Sport | Fußball 05.12.2011

Sturm: Mit Selbstvertrauen zum Wunder

Europa League: Stürmer Bodul sieht vor dem Gastspiel in Moskau keine Krise beim österreichischen Meister.

Krise?", fragt Darko Bodul. "Aber geh, das ist alles hochgespielt worden." Auch gar nicht notwendig, darüber zu reden, Sturms bester Angreifer in dieser Saison (sieben Liga-Tore), sieht sowieso den 3:1-Erfolg über die Admira als Maßstab für den Auftritt bei Lok Moskau (18 Uhr MEZ, live Sky, KURIER-Ticker): "Wir haben mit diesem Sieg viel Selbstvertrauen getankt, wenn wir dort so diszipliniert auftreten wie am Sonntag, ist ein Sieg möglich."

Ein Sieg ist für seine Grazer ebenso wie beim letzten Gruppenspiel zu Hause gegen AEK Athen Pflicht, aber da gibt es noch arithmetische Hürden, die man meistern soll. In Moskau wird bei einem Erfolg das direkte Duell geltend und möglicherweise die Auswärtstorregel, das Hinspiel gewann Lok in Graz 2:1.

Last Minute

Darko Bodul wird mithelfen können, das Unwahrscheinliche doch noch möglich zu machen. Dabei hat nicht viel gefehlt, und der 22-Jährige würde jetzt in der polnischen Liga herumlaufen. "Der Vertrag mit Lechia Gdańsk war fix und fertig, als mich Foda kontaktiert hat. Ich bin praktisch in letzter Sekunde nach Graz gekommen", sagt Bodul, der als schwieriger Typ galt. "Ich habe keine Probleme mit Foda, auch, weil er mich unbedingt wollte. Er spürt, dass ich froh bin, spielen zu dürfen, denn zuletzt in Portugal war dies kaum der Fall."

Europa-Bummler

Bei Nacional Funchal verzeichnete der in Bosnien geborene und in Österreich aufgewachsene Kroate nur vier Einsätze, zuvor war er bei Heerenveen und Ajax Amsterdam aktiv, wo er bei den Junioren und auch in der Ehrendivision zu Spielen kam. "Dort wird wesentlich mehr Wert auf Technik gelegt als in Österreich. Das merkt man dann auch an der Klasse der Fußballer", erklärt Bodul.

Er kann die völkerübergreifenden Vergleiche übrigens in fünf Sprachen ziehen. "Ich spreche Deutsch, Niederländisch, Englisch, Bosnisch und Türkisch", berichtet er stolz. Moment, Türkisch? "Ja, ich bin in meiner Jugend in Wien viel mit Türken zusammen gewesen."

Heimisch fühlt sich der kroatisch-österreichische Staatsbürger dort, wo er ist: "Ich habe österreichisches Brot gegessen und fühle mich wohl hier", sagt Bodul, dessen Bruder Dragan unter anderem bei der Admira kickte.

Wohlfühlte sich zuletzt Sturm zumindest auswärts nicht: Außer im Cup gegen Unterhausklubs wurde nur bei AEK Athen gewonnen.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011