Sport | Fußball
05.12.2011

Sechs Patzer bei Sturms Meisterprüfung

Das 0:2 gegen BATE Borisow im Play-off beendete Sturms Traum von der Eliteliga. Die Gründe für das Scheitern.

Die herzerfrischenden Fußballkünste von Barcelona, Real Madrid oder Bayern München werden die Sturm-Kicker auch heuer nur vor dem TV-Gerät bewundern können. Dafür könnten nach dem 0:2 gegen BATE Borisow und dem Abschied aus der Champions League Teams wie Tottenham oder Atletico Madrid in Graz vorbeischauen. Auch gut. Aber eben nicht ...

Wieder keine österreichische Mannschaft in der Champions League. "Das war eine einmalige Chance, die wir vielleicht nie wieder bekommen", bringt es Andreas Hölzl auf den Punkt. Stattdessen gibt es für den österreichischen Meister wie schon in den vergangenen beiden Jahren nur die Europa League. Salzburg heißt eben jetzt Sturm. Ist der österreichische Fußball doch ein bisschen zu schlecht?

Zumindest der Meister hätte beim gegenwärtigen Personalstand Probleme in der Eliteliga gehabt.

Spielerisches Element

Trainer Franco Foda sagte: "Uns hat die individuelle Klasse gefehlt." Die Mittelfeldmotoren Andreas Hölzl und mit Abstrichen Patrick Wolf waren noch die gefährlichsten Grazer, Manuel Weber und Jürgen Säumel boten im defensiven Mittelfeld eine solide Leistung. Nur: ein Spielgestalter fehlte an allen Ecken und Enden, ein Techniker, der Spiele entschieden kann.

Samir Muratovic ist technisch noch der beste Sturm-Akteur - der 35-Jährige enttäuschte aber zuletzt bei seinen Auftritten. Allerdings durfte der Bosnier gegen Borisow in Hin- und Rückspiel nur insgesamt 33 Minuten sein Können unter Beweis stellen.

Der Angriff

Der derzeit verletzte Roman Kienast fehlte bei der Hitzeschlacht als eiskalter Vollstrecker, Szabics war zu oft auf sich alleine gestellt. Allerdings hätte ihm Trainer Franco Foda einen Kollegen im Angriff zur Seite stellen können - nicht erst ab der Pause. Haris Bukva als hängende Spitze war eine Fehlbesetzung.

Die Abwehr
Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo würden mit Thomas Burgstaller oder Georgi Popchadse, der gegen Borisow noch der stärkste Verteidiger war, ihren Spaß haben. Auf internationalem Niveau stößt vor allem Burgstaller sehr bald an seine Leistungsgrenze.

Kaltschnäuzigkeit

Erzielten die Grazer in den vorangegangenen Spielen Tore in wichtigen Phasen, so wurden die Chancen, die sich gegen Borisow aufgetan haben, nicht verwertet. Im Hinspiel hätte Milan Dudic beim Stand von 1:0 für eine Vorentscheidung sorgen können, am Mittwoch vergab alleine Hölzl zwei Topchancen. Auch Szabics hätte zuschlagen können

Standards
Foda predigt regelmäßig, gerade bei Freistößen und Eckbällen aufzupassen. Und wieder bekamen die Grazer ein Gegentor: Simic darf beim 0:2 nach einem Freistoß nie so unbedrängt einköpfeln.

Fehlendes Glück

Schon gegen Videoton und Zestafoni, den georgischen Meister, der ohne Legionäre spielt, hat Sturm nicht wirklich berauschend gespielt, gegen BATE wurden die Steirer auch vom Glück der ersten Europacup-Partien verlassen. Aber: Alles in allem dürfen sich die Steirer nicht beschweren - vor allem in Székesfehérvár bei Videoton hatten die Grazer großes Glück.

So stehen die Grazer zumindest in der Europa League, für die am Freitag in Monaco (ab 13 Uhr, live Puls4 und Eurosport) Lostag ist.

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