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Sport Fußball
09/06/2019

Salzburger Festspiel: ÖFB-Team mit Kantersieg gegen Lettland

Die Foda-Elf erfüllt die Pflicht und schlägt Lettland klar mit 6:0. In der EM-Quali-Gruppe überholte man damit Israel.

von Alexander Strecha, Andreas Heidenreich

Es war irgendwie angerichtet für das österreichische Nationalteam, den zweiten Platz in der EM-Qualifikations-Gruppe G zu übernehmen. Denn Schützenhilfe hatte es schon tags zuvor gegeben, da Israel daheim nicht voll gegen Nordmazedonien gepunktet hatte. Die Elf von Franco Foda nützte die servierte Chance, erfüllte die Pflicht mit Bravour sowie einer sehenswerten Vorstellung und präsentierte sich bereit für den Hit am Montag in Warschau gegen Polen, das Duell Erster gegen Zweiter.

Foda schickte die erwartete Aufstellung ins Rennen mit Stankovic als Debütanten im Tor, einer unveränderten Viererkette und Kapitän Baumgartlinger, der als Rückkehrer den zuletzt starken und verletzten Schlager ersetzte. Alaba rückte im Vergleich zum Sieg in Nordmazedonien für Ilsanker in die Startelf, spielte links im Mittelfeld.

Torschützen: 1:0 (7.) Arnautovic, 2:0 (13.) Sabitzer, 3:0 (53., Strafstoß) Arnautovic, 4:0 (76., Eigentor) Steinbors, 5:0 (80.) Laimer, 6:0 (84.) Gregoritsch.

Österreich: Stankovic - Lainer, Dragovic (81. Grillitsch), Hinteregger, Ulmer - Baumgartlinger (74. Ilsanker), Laimer - Lazaro (68. Gregoritsch), Sabitzer, Alaba - Arnautovic

Lettland: Steinbors - Petersons, Cernomordijs, Dubra, Maksimenko - Bogdaskins - Ciganiks (66. Savalnieks), Tobers (77. Rugins), Laizans (81. Uldrikis), Kamess - Gutkovski

Dauerhafte Dominanz

Vor 16.300 Zuschauern übernahmen die Österreicher von der ersten Sekunde an das Kommando, Lettland stellte sich im Kollektiv defensiv auf – in der Hoffnung, dem Gegner keine Räume zu gewähren. Vergeblich, weil die Foda-Elf flink im Kopf und den Beinen war, schön und ballsicher kombinierte und geduldig auf die Chancen lauerten, die sich dann zuhauf ergaben. Lettlands Torhüter Steinbors sammelte dabei eifrig Flugmeilen, als er tolle Schüsse von Sabitzer, Alaba und Arnautovic entschärfte.

Die Führung der Österreicher konnte er trotzdem nicht verhindern, weil die Nebenleute patzten. Bei einem verunglückten Spielaufbau eroberte der aggressive Laimer den Ball, Arnautovic schob locker zum 1:0 ein (7.). Die Österreicher bewegten sich gut zwischen den gegnerischen Reihen, allen voran eben Laimer und der aus einem starken Kollektiv ebenfalls herausragende Sabitzer, der mit einem Weitschuss das 2:0 erzielte (13.).

Zu diesem Zeitpunkt durfte nicht mehr am Pflichtsieg gezweifelt werden, auch weil Lettland in der Offensive nicht vorstellig wurde. Lazaro und Arnautovic hatten ein weiteres Tor auf dem Fuß, ein weiterer Sabitzer-Treffer wurde wegen Abseits nicht gegeben, eine Fehlentscheidung.

Nimmermüde

So führte man zur Pause 2:0, nur, war man verleitet anzufügen. Ungerecht wäre es von einem schwachen Gegner zu sprechen, der er freilich war, jedoch in erster Linie aufgrund der Dominanz der Österreicher, die Letten keine Luft zum Atmen ließen. Und dennoch gebot es die Situation nicht locker zu lassen und vor allem vor dem Tor Effizienz an den Tag zu legen. Die erste Gelegenheit ergab sich aus einem Elfmeter nach einem Foul an Lainer. Arnautovic verwandelte den Strafstoß humorlos zum 3:0 (52.) unter die Latte donnerte. Sein sechstes Tor im fünften Quali-Spiel.

Das Werk’l lief, Österreich fand richtig Gefallen an der Vorstellung, ebenso die Zuschauer, die sich zwischendurch Anerkennung spendend von den Sitzen erhoben. Der spielfreudige Alaba schrammte zwei Mal knapp am Torerfolg vorbei, einmal nach toller Vorarbeit von Lazaro, einmal setzte er einen Freistoß über das Tor. Lazaro wiederum fehlten bei einem Kopfball Zentimeter zum Glück.

Dieses hatte dann der eingewechselte Ilsanker, der eine Kopfball-Vorlage des ebenso eingetauschten Gregoritsch per Kopf an die Stange setzte, Torhüter Steinbors bugsierte den Ball selbst zum 4:0 (75.) über die Linie.

Furioses Finish

Wenig später klatschte ein Schuss von Arnautovic an die Stange, dafür krönte Laimer seine tolle Leistung mit dem 5:0. Der Pflichtsieg wurde zum Festspiel, Gregoritsch riss mit den sechsten Tor die Fans von den Sitzen.

Am Montag erwartet Österreich ein ganz anderer Gegner zum Spitzentanz, doch die Polen, die in Slowenien verloren, verspüren Druck. Mit einem Sieg in Warschau könnte Österreich gar die Tabellenspitze erobern.