen“, wie sie Neuhold nennt, in puncto Infrastruktur stehen auch trotz Corona beim Fußball-Bund weit oben auf der Prioritätenliste. „Wir müssen diesbezüglich unsere Planungen weiter vorantreiben und das tun wir auch.“

Dass vorige Woche ein ÖFB-Dienstwagen vor der burgenländischen Landesregierung in Eisenstadt gesichtet wurde, ist kein Zufall. Neuhold: „Es ist kein Geheimnis, dass wir uns mit Landeshauptmann Doskozil in einem engen Dialog befinden.“

Das Land Burgenland ist jahrzehntelanger Partner. Und Neuhold bestätigt, dass es bei besagtem Termin, dem auch ÖFB-Präsident Leo Windtner beiwohnte, auch um das Thema Infrastruktur ging.

Ab nach Steinbrunn?

Ob der ÖFB, seit je her in Wien und seit Ewigkeiten im Ernst-Happel-Stadion angesiedelt, der Hauptstadt abhanden kommt und ins Burgenland zieht? Die Übernahme und der Ausbau des Landessportzentrums VIVA in Steinbrunn ist geprüft worden, so Neuhold.

Ziel sei, Trainingszentrum und Geschäftsstelle am selben Standort zu verwirklichen. „In diesem Fall käme nur Wien und der Speckgürtel infrage, weil die Anreise zum Arbeitsplatz für unsere Mitarbeiter sonst schwer zumutbar wäre.“

Tatsächlich liegt Steinbrunn – 40 Kilometer von der Stadtgrenze – zwar in Nähe der Südostautobahn (A3), öffentlich aber ist es schwer erreichbar. Das neue Trainingszentrum inklusive Hotellerie soll jedenfalls Stützpunkt für alle Nationalteams, die Traineraus- und Fortbildung sowie für die Schiedsrichter sein. „Eine gemeinsame Heimat, um in der internen Kommunikation einen erheblichen Fortschritt machen zu können“, beschreibt es Neuhold.

Er sei zuversichtlich, so Neuhold, bis Jahresende einen geeigneten Standort definiert zu haben. Trotz Corona. „Die Auswirkungen der Pandemie sind massiv. Nichts desto trotz dürfen wir nicht vergessen, dass wir in diesen infrastrukturellen Themen im internationalen Vergleich wahnsinnig hinterherhinken. Da darf Corona nicht der Grund dafür sein, dass wir diese Projekte jahrelang auf Eis legen. Wenn wir adäquate Bedingungen für unsere Teams, Trainer und Schiedsrichter bieten wollen, ist es zwingend erforderlich, dass wir diesen längst fälligen Schritt tätigen.“