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Sport Fußball
12/19/2019

Takumi Minamino: Der Abgang eines Siegertypen

Der fast 25-jährige wechselt zu Liverpool. Mit dem japanischen Offensivspieler verlieren die Salzburger einen Erfolgsgaranten.

von Stephan Blumenschein

Es ist ein Quantensprung für Salzburg, der Verkauf von Takumi Minamino an den FC Liverpool – weniger finanziell (da gab es schon einige Abgänge, die mehr Geld in die Kasse spülten), sondern viel mehr für die Reputation.

Erstmals überhaupt wechselt ein Spieler aus Salzburg direkt zu einem der großen Vereine der englischen Premier League – und das gleich zum überlegenen Tabellenführer und Champions-League-Titelverteidiger.

Bisher gelang das nur auf Umwegen – und beide Ex-Salzburger, die ebenfalls bei einem Premier-League-Topteam kicken, werden künftig mit dem Japaner bei Liverpool zusammenspielen: Naby Keita, der zunächst zu RB Leipzig gewechselt war, und Sadio Mané, der zuerst nach Southampton transferiert wurde.

Die Top-Elf der Salzburger Abgänge:

Peter Gulacsi (RB Leipzig)

Dayot Upamecano (RB Leipzig)

Duje Caleta-Car (Olympique Marseille)

Martin Hinteregger (Borussia Mönchengladbach)

Takumi Minamino (FC Liverpool)

Naby Keita (RB Leipzig)

Kevin Kampl (Borussia Dortmund)

Valon Berisha (Lazio Rom)

Munas Dabbur (FC Sevilla)

Jonatan Soriano (BJ Guoan)

Sadio Mané (Southampton)

Minamino erhält in Liverpool nach offizieller Diktion einen „langfristigen Vertrag“. Über die Ablöse wurden keine Angaben gemacht. Zuletzt war eine Ausstiegsklausel in der Höhe von rund 8,8 Millionen Euro kolportiert worden. Trotzdem gab es Verhandlungen zwischen Liverpool und Salzburg. Eine Einigung zwischen den beiden Klubs wurde von den Engländern am Donnerstag bestätigt. Mit dem bald 25-Jährigen verlässt nach fünf Jahren ein absoluter Erfolgsgarant Salzburg. Der KURIER hat die Zahlen zu seiner Zeit in Salzburg zusammengestellt:

  • 199 Pflichtspiele absolvierte der Japaner für Salzburg nach seinem Wechsel von Cerezo Osaka nach Österreich im Jänner 2015 – 136 in der Bundesliga, 39 im Europacup und 24 im ÖFB-Cup.
  • 139 Siege feierte der Japaner mit den Salzburgern. Nur 25 Spiele gingen mit ihm in den vergangenen fünf Jahren verloren. Eine negative Bilanz hat Red Bull mit Minamino nur in der Champions League (zwei Siege, ein Remis, drei Niederlagen).
  • 62 Torbeteiligungen hatte Minamino in der Bundesliga (42 Treffer, 20 Torvorlagen). Kein anderer Spieler kam laut Datendienst Opta in den vergangenen fünf Jahren auf einen besseren Wert.
  • 44 Spiele der Salzburger in Österreich in den vergangenen fünf Jahren endeten mit zumindest einem Minamino-Tor. Traf der Japaner, gab es 43 Siege – zwei im Europacup, zehn im Cup, 31 in der Bundesliga. Nur ein Spiel mit einem Tor des Japaners endete Remis. Im November wurde zu Hause in der Liga gegen den SKN St. Pölten eine 2:0-Führung verspielt.
  • 8 Treffer erzielte er für Salzburg gegen die Admira – gegen keinen anderen Klub traf er öfters. Insgesamt scorte er für Red Bull 64-mal. Seine ersten Treffer erzielte er in seinem dritten Spiel für Salzburg. Am 4. März 2015 war er für das 2:0 und das 3:0 verantwortlich – bei einem 4:1-Erfolg in der Südstadt, also gegen seinen Lieblingsgegner Admira.
  • 5 Meistertitel holte Minamino mit Salzburg. Es reichte damit in jeder Saison mit dem Japaner im Kader zu Platz eins in der Bundesliga.
  • 1 Cupspiel verlor Red Bull in den fünf Jahren seit der Verpflichtung Minaminos. Es war das Finale 2018 gegen Sturm. Das 0:1 nach Verlängerung sah der Japaner allerdings nur von der Ersatzbank. Spielte er, blieb Salzburg im ÖFB-Cup ungeschlagen. Minamino wurde mit Salzburg vier Mal Cupsieger.
  • 0 Ausschlüsse leistete sich Minamino in den fünf Jahren. Er wurde auch nur elf Mal verwarnt. Er sah sieben Gelbe Karten in der Bundesliga, drei im Europacup und nur eine einzige im ÖFB-Cup.