Munas Dabbur (FC Red Bull Salzburg)

© APA/KRUGFOTO

Fußball
10/01/2016

Salzburgs Rätsel: Teure Neue, die nicht spielen

Dabbur, Gulbrandsen, Rzatkowski und Stangl sind beim Meister bisher nur Kaderergänzungen.

von Stephan Blumenschein

Vor dem Europa-League-Spiel der Salzburger bei Schalke wurde gewitzelt: "Na, ja, Trainer Oscar wird Dabbur halt für Sonntag schonen!" Der israelische Millioneneinkauf musste in Gelsenkirchen auf der Tribüne Platz nehmen. Sein Oberschenkel soll ihn gezwickt haben.

In der Startelf wäre der Schweizer Schützenkönig sowieso nicht gestanden. Beim 1:3 saß statt ihm der 20-jährige Koreaner Hee-Chan Hwang als Alternative für die fix gesetzte Solospitze Jonatan Soriano auf der Bank. Dessen Referenz in dieser Saison: ein Tor im Cup in Mannsdorf.

Mit Vorschusslorbeeren war Dabbur im Sommer von den Grasshoppers aus Zürich gekommen, nachdem er eigentlich schon im Jänner verpflichtet werden hätte sollen. Nun ist der 24-Jährige fast vier Monate in Salzburg, angekommen ist er noch nicht.

Reservisten

Dabbur ist kein Einzelfall. Stefan Stangl (24), Frederik Gulbrandsen (24) und Marc Rzatkowski (26) geht es ähnlich. Zehn Millionen Euro wurden in diese Sommerneuzugänge investiert. Bisher waren sie nur teure Ergänzungen. Nachdem im ersten Gruppenspiel gegen Krasnodar (0:1) nur Dabbur zu einem Kurzeinsatz gekommen war, wurde gegen Schalke nur Rzatkowski eingewechselt – in der 89. Minute. Gulbrandsen und Stangl waren nicht einmal mitgeflogen.

Salzburg-Trainer Oscar setzt auf junge Spieler, die von Liefering hochgezogen worden sind. Das entspricht den Ausbildungszielen bei Red Bull. Warum man aber Millionen in ältere Spieler investiert hat, bleibt ein Rätsel.

Fehlergründe

Wirklich kurios wird es, wenn Oscar die Jugend als Begründung für Fehlleistungen heranzieht. Auch nach der unnötigen Niederlage gegen Schalke war dies zu hören: "Wenn man mit Spielern spielt, die 17 oder 18 Jahre alt sind, dann ist es normal, dass sie Fehler machen."

Nach der zweiten Niederlage im zweiten Gruppenspiel ist der Aufstieg für Salzburg eine Mission Impossible. In der Bundesliga muss der Meister aufpassen, dass nicht der Kontakt zu Leader Sturm verloren geht. Am Sonntag kommt es zum direkten Duell. "Wir werden sehen, welche Spieler physisch gut drauf sind", sagt Oscar.

Vielleicht bekommt ja ein Neuzugang eine Chance. Überspielt kann keiner von ihnen sein.

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